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·27. Juli 2026
Saisonprognose #1: Aspach, Fortuna Köln, Würzburg, Meppen

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·27. Juli 2026

In knapp zwei Wochen beginnt die 19. Ausgabe der eingleisigen 3. Liga. Wer mischt diesmal im Aufstiegskampf mit? Wer spielt gegen den Abstieg? Und welche Überraschungen hat die so schwer zu berechnende 3. Liga diesmal zu bieten? In fünf Teilen nimmt liga3-online.de alle Teams unter die Lupe und wagt eine Prognose. Im ersten Teil schauen wir auf die vier Aufsteiger Sonnenhof Großaspach, Fortuna Köln, Würzburger Kickers und SV Meppen.

Ausgangslage: Von 2014 bis 2020 war das beschauliche Großaspach sechs Jahre lang fester Bestandteil der 3. Liga. In der Saison 2015/16 sprang sogar Platz sechs heraus. Danach folgte der Absturz bis in die Oberliga, aus der sich die SGS erst 2025 wieder befreien konnte – mit bemerkenswerten 109 Saisontoren. Auch in der Regionalliga sorgten die Schwaben weiter munter für Furore: 86 Treffer ebneten den Weg zum direkten Durchmarsch in die 3. Liga. Ein beachtlicher Erfolg, der die Handschrift von Trainer Pascal Reinhardt trägt, der für einen mutigen Pressingfußball steht.
In der kleinsten Gemeinde des deutschen Profifußballs ist man sich allerdings bewusst, dass es eine Klasse höher etwas weniger spektakulär zugehen dürfte. Das klare Ziel lautet Klassenerhalt. Hoffnung macht die eingespielte Achse um den erfahrenen Torhüter Maximilian Reule, Innenverteidiger Antonis Aidonis, Sechser Volkan Celiktas und Torjäger Fabian Eisele (22 Tore in der Vorsaison).
Transfers: Schmerzhaft sind die Abgänge von Mert Tasdelen (Sandhausen) und Michael Kleinschrodt (Aalen), die in der Vorsaison immerhin 23 Tore erzielten. Bei den Neuzugängen setzt Sportchef Julian Schieber vor allem auf Regionalität und Entwicklungspotenzial. Das gilt auch für Königstransfer Tim Rossmann, der mit Düsseldorf und Karlsruhe schon in der 2. Liga spielte und aus dem nahen gelegenen Bietigheim-Bissingen stammt. Die weiteren Neuzugänge sind ebenfalls regional verwurzelt, im Gegensatz zu Rossmann im höherklassigen Fußball jedoch noch unbeschriebene Blätter.
Vorbereitung: Gegen die Regionalligisten Heilbronn-Freiberg und Aalen gab es jeweils ein 2:2. Die Amateurklubs Bietigheim-Bissingen (7:0) und Pforzheim (2:0) wurden souverän bezwungen. Auch gegen Ligakonkurrent Hoffenheim II setzte sich Großaspach mit 2:0 durch. Einen deutlichen Dämpfer gab es dagegen beim 2:7 gegen Darmstadt. Vor dem Ligastart gegen Mitaufsteiger Fortuna Köln steht noch das Landespokalspiel gegen Löchgau an.
Prognose: Entscheidend wird sein, ob Großaspach den Schwung und die Unbekümmertheit der vergangenen Jahre mitnehmen und sich zugleich schnell an das höhere Niveau der 3. Liga anpassen kann. Die SGS ist eine echte Wundertüte. Platz 12 bis 19.

