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·22. Juli 2026
Scaloni unter Tränen: Der Abschied, der noch keiner ist

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Die Fassung hielt durch den Glückwunsch an Spanien. Sie hielt durch die nüchterne Analyse einer Niederlage, die keine Debatte brauchte. Sie riss erst, als die Fragen ihn selbst betrafen. Lionel Scaloni, Weltmeistertrainer von 2022, verließ die Pressekonferenz nach dem verlorenen Finale in Tränen.
Es war kein Zusammenbruch, wie ihn manche Schlagzeile herbeischrieb. Es war etwas Leiseres. Scaloni war der Einzige aus der argentinischen Delegation, der überhaupt vor die Mikrofone trat – die Spieler mieden die Presse. Er schwärmte von seiner Mannschaft, sprach von kommenden Generationen. Dann sagte er einen Satz über Dankbarkeit, dafür, an dieser Stelle stehen zu dürfen. Und weinte. Die Konferenz endete an diesem Punkt.
Das eigentliche Thema war nicht das 0:1. Es war die Frage, die Scaloni sichtlich mehr wog als jede taktische: Macht er weiter? Sein Vertrag läuft bis Ende 2026, zuletzt kursierten sogar Berichte über eine Einigung bis 2030. Doch in der Mixed Zone wurde er deutlicher als jedes Papier: „Ich werde bis Dezember bleiben, und danach werde ich mich höchstwahrscheinlich zurückziehen.“
Wer ihm zuhörte, verstand, warum. Nicht Frust sprach da, sondern Erschöpfung. Um so eine Gruppe noch einmal aufzubauen, brauche man alles – vor allem einen mentalen Neustart. Ob er den in sich findet, ließ er offen. Er wolle sich die Zeit nehmen, in Ruhe zu überdenken.
Auf die Zukunft seines Kapitäns angesprochen, blieb Scaloni vage – er habe mit Messi noch nicht gesprochen. Zwei offene Enden also an einem Abend, an dem ein Zyklus zu Ende ging. Der 48-Jährige hat Argentinien seit 2018 geformt, zum WM-Titel und ins Finale geführt. Es könnten die Tränen eines Mannes gewesen sein, der weiß, dass das Schwerste nicht die Niederlage ist – sondern die Entscheidung, ob man noch einmal von vorn anfängt.







































