DFB-Frauen
·4. April 2026
SGS-Kapitänin Meißner: "Der Klassenverbleib steht über allem"

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Mit 287 Bundesligapartien für die SGS Essen ist Ex-Nationalspielerin Jacqueline Meißner Rekordspielerin des Klubs. Am Ostermontag (ab 15.30 Uhr, live bei Sky) tritt die SGS-Kapitänin mit ihrem Team im DFB-Pokalhalbfinale bei Titelverteidiger FC Bayern München an. Im DFB.de-Interview spricht die 32 Jahre alte Innenverteidigerin über die Außenseiterrolle und ihren größten Wunsch.
DFB.de Sie standen schon zweimal mit der SGS Essen im DFB-Pokalfinale. Welche Erinnerungen verknüpfen Sie mit diesen beiden Höhepunkten, Frau Meißner?
Jacqueline Meißner: 2014 war das erste Pokalendspiel in der Vereinsgeschichte, da war die Niederlage gegen Frankfurt aber schon nach der ersten Halbzeit klar. 2020 gegen den VfL Wolfsburg war - auch wegen der Corona-Pandemie - alles anders. Es durften keine Fans dabei sein, nach einem dramatischen Spiel waren wir erst im Elfmeterschießen unterlegen. Näher hätten wir nicht an den DFB-Pokalsieg herankommen können.
DFB.de Wie groß ist Ihr Wunsch, zum dritten Mal ein Endspiel im Kölner RheinEnergieStadion zu erleben?
Meißner: Es sind ohne Zweifel schöne Momente, in einem vollen Stadion zu spielen. Natürlich würden wir das alle gerne erleben. Dennoch gibt es keinen größeren Wunsch, als in der Liga zu bleiben.
DFB.de Die SGS Essen geht als klarer Außenseiter in das Halbfinale beim FC Bayern München. Ist dennoch eine Überraschung möglich?
Meißner: Im Pokal sind immer Sensationen möglich. Das hat man in den zurückliegenden Jahren immer wieder erleben dürfen.
DFB.de Wie könnte das gelingen?
Meißner: Uns ist schon klar, dass dafür bei uns alles stimmen und bei Bayern so ziemlich alles schieflaufen müsste.
DFB.de Mal ehrlich: Können Sie sich noch an den letzten Sieg der SGS gegen den FC Bayern im September 2012 erinnern?
Meißner: Um ganz ehrlich zu sein, kann ich mich nicht an das Spiel erinnern. Klar ist aber auf jeden Fall, dass zu diesem Zeitpunkt der FC Bayern bei weitem noch nicht die Mannschaft war, die sie heute sind.
DFB.de Sie wurden eingewechselt, waren gerade 18 Jahre jung. Hätten Sie sich damals vorstellen können, 14 Jahre später noch für die SGS in der Bundesliga zu spielen?
Meißner: Ich bin der SGS sehr dankbar, dass ich die Chance damals erhalten habe. Ich war eine Spielerin, die einfach nur Fußball spielen wollte, ohne je das Ziel verfolgt zu haben, wirklich erfolgreich zu sein. Ich bin grundsätzlich sehr heimatverbunden. Daher war es nie wahrscheinlich, den Pott zu verlassen.
DFB.de Inzwischen sind Sie schon seit einiger Zeit Rekordspielerin des Klubs. Was bedeutet Ihnen das?
Meißner: Es ist eine Ehre für mich, so viele Jahre für die SGS gespielt und so viele Spiele bestritten zu haben. Ich denke, dass ich die Rolle als Teamleaderin gut ausfüllen kann.
DFB.de Sportlich befindet sich die SGS in der Meisterschaft in einer schwierigen Situation, belegt vier Spieltage vor dem Saisonende einen Abstiegsplatz. Was sind die wesentlichen Gründe dafür?
Meißner: In dieser Saison ist viel passiert, was vielleicht hätte vermieden werden können. Dazu kam kein guter Saisonstart und viele Wechsel im Trainergespann. Defensiv standen wir nicht mehr so stabil wie sonst, haben viele Tore kassiert, aber auch zu wenige erzielt. Deshalb stehen wir da, wo wir stehen.
DFB.de Der Rückstand auf einen rettenden Rang beträgt drei Punkte. Wie bewerten Sie die Chancen, am Saisonende doch noch den Klassenverbleib zu sichern?
Meißner: Der Glaube ist weiterhin vorhanden. Wir müssen uns auf uns konzentrieren und aus den verbleibenden Spielen die nötigen Punkte mitnehmen, die wir dann für den Nichtabstieg benötigen.
DFB.de Sie haben solche Situationen schon häufig erlebt. Wie sehr helfen Ihnen diese Erfahrungen?
Meißner: Ich kann mich bewusst an eine Saison erinnern, in der es ebenfalls knapp war. Diesmal ist es aber schon noch ein Stück kritischer. Da sind eine Jule Debitzki und ich schon ein bisschen trainierter drin, aber viel müssen wir nicht einbringen. Alle sind sich der Lage bewusst und entsprechend fokussiert.
DFB.de Worauf wird es im Endspurt ganz besonders ankommen?
Meißner: Wir müssen weiterhin an unsere Leistungsgrenzen gehen und noch weit darüber hinaus.
DFB.de Beim Saisonfinale am 17. Mai gegen den SC Freiburg hofft der Verein auf ein ausverkauftes Stadion an der Hafenstraße. Haben Sie sich schon einmal ausgemalt, wie das werden könnte?
Meißner: Natürlich wäre es schön, wenn vor dem Spiel schon klar wäre, dass wir nicht absteigen und sicher in der Bundesliga bleiben. Dann könnte mit es mit allen zusammen feiern. Sollte der Klassenverbleib erst nach der Partie feststehen, wäre es für mich aber auch in Ordnung. (lacht)
DFB.de: Neben dem Fußball gehen Sie einer Arbeit nach und sind Mutter von Zwillingen. Wie bekommen Sie das alles unter einen Hut?
Meißner: Es kommt auf eine gute Organisation an. Allerdings ist natürlich die Zeit mit meinen Jungs immer zu kurz. Nebenbei arbeite ich noch im Familienunternehmen in Dortmund.
DFB.de Wie lange wollen Sie noch spielen?
Meißner: Ein paar Jahre sind, denke ich, noch drin. Solange der Körper das mitmacht, wäre ich gerne weiterhin am Ball.
DFB.de Wenn Sie die Wahl hätten: Klassenverbleib oder Pokalfinale?
Meißner: Ganz klar: Der Klassenverbleib steht über allem!
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