Ausgangslage: Kaum jemand hätte erwartet, dass Fortuna Köln nach fünf Drittliga-Jahren zwischen 2014 und 2019 so lange auf die Rückkehr warten müsste. Im siebten Anlauf war es schließlich so weit: Unter Matthias Mink, der Trainer und Sportchef in Personalunion ist, sicherten sich die Südstädter die Meisterschaft in der Regionalliga West. In 34 Saisonspielen kassierte die Fortuna nur 30 Gegentore und verlor lediglich viermal (dreimal davon im Endspurt).
Nun warten erstmals seit 2014 wieder Ligaduelle mit Lokalrivale Viktoria Köln und andere Schlagerspiele wie gegen Namensvetter Fortuna Düsseldorf auf die Südstädter. Der größte Trumpf soll dabei die Eingespieltheit sein. Kein Leistungsträger verließ den Klub. Die bewährte Achse bilden Torhüter Lennart Winkler, die Innenverteidiger Maximilian Fischer und David Kamm Al-Azzawe, Routinier Rafael García im Mittelfeld sowie Enzo Wirtz und Altmeister Hamadi Al Ghaddioui im Sturm.
Transfers: Wo es kaum Abgänge gibt, ist in der Regel auch kein Bedarf für viele Neuzugänge. Entsprechend verstärkte sich die Fortuna nur punktuell mit einigen Talenten. Insgesamt kamen sechs externe Neuzugänge, drei davon auf Leihbasis. So wurden beispielsweise Bennit Böger und Kevin Krumme aus Paderborn ausgeliehen. Große Hoffnungen ruhen auch auf Rechtsverteidiger Jasper Löffelsend. Der gebürtige Kölner bringt die Erfahrung aus 81 Spielen in der amerikanischen MLS mit und war zuletzt in Polen aktiv.
Vorbereitung: Gegen TuS Koblenz (4:1), Eintracht Trier (3:1), Borussia Mönchengladbach II (1:0), Velbert (4:0) und den niederländischen Zweitligisten VVV-Venlo (1:0) ging die Mink-Truppe stets als Sieger vom Platz. Dafür setzte es gegen Regionalligist Steinbach eine 2:3-Niederlage. Die Generalprobe steigt gegen Kickers Offenbach, ehe die Drittliga-Saison in Großaspach beginnt.
Prognose: "Wir wissen noch nicht, was uns im Drittliga-Fußball erwartet, aber wir freuen uns darauf", ließ Mink zuletzt verlauten. Die große personelle Konstanz könnte sich als wichtiger Vorteil erweisen. Dennoch ist zu erwarten, dass es für die Fortuna vor allem um den Klassenerhalt gehen wird. Platz 14 bis 19.

Ausgangslage: Der Star der Würzburger Kickers? Trainer Michael Schiele! Schon seine Amtsübernahme verlief kurios: Mitten im Aufstiegsrennen trennten sich die Kickers im März von Marc Reitmaier und holten ihren früheren Erfolgstrainer zurück. Ein gewagter Schritt, der sich auszahlen sollte. Unter Schiele gewann Würzburg neun der elf Ligaspiele und setzte sich anschließend in den Aufstiegsspielen souverän gegen Lok Leipzig durch.
Die Drittliga-Rückkehr war im fünften Anlauf endlich perfekt. In der höchsten DFB-Spielklasse wollen die Kickers an die erfolgreiche Zeit unter Schiele anknüpfen, der den FWK zwischen 2017 und 2020 in der Spitzengruppe etablierte und zum Zweitliga-Aufstieg coachte, ehe er dort nach nur zwei Spielen gehen musste. Anschließend wurde Würzburg bis in die Regionalliga durchgereicht. Nun genießt Rückkehrer Schiele das volle Vertrauen der Verantwortlichen und darf den Kader nach seinen Vorstellungen umbauen, um die Unterfranken fit für ihr neuerliches Drittliga-Abenteuer zu machen.
Transfers: Mit Topjoker Cherif Cisse (Eintracht Frankfurt II) und dem Kapitän Peter Kurzweg (Karriereende) mussten lediglich zwei wichtige Spieler verabschiedet werden. Dem gegenüber stehen zehn Neuzugänge, die einen gesunden Mix aus Erfahrung und Talent mitbringen. Zu den prominentesten Namen zählen der frühere Braunschweiger Nathan de Medina für die Abwehr und Ex-Bayern-Talent Franck Evina für den Angriff. Hinzu kommen interessante Nachwuchsspieler aus den NLZs der bayerischen Nachbarn, darunter David Abrangao aus Fürth.
Vorbereitung: Gegen die unterklassigen Gegner aus Thüngersheim (10:0) und Trogen (6:0 im Landespokal) feierten die Kickers deutliche Siege. Auch gegen Wattenscheid (4:1) und Regensburg II (3:0) gab sich die Schiele-Elf keine Blöße, die Leistung beim 2:3 gegen Al Wahda FC aus den Vereinigten Arabischen Emiraten war ebenfalls achtbar. Den einzigen Makel stellte die 1:3-Niederlage gegen den Südwest-Regionalligisten VfR Aalen dar. Vor dem Ligastart gegen den FC Ingolstadt stehen noch die Partien gegen den FSV Frankfurt und den TSV Abtswind im Landespokal an.
Prognose: Wozu sind die Kickers bei ihrer Drittliga-Rückkehr in der Lage? Anders als Lokalrivale Schweinfurt in der Vorsaison wirkt der FWK bei seiner Drittligarückkehr gefestigt – nicht zuletzt dank des erfahrenen Schiele auf der Trainerbank, dessen Mannschaften in der Regel vor allem defensiv sehr stabil sind. Der (souveräne) Klassenerhalt scheint realistisch. Platz 10 bis 15.

