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·4. September 2026
Regionalliga-Reform: DFB plant offenbar Durchbruch: Kompass-Modell soll kommen

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·4. September 2026

Der Deutsche Fußball-Bund macht die verfahrene Regionalliga-Reform offenbar zur Angelegenheit der Führungsetage. Laut übereinstimmenden Berichten von Bild und kicker soll auf dem Bundestag im Herbst endlich eine Entscheidung fallen, favorisiert wird dabei das sogenannte Kompass-Modell. Aktuell spielen die fünf Regionalligen mit ihren Staffeln in Nordost, West, Südwest, Bayern und Nord unterhalb der 3. Liga um den Aufstieg in den deutschen Profifußball.

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Seit Jahren wird innerhalb des deutschen Fußballs über eine gerechtere Aufteilung der fünften Liga gestritten, nun scheint sich eine Lösung anzubahnen. Auf Anfrage der SID bestätigte der DFB zwar keine konkreten Details, ließ aber wissen, dass man eine „zeitnahe Lösung des Problems“ anstrebe. Zunächst wolle Verbandspräsident Bernd Neuendorf jedoch „interne Gespräche“ führen, bevor die Sache öffentlich weiter vorangetrieben wird.
Der Name ist Programm: Mithilfe Künstlicher Intelligenz sollen die Vereine künftig flexibel nach geografischen Kriterien auf vier statt bislang fünf Regionalligen verteilt werden, konkret auf die Staffeln Nord, Ost, West und Süd. Ziel der Neuausrichtung ist eine möglichst ausgewogene, regional sinnvolle Zuordnung der Klubs, wobei traditionelle Derbys weiterhin ausgetragen werden sollen. Der entscheidende Vorteil aus Sicht vieler Vereine: Alle Meister der vier Staffeln würden direkt in die 3. Liga aufsteigen, ganz ohne die bisherigen Umwege über Relegation oder Rotationsverfahren.
Aktuell ist die Aufstiegsregelung nämlich ein Flickenteppich. Nur die Champions der Regionalligen West und Südwest dürfen sich über ein automatisches Aufstiegsrecht freuen. Die Meister aus Nord, Nordost und Bayern müssen sich im Rotationsprinzip einen weiteren Direktaufstiegsplatz teilen, während die beiden verbleibenden Titelträger den vierten Aufsteiger erst in Hin- und Rückspiel unter sich ausmachen müssen. Dieses komplizierte System sorgt seit Jahren für Unmut, besonders betroffen war zuletzt der 1. FC Lokomotive Leipzig.
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Der sächsische Traditionsklub wurde seit 2020 gleich dreimal Meister der Staffel Nordost, scheiterte jedoch jedes Mal in den Relegationsspielen am ersehnten Aufstieg in die 3. Liga. Der Fall Lok Leipzig gilt vielen als Paradebeispiel dafür, wie ungleich die Aufstiegschancen im aktuellen System verteilt sind, je nachdem, in welcher Staffel ein Verein antritt.
Ein erster Versuch, das Problem zu lösen, war jedoch bereits Ende Juni krachend gescheitert. Ein Blick auf die Abstimmungsergebnisse der Vereinsverantwortlichen zeigt, wie unterschiedlich die Interessenlagen zwischen den Regionen sind: Im Westen sprachen sich 60,9 Prozent, im Norden 61,5 Prozent und im Nordosten sogar 76,3 Prozent für das Kompass-Modell aus. Im Südwesten hingegen votierten 93,1 Prozent für ein alternatives Regionenmodell, bei dem aus den Staffeln Nord, Nordost und Bayern lediglich zwei neue Gruppen gebildet worden wären. In Bayern selbst plädierten 52,4 Prozent dafür, zunächst weitere Modelle auszuarbeiten, statt sich vorzeitig festzulegen.
Die Wurzel der Problematik reicht bis ins Jahr 2012 zurück, als die Regionalliga von vier auf fünf Staffeln aufgestockt wurde. Seither klafft eine Lücke zwischen der Zahl der Meister und den tatsächlich verfügbaren Aufstiegsplätzen zur 3. Liga, ein struktureller Webfehler, den der DFB nun mit dem Kompass-Modell endgültig beheben will.
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