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·23. September 2026

Sechs Spiele, sechs Siege: Wie viel ist Herthas Rekordstart wert?

Artikelbild:Sechs Spiele, sechs Siege: Wie viel ist Herthas Rekordstart wert?

Großer Umbruch, kaum Erwartungen, Platz sieben in der Vorsaison – und nach sechs Spieltagen steht Hertha BSC bei 18 Punkten. Die Frage ist nicht mehr, ob diese Mannschaft oben mitspielt. Sie lautet, ob sie überhaupt noch einzuholen ist.

1. Spieltag


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Bochum 1:0

2. Spieltag

Heidenheim 4:1

3. Spieltag

Braunschweig 5:3

4. Spieltag

Magdeburg 2:1

5. Spieltag

Osnabrück 3:1

6. Spieltag

Dresden 2:1

Sechs Siege, 17:7 Tore, 18 Punkte – Hertha BSC in der 2. Bundesliga 2026/27

Die Zahlen hinter der Serie

17 Tore in sechs Spielen sind Ligabestwert, 113 Torschüsse ebenfalls. Hertha sucht den Abschluss, statt ihn zu verwalten. Josip Brekalo, Kapitän und Unterschiedsspieler dieses Starts, war an sieben Treffern direkt beteiligt, mit vier Toren und drei Vorlagen. Hinter ihm funktioniert, was Zweitligamannschaften selten gelingt: eine Bank, die Spiele entscheidet. Oluwaseun Adewumi traf vor Dresden dreimal in vier Jokereinsätzen, und beim 2:1 gegen Magdeburg schoss er kurz nach seiner Einwechslung das Siegtor.

Die Kehrseite steht ebenfalls in der Statistik. Sieben Gegentore in sechs Spielen zeigen, dass Stefan Leitls Mannschaft für ihr Angriffsspiel ein Risiko in Kauf nimmt. In Dresden lief Linksverteidiger Mads Pedersen hoch auf, verlor den Ball und fehlte in der Rückwärtsbewegung. Ausgerechnet der gebürtige Berliner Patrice Covic nutzte das zur frühen Führung.

Typisch Hertha? Nicht mehr

Das 2:1 in Dresden verrät mehr über diese Mannschaft als jedes 5:3. Die Gastgeber liefen hoch an, Hertha verlor viele Bälle, Leitl nannte das Gegentor hinterher folgerichtig. Nach der Pause schoss Neuzugang Gustaf Nilsson den Ball aus drei Metern über das leere Tor. In früheren Jahren wäre das der Moment gewesen, in dem Hertha ein Spiel verliert, das es gewinnen muss.

Diesmal kam die Antwort per Fernschuss. Jón Dagur Þorsteinsson traf zweimal aus rund 20 Metern, zum Ausgleich und in der 80. Minute zum Sieg. Eine Mannschaft, die schlechte Abende gewinnt, hat etwas verstanden. Mit Glück allein holt niemand sechs Siege in Serie, schon gar nicht auswärts in Bochum, Osnabrück und Dresden.

Nur zwei Vorgänger – beide stiegen auf

Historisch bewegt sich Hertha in dünner Luft. Nur zwei Mannschaften haben vor den Berlinern die ersten sechs Zweitligaspiele einer Saison gewonnen, beide noch zu Zeiten der Zwei-Punkte-Regel.

Unter der Drei-Punkte-Regel hatte noch nie ein Zweitligist nach sechs Spieltagen 18 Punkte. Die Serie ist also nicht nur gut, sondern in der Geschichte der Liga ohne Beispiel. Allerdings ist sie auch nur sechs Spiele alt.

Schon durch? Zwei ehrliche Antworten

Die rechnerische Antwort ist schnell gegeben. 28 Spieltage stehen noch aus, 84 Punkte sind zu vergeben, und der 1. FC Nürnberg liegt mit 16 Zählern nur zwei Punkte dahinter. Wer das schon als Vorentscheidung ausruft, hat die 2. Bundesliga der vergangenen Jahre nicht verfolgt. Dort wurden Herbstmeister im Frühjahr regelmäßig durchgereicht.

Die fußballerische Antwort fällt freundlicher aus. Diese Hertha hängt nicht an einem einzelnen Torjäger, sie kann Rückstände drehen und hat eine Bank, die wirkt. Leitl bremst die Euphorie bewusst und spricht lieber über Ballverluste als über Tabellenplätze. Das ist klug, denn die Liga wird sich auf Herthas offene Außenbahnen einstellen.

Nach der Länderspielpause wartet Greuther Fürth im Olympiastadion. Aufsteigen wird im Oktober niemand. Aber wer schon im September gelernt hat, schlechte Abende zu gewinnen, verliert einen Aufstieg nicht mehr so leicht wie früher.

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