Ausgangslage: Rund 7.900 Fans strömten in der Vorsaison im Schnitt in die Meppener Hänsch-Arena – so viele wie seit fast drei Jahrzehnten nicht mehr! Getragen von dieser Euphorie marschierte der SV Meppen souverän zur Meisterschaft in der Regionalliga Nord. Mit 103 Treffern war die Mannschaft von Trainer Lucas Beniermann gar der einzige Regionalligist, der die Marke von 100 Saisontoren knackte. Nach drei Jahren Abstinenz ist der SVM damit zurück in der 3. Liga!
Mit Julian Ulbricht (Mannheim), Mika Stuhlmacher (Münster) und Jonathan Wensing (Osnabrück) verlor Meppen gleich drei Leistungsträger, die zusammen auf 61 Scorerpunkte kamen. Finanziell kann Meppen traditionell mit den meisten Konkurrenten nicht mithalten, umso wichtiger sind im Emsland Tugenden wie Entschlossenheit und Teamgeist. Kapitän Jonas Fedl steht dafür wie kein zweiter. Der Innenverteidiger ist zudem der einzige Spieler im Kader, der noch beim letzten Drittliga-Abenteuer dabei war. Weitere Säulen sind Torhüter Julius Pünt, die Mittelfeldspieler Ersin Zehir und Erik Zenga sowie Angreifer Oliver Schmitt.
Transfers: Insgesamt zehn Neuzugänge sollen die namhaften Abgänge auffangen. Besonders große Hoffnungen ruhen auf Richard Maier (Bayern II), Luca Prasse (Kiel) und Jannik Ehlers (Aue), die den Aderlass in der Offensive kompensieren sollen. Mit Cyrill Akono (Chemie Leipzig) und Florian Bähr (Hoffenheim II) kamen noch zwei weitere Spieler mit Drittliga-Erfahrung.
Vorbereitung: Gegen Jeddeloh II (4:1), den niederländischen Erstligisten Sparta Rotterdam (3:2) und Schalke II (8:0) gelangen drei überzeugende Siege. Am Samstag steht noch ein abschließendes Testspiel gegen einen bislang nicht bekannten Gegner an, bevor in rund eineinhalb Wochen auswärts beim MSV Duisburg der Drittliga-Auftakt auf Meppen wartet.
Prognose: Der SV Meppen lebt traditionell vom großen Zusammenhalt – im Team und in der gesamten Region. Gelingt es den Emsländern einmal mehr, diese besondere Energie zu entfachen, ist ihnen zuzutrauen, so manchen namhaften Konkurrenten zu ärgern und am Saisonende den Klassenerhalt zu feiern. Gleichwohl stiegen die letzten fünf Aufsteiger aus der Regionalliga Nord allesamt direkt wieder ab. Die letzte Mannschaft, die den Klassenerhalt feiern konnte, war der Meppen in der Saison 2017/18. Platz 13 bis 19.







































