DFB
·20. September 2026
Späte Wende: Union bejubelt 3:2 gegen Leipzig

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·20. September 2026

Im fünften Anlauf hat es geklappt. Beim 3:2 (1:0) gegen RB Leipzig sicherte sich der 1. FC Union Berlin nicht nur die ersten drei Punkte in dieser Saison in der Google Pixel Frauen-Bundesliga, sondern landete am 5. Spieltag auch den ersten Sieg unter der Regie von Trainerin Marie-Louise Eta. Dabei lagen die Berlinerinnen bis zur 74. Minute 1:2 zurück.
Vor 5504 Zuschauer*innen im Stadion An der Alten Försterei gelang Lia Kamber (2.) der frühe Führungstreffer für die "Eisernen". In der zweiten Halbzeit sorgten Alieke Tuin (53.) und U 23-Nationalspielerin Delice Boboy (71.) für die zwischenzeitliche Wende und ließen die Gäste auf den zweiten Saisonsieg hoffen. In der Schlussphase ließen aber Samantha Steuerwald (84.) und Eileen Campbell (89.) doch noch den 1. FC Union jubeln.
"Ich bin sehr stolz auf das Team, wir haben auch nach dem Rückstand weiter an uns geglaubt", sagte Union Berlins Torschützin Samantha Steuerwald im Interview. "Wir haben in der ersten Halbzeit gut gespielt, wollten eigentlich genauso weitermachen. Das ist uns aber nicht gelungen. Alle Spielerinnen haben dann aber ihr Herz auf dem Platz gelassen."
Matchwinnerin Eileen Campbell erklärte: "Wir haben uns diesen Sieg hart erkämpft und erarbeitet. Diese drei Punkte nehmen wir gerne mit. Wir haben bewiesen, dass wir mental stark sind."
Union-Trainerin Marie-Louise Eta betonte: "Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir das Spiel gewonnen haben. Wir sind in der ersten Halbzeit gut reingekommen, hatten viele Chancen und haben wenig zugelassen. Anschließend haben wir es verpasst, das zweite Tor zu erzielen, und hatten eine passive Phase, in der Leipzig das Spiel gedreht hat. Danach haben wir alles investiert und haben daran geglaubt, dass Spiel noch zu drehen. Das dritte Tor hat sich dann sehr schön angefühlt. Ich bin froh, dass wir uns belohnen konnten."
Leipzigs Torhüterin Elvira Herzog meinte: "Wir sind nach dem 0:1-Rückstand gut aus der Kabine gekommen und haben das Spiel verdient gedreht. Danach hat aber auch Union gut reagiert und wurde noch zusätzlich von der Kulisse gepusht."
Der 1. FC Union Berlin begann im Vergleich zum 0:3 beim 1. FC Köln mit drei Veränderungen in der Startaufstellung. Judith Steinert wurde auf der linken Abwehrseite durch Judit Pujols ersetzt, die zugleich ihr Startelfdebüt für Union gab. Kapitänin Lisa Heiseler spielt anstelle von Sophie Weidauer. Weil Lisanne Gräwe nicht einsatzfähig war, kehrte Tomke Schneider ins Team zurück. Auf die Dienste von Anna Aehling, Cara Bösl, Hannah Eurlings, Mariann Noack und Tanja Pawollek sowie die ehemalige Leipzigerin Korina Janež (2022 bis 2024) mussten die Berlinerinnen verletzungsbedingt verzichten.
Jonas Stephan, Trainer bei RB Leipzig, veränderte sein Team gegenüber dem 2:1-Heimsieg gegen den 1. FC Nürnberg auf zwei Positionen. Lou-Ann Joly fehlte aufgrund von muskulären Beschwerden im Kader. Außerdem blieb Zenia Mertens zunächst draußen. Dafür spielten Nikoline Dudek und Anna Simonsson von Beginn an.
Die Berlinerinnen suchten direkt den Weg nach vorne. Bereits nach wenigen Sekunden musste Leipzigs Torhüterin Elvira Herzog bei einem Kopfball von Lina Hausicke zupacken. Wenige Augenblicke später nutzte der 1. FC Union die gute Anfangsphase aber zur Führung. Die Gastgeberinnen setzten die Leipzigerinnen schon früh unter Druck und erzwangen so den Ballgewinn im gegnerischen Strafraum. Eileen Campbell scheiterte noch an Elvira Herzog, Lia Kamber verwertete den Abpraller aber zum 1:0 (2.).
Auch die Leipzigerinnen kamen früh in vielversprechender Position vor das Tor. Der Versuch von Delice Boboy von der Strafraumgrenze aus wurde aber geblockt. Spielbestimmend blieb in dieser Phase aber dennoch der 1. FC Union Berlin. So musste Elvira Herzog eine Hereingabe von Jill Janssens abfangen. Nach einer Ecke köpfte Amber Tysiak über das Tor. Auch der Versuch von Eileen Campbell nach einer Freistoßflanke von Lisa Heiseler ging vorbei. Vor allem über die Flügel blieben die Berlinerinnen stets gefährlich. Nach einer Hereingabe von Naika Reissner versuchte es Lisa Heiseler mit einem Volleyschuss, der nur knapp das Tor verfehlte.
Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit konnte sich RB Leipzig besser vom Druck der Gastgeberinnen befreien. Bis auf einige Ecken kamen die Leipzigerinnen aber zunächst nicht in die gefährliche Zone. Den letzten nennenswerten Abschluss vor der Halbzeitpause verzeichnete aber RB. Nach einer nicht endgültig geklärten Freistoßflanke kam Charlotte Hulst an den Ball. Ihr Schuss ging aber am Tor vorbei.
Nach der Pause hatte Lia Kamber zunächst Pech mit einem Lattentreffer. Kurz darauf hatte dann Leipzigs Mittelfeldspielerin Emilia Asgeirsdottir im Anschluss an einen Eckball von Alieke Tuin die erste große Chance zum Ausgleich, schoss aber knapp vorbei. Kurz darauf musste Union-Torhüterin Nadine Böhi erstmals hinter sich greifen, als ein Schuss von Alieke Tuin von Jill Janssens noch leicht abgefälscht wurde und sich deshalb unhaltbar zum 1:1 (53.) ins Netz senkte.
Die Gastgeberinnen wollten direkt antworten, liefen dann aber in einen Konter. RB-Stürmerin Delice Boboy kam nach einem Ballverlust des 1. FC Union noch in der eigenen Hälfte an die Kugel, lief dann ihren Gegenspielerinnen unwiderstehlich davon und überwand auch Nadine Böhi mit einem eiskalten Abschluss zum 1:2 (71.).
Mit dem Mut der Verzweiflung rannten die Berlinerinnen weiter an - und wurden in der Schlussphase mit der erneuten Wende belohnt. Zunächst konnte die RB-Abwehr eine Flanke von Jill Janssens nicht weit genug aus der Gefahrenzone befördern, so dass Samantha Steuerwald sich ein Herz fasste und mit einer sehenswerten Direktabnahme aus etwa 25 Metern zum 2:2 (84.) traf. Damit gab sich Union aber nicht zufrieden. Der insgesamt 13. Eckball brachte schließlich die Entscheidung. Die eingewechselte Sophie Weidauer brachte den Ball nach innen, Eileen Campbell gewann das Kopfballduell und vom Innenpfosten sprang der Ball zum umjubelten 3:2 (89.) in die Maschen.















