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·29. März 2026
Servus, Karsten! Seine Liegestützen macht Wettberg jetzt im Himmel

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Wenn Karsten Wettberg und ich uns begegnet sind, dann war es immer ausgesprochen freundschaftlich. Das lag nicht nur daran, dass er das Herz am richtigen Fleck hatte, sondern auch daran, dass er ein erfolgloses Sechzig partout nicht haben wollte. Ab und zu klopfte er auf meinen Bauch und sagte: „Der ist jetzt aber viel größer als zu deiner aktiven Zeit.“ Wir lachten beide herzhaft. Und wenn Wettberg besonders gut drauf war, legte er sofort nach: „Willst du eine Wette mit mir machen, dass ich mehr Liegestütze schaffe als du?“ Darauf ging ich nie ein, denn das war Wettbergs Spezialdisziplin – selbst im hohen Alter. 100 Liegestützen ohne Unterbrechung waren für ihn kein Problem. Er achtete immer darauf, gesund zu bleiben: mit Radfahren und Morgensport. Wenn er bei der Traditionsmannschaft des TSV 1860 am Ball war, wollte er gar nicht mehr vom Feld. Und wenn er dann doch mal draußen saß, wurde er schnell ungehalten.

Jetzt ist Wettberg tot. Ein großer Löwen-Freund geht für immer. Er schlief am Sonntagnachmittag nach längerer Krankheit im Alter von 84 Jahren in seinem Wohnort Elsendorf ein. Als ich gestern mit dem Auto zum Toto-Pokal-Halbfinale nach Regensburg fuhr, sagte ich zu meinem Praktikanten, als auf der Autobahn das Ortsschild Elsendorf auftauchte: „Schau, das ist der Ort, an dem einer der größten Löwen-Trainer gewohnt hat – Karsten Wettberg.“
Mit ihm geht ein ganz Großer der Löwen-Szene – und der beste Amateurtrainer Deutschlands. Er holte unzählige Titel, insgesamt 52, und wiederbelebte vor allem einen Verein: den TSV 1860 München.Zunächst war er für die Löwen ein unerbittlicher Gegner – mit Landshut oder Unterhaching. Doch irgendwann wurde der frühere Postbeamte selbst Trainer an der Grünwalder Straße 114. Es entwickelte sich sofort eine Erfolgsgeschichte. 58 Spiele blieb Wettberg mit 1860 ungeschlagen. In dieser Zeit führte er den Traditionsverein 1991 auch zurück in den Profifußball und auf den Rathausbalkon am Marienplatz. Er stieg zum König von Giesing auf. Die Fans lagen Wettberg zu Füßen - auch weil er authentisch war ohne Ende. Als die Löwen 1991 im Grünwalder Stadion Borussia Neunkirchen mit 2:1 besiegten und aufstiegen, zogen ihn die Anhänger bis auf die Unterhose aus. Nackt gab Wettberg auch ein BR-Interview bei Edgar Endres - was der damaligen Präsidentin Liselotte Knecht missfiel. Deswegen krachte es sogar.
Wettberg war ein Macher, ein Menschenfänger, ein Erfolgsgarant – und einer, mit dem man sich stundenlang über Fußball und das Löwen-Dilemma unterhalten konnte. Bis ins hohe Alter sprach er davon, wie gerne er noch einmal bei 1860 als Chefscout gearbeitet hätte. Doch dieser Wunsch blieb unerfüllt.
Was für den 1860-Kosmos einschneidend ist: Jetzt gibt es keinen ehemaligen Löwen-Trainer mehr, der erzählen kann, wie man diesen Verein lenkt und führt. Denn Wettberg war – nach Max Merkel und Werner Lorant – der erfolgreichste Löwen-Dompteur.
Mach’s gut, Karsten! Du wirst im Herzen der Löwen-Familie definitiv weiterleben.









































