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·20. September 2026

Sechs Jahre, acht Monate und drei Spiele ohne Tor: Paderborn beendet alles an einem Abend

Artikelbild:Sechs Jahre, acht Monate und drei Spiele ohne Tor: Paderborn beendet alles an einem Abend

Paderborn. Als in der Benteler-Arena zum ersten Mal in dieser Saison „Hermann Löns, die Heide brennt“ durch die Lautsprecher lief, hatte der SC Paderborn gerade drei Dinge auf einmal beendet: die Torflaute von drei Spielen, die Zeit in der Abstiegszone und eine Durststrecke von sechs Jahren und acht Monaten. Das 3:1 gegen die TSG Hoffenheim war der erste Bundesliga-Sieg der Ostwestfalen seit dem 2:1 beim SC Freiburg am 25. Januar 2020.

Drei Spiele, null Tore – und dann drei in 40 Minuten

Ralf Kettemann hatte trotz des 0:3 in Dortmund keine einzige Position verändert. Auch das Sturmduo Marvin Pieringer und Stefano Marino, in den ersten drei Spielen ohne Treffer, bekam eine weitere Chance. Es war die Entscheidung eines Trainers, der seiner Mannschaft mehr zutraute, als die Statistik hergab.


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Die erste halbe Stunde gehörte trotzdem den Gästen: 65 bis 70 Prozent Ballbesitz, aber kaum Abschlüsse. Die gefährlichste Aktion war ein abgefälschter Distanzschuss von Vladimír Coufal an den Pfosten (23.). Sechs Minuten später fiel das Tor auf der anderen Seite – und es fiel typisch für einen Klub, der lange auf eines gewartet hatte: Santiago Castanedas Schuss aus dem Strafraum wurde abgefälscht und trudelte an Oliver Baumann vorbei ins Netz. Kurz vor der Pause erhöhte Marino nach einem Zuspiel von Laurin Curda wuchtig aus dem Fünfmeterraum. 2:0 zur Pause, gegen einen Europapokal-Teilnehmer.

Kettemanns Doppelwechsel

Hoffenheim kam mit Wut aus der Kabine und belohnte sich sofort: Nach kluger Vorarbeit von Max Moerstedt schob Adam Daghim frei zum 1:2 ein (50.). Was folgte, war eine Viertelstunde Dauerdruck – und ein Lehrstück in Coaching von der Seitenlinie.

Kettemann hatte bereits zur Pause Steffen Tigges gebracht und wechselte nach dem Anschlusstreffer Jonah Sticker ein. In der 69. Minute behauptete Tigges einen langen Ball, kurz darauf flankte Sticker, und Tigges gewann das Kopfballduell gegen Albian Hajdari – der Ball wurde immer länger, Baumann kam nicht mehr hin. 3:1, mitten in der stärksten Phase des Gegners. Die Sportschau nannte es „ein Musterbeispiel, wie man auch von der Seitenlinie ein Spiel beeinflussen kann“.

Danach drängte Hoffenheim weiter, blieb aber in der dichten Paderborner Abwehr hängen. Ein Schlenzer von Bambasé Conté klatschte in der 83. Minute von der Lattenunterkante zurück ins Feld, in der 89. verfehlte derselbe Spieler aus kürzester Distanz das Tor.

Was das für Paderborn bedeutet

Vier Punkte aus vier Spielen, Tabellenplatz zwölf, raus aus der Abstiegszone – und drei Wochen Länderspielpause, in denen sich ein Aufsteiger erholen darf, statt zu grübeln. Für einen Klub, der sechs Jahre in der zweiten Liga verbracht hat und erst über die Relegation gegen Wolfsburg zurückgekommen ist, ist das die bestmögliche Zwischenbilanz.

Bemerkenswert ist die Verteilung: Der erste Saisontreffer kam von einem Mittelfeldspieler, der zweite von einem 23-jährigen Stürmer, der bis dahin nicht getroffen hatte, der dritte von einem Joker. Kettemann hat drei verschiedene Lösungen gefunden – an einem Abend, an dem vorher keine existierte.

Hoffenheim: der nächste Rückschlag

Für die TSG ist es die dritte Liganiederlage im vierten Spiel, Tabellenplatz 14, drei Tage nach dem 0:2 beim griechischen Außenseiter OFI Kreta zum Europa-League-Auftakt. Das Muster ist dasselbe: viel Ballbesitz, wenig Ertrag. Christian Ilzer stand laut kicker in der Nachspielzeit „bedient“ an der Seitenlinie und sagte nichts mehr.

Im Tor stand erneut Oliver Baumann, drei Tage nach seiner Abrechnung mit der WM-Degradierung durch Julian Nagelsmann und der Nichtnominierung durch Jürgen Klopp. Bei allen drei Gegentoren war er ohne Chance – beim ersten trudelte der Ball abgefälscht ins Tor, beim zweiten kam der Schuss aus fünf Metern, beim dritten war der Kopfball zu lang. Es war kein schlechtes Spiel von ihm. Es war nur das dritte in Folge, das mit einer Niederlage endete.

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