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·15. September 2026

Sechs gehaltene Elfmeter: Was für Atubolu und eine DFB-Nominierung spricht

Artikelbild:Sechs gehaltene Elfmeter: Was für Atubolu und eine DFB-Nominierung spricht

Noah Atubolu hat seinen Bundesliga-Rekord am Wochenende erneut ausgebaut. Beim 3:1 von Eintracht Frankfurt in Mainz parierte der Torhüter seinen sechsten Elfmeter infolge. Kein Keeper vor ihm hat in der Bundesliga eine solche Serie geschafft. Kurz vor der Bekanntgabe von Jürgen Klopps erstem DFB-Kader stellt sich deshalb die Frage: Sollte Atubolu jetzt auch für die Nationalmannschaft nominiert werden?

Noah Atubolu bejubelt am 6. September 2026 im Deutsche Bank Park den Führungstreffer von Eintracht Frankfurt. Der Torhüter feiert das Tor seines Mitspielers Jonathan Burkardt im Bundesliga Spiel gegen den FC Augsburg. (Alex Grimm / Getty Images Europe via Getty Images)


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Die Argumente dafür sind zumindest schwer zu übersehen. Atubolu hat seine besondere Stärke beim Elfmeter inzwischen über mehrere Jahre bestätigt. Die Serie begann bereits am letzten Spieltag der Saison 2023/24, als er im Trikot des SC Freiburg gegen Union Berlin zunächst Josip Juranović und später Kevin Volland scheitern ließ. Danach folgten unter anderem Florian Wirtz, André Silva, Romano Schmid und nun Nadiem Amiri.

Sechs Elfmeter infolge gehalten – ausgerechnet Amiri scheitert

Amiri war dabei keineswegs irgendein Schütze. Der Mainzer Kapitän hatte zuvor zehn Strafstöße nacheinander verwandelt. Gegen Atubolu entschied er sich für die linke Ecke, schoss allerdings nicht platziert genug. Atubolu ahnte die Richtung und hielt den Versuch.

Damit steht der 24-Jährige nun allein an der Spitze einer Bundesliga-Bestmarke, die zuvor bei vier gehaltenen Elfmetern in Serie lag. Diesen Wert hatten Thomas Zander, Hans Jörg Butt, Frank Rost und Bernd Leno erreicht. Atubolu hat die Marke zunächst auf fünf und nun auf sechs Paraden erhöht.

Bemerkenswert ist zudem die Länge der Serie. Seit Januar 2024 wurde kein Bundesliga-Elfmeter gegen Atubolu verwandelt. Auch der Vereinswechsel von Freiburg nach Frankfurt hat daran nichts geändert.

Atubolu macht den Elfmeter zur eigenen Disziplin

Die Serie ist nicht allein mit Glück oder guten Entscheidungen auf der Linie zu erklären. Atubolu beschäftigt sich intensiv mit den gegnerischen Schützen und deren bevorzugten Ecken. Vor dem Strafstoß versucht er zudem, den Schützen aus dem gewohnten Ablauf zu bringen.

Er stellt sich ein Stück vor die Torlinie, klopft in die Handschuhe, bewegt sich und sucht den direkten Blickkontakt. Sein auffälligstes Mittel ist dabei ein breites Lachen. Anschließend bewegt er sich auf der Linie und versucht, das Tor für den Schützen möglichst klein wirken zu lassen. Gegen Amiri funktionierte diese Strategie ebenfalls. Der Mainzer bestätigte anschließend, dass Atubolu versucht habe, ihn zu verunsichern.

Für die Eintracht war die Parade mehr als eine persönliche Statistik. Mainz hätte kurz vor der Pause ausgleichen können. Stattdessen blieb Frankfurt in Führung und gewann das Rhein-Main-Derby mit 3:1. Atubolu selbst stellte den Mannschaftserfolg über seinen Rekord.

Klopp hat Atubolu bereits gesehen

Für die Diskussion um die Nationalmannschaft kommt der Rekord zur passenden Zeit. Jürgen Klopp nominiert am 17. September seinen ersten DFB-Kader. Vorgesehen sind maximal 27 Spieler, darunter drei Torhüter. Der Bundestrainer hat für seine Auswahl bereits zahlreiche Spiele und Trainingseinheiten besucht.

Auch Mainz gegen Frankfurt sah Klopp live im Stadion. Damit bekam er die Möglichkeit, Atubolu nicht nur anhand von Daten und Videoanalysen zu beurteilen, sondern ihn unmittelbar im Bundesliga-Alltag zu beobachten. Die Parade gegen Amiri war dabei eine Szene, die kaum zu übersehen war.

Atubolu gehört allerdings nicht automatisch zu den drei Torhütern, die Klopp nominieren muss. In der aktuellen Konkurrenz stehen unter anderem etablierte Keeper wie Marc-André ter Stegen, Oliver Baumann, Jonas Urbig, Alexander Nübel und Bernd Leno sowie weitere Bundesliga-Torhüter. Atubolu muss deshalb nicht nur seine außergewöhnliche Elfmeterbilanz ins Rennen führen.

Eine Nominierung wäre trotzdem folgerichtig

Gerade deshalb sollte man die Diskussion nicht auf die sechs gehaltenen Elfmeter reduzieren. Eine Nationalmannschaft wird nicht allein nach einer Spezialdisziplin zusammengestellt. Ein Torwart muss über 90 Minuten Stabilität, Strafraumbeherrschung, Spieleröffnung und Paraden bei normalen Abschlüssen liefern.

Doch Atubolu hat mit seiner Entwicklung ein zusätzliches Argument geschaffen. Seine Elfmeter-Serie ist inzwischen kein kurzfristiger Ausreißer mehr. Sie erstreckt sich über vier Spielzeiten und blieb auch nach dem Wechsel zu Frankfurt bestehen.

Eine Nominierung wäre deshalb zumindest gut begründbar. Sie müsste nicht bedeuten, dass Atubolu sofort zur neuen Nummer eins wird. Klopp könnte ihn zunächst als dritten Torhüter mitnehmen, Erfahrungen sammeln lassen und ihn im Training sowie im Kreis der Nationalmannschaft genauer kennenlernen.

Der Zeitpunkt spricht jedenfalls für Atubolu. Sechs gehaltene Bundesliga-Elfmeter infolge sind ein Rekord. Europas Top-Ligen bieten laut der vorliegenden Einordnung ebenfalls keinen Keeper mit einer längeren Serie.

Ob Klopp daraus tatsächlich eine Nominierung ableitet, entscheidet sich am Donnerstag. Atubolu hat seine Bewerbung zumindest auf eine ziemlich ungewöhnliche Art und Weise weiter verschärft: Er hält die Elfmeter, die auf ihn zukommen.

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