Treffpunkt Betze
·30. Oktober 2025
Sieg ist Sieg

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Sieg ist Sieg. Ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss. Und auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn. Es gibt viele Phrasen und Redewendungen, die zum Spiel der Roten Teufel gegen die Spielvereinigung Greuther Fürth passen würden. Ich zitiere ja gerne den Literaturkritiker Karl-Heinz Bohrer, der einst über Günter Netzer schrieb, seine Pässe atmeten den Geist der Utopie. Bei dieser Zweitrundenpartie im DFB-Pokal war es schwierig, nicht zu „ersticken”, denn selten haben so wenige Pässe irgendetwas „geatmet”. Aber hey: Sieg ist Sieg.
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Nach dem mehr als ernüchternden 1:1 gegen Nürnberg, bei dem die personell extrem angeschlagene Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern ganze 28 Flanken auf einen nicht vorhandenen Sturm schoss, ging es im Sportpark Ronhof gegen die Spielvereinigung aus Fürth genauso weiter. In den ersten zehn Minuten des Spiels wurden die Kleeblätter am eigenen Sechszehner niedergetrampelt. Allerdings nur in Zweikämpfen, bei Ballgewinnen und eben bei Flanken. Allerdings nicht in Toren. Denn Faride Alidou flog ein Ball nach dem anderen um die Ohren, aber keiner davon landete im Netz.
Alidou hat sich in den letzten Wochen immer mehr gesteigert und sich den Platz als Vertretung des verletzten Ivan Prtajin in der Rotation der englischen Woche mehr als verdient. Doch wie so oft in dieser Saison schafft er es nicht, zu glänzen – und das liegt schlichtweg an der Position, auf der er eingesetzt wird. Ja, mit 1,86 m ist er ein großer Spieler. Er ist sogar größer als Ragnar Ache. Trotzdem ist er weder ein Wandspieler noch eine Macht in der Luft. So wirkte Alidou in der ersten Halbzeit gegen die Kleeblätter besonders glücklos.
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Die Ironie dabei ist natürlich, dass das einzige Tor im Spiel durch eine Flanke eingeleitet wurde. Ballverlust durch den übermotivierten Silas Prüfrock, der in seinem ersten Profi-Spiel leider keine gute Figur machte. Ballgewinn durch einen fantastischen Marlon Ritter. In der Zusammenfassung des Spiels ist zu sehen, wie sich Ritter kurz nach dem Wegspitzeln des Balles umdreht, um das vordere Drittel des Spielfeldes zu scannen. Das ist insofern besonders, weil er dadurch blind zum Ball läuft und dann die perfekte Flanke in den Sechzehner schlägt. Mit „perfekt” ist die Schulter eines Fürther Innenverteidigers gemeint, die den Ball so perfekt zu Naatan Skytta befördert, dass Arnd Zeigler beim „Kacktor des Monats” seine wahre Freude haben dürfte.
Danach war beim 1. FC Kaiserslautern Verteidigen angesagt. Die Fürther sollten nur machen. Denn Torsten Lieberknecht wusste, dass Fürth in den letzten Spielen nicht nur offensiv schwach, sondern auch in der Abwehr noch schwächer war. Das Torverhältnis von 1:10 in den letzten beiden Spielen gab Lieberknechts Taktik recht. So spielten die Fürther besonders in der zweiten Hälfte den Ball lange um den Sechzehner, doch Simon Simoni musste keine nennenswert großen Rettungstaten vollbringen. Immerhin nahmen die ins Leere laufenden Flanken des FCK in der zweiten Halbzeit rabiat ab, weshalb am Ende „nur” zwölf Flanken in den Sechzehner geflogen kamen und nicht 28 wie im Spiel gegen Nürnberg.
Was bleibt ist ein Pflichtsieg, schmucklos wie die Pfalz selbst, mit viel Kampf und wenig Passgenauigkeit. Kein Spiel, bei dem man mit der Zunge schnalzt. Eher eines, bei dem man sich die Augen zuhält, weil es, sollte man doch mal hinschauen, wenig Schönes zu sehen gibt.
Doch Sieg ist Sieg, und die Roten Teufel sind eine Runde weiter. Die Weste von Simoni blieb weiß und vielleicht ist Ivan Prtajin bis zum Wochenende wieder fit. Meckern muss trotzdem erlaubt sein, auch wenn man sich über den Sieg freut. Solange in Düsseldorf keine Geisterpässe irgendwelche Utopien atmen, bleibt dem geneigten FCK-Fan auch die Luft nicht weg.









































