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Till Richter·31. Oktober 2025
🧐 "Spielen nicht, um Zweiter zu werden!" Underdog-Kapitän im Interview

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Till Richter·31. Oktober 2025

„Wir spielen nicht, um Zweiter zu werden!”
Fabian Schulz ist Kapitän der Berlin Underdogs – und traut sich das auszusprechen, was sich alle Teams vorgenommen haben. Letztes Jahr scheiterten die Berliner knapp im Halbfinale, jetzt soll der nächste Anlauf gelingen.
Trotz einiger Abgänge steht wieder eine Einheit auf dem Platz. Schlüsselspieler und auch Trainer haben gewechselt, doch das Teamgefüge bleibt stark. Im exklusiven Interview spricht Schulz über den neuen Kader, den fehlenden Spielertyp und die Ziele der Underdogs.
Schulz hat fast 30 Spiele für die Futsal-Nationalmannschaft absolviert. Durch die Parallelen zwischen Futsal und Kleinfeldfußball sieht er einen klaren Vorteil:
„Ich weiß genau, welche Räume ich zulaufen und welche Wege ich gehen muss. Dadurch kann ich mich viel schneller an das Spiel anpassen.”
Kein Zufall, dass viele Topteams der Icon League auf Futsal-Spieler setzen – Berlin City hat aktuell gleich fünf im Kader. Dorthin wechselten auch der ehemalige Underdogs-Schlussmann Antonio Brandt und Trainer Garrit Golombeck.
Brandt war in der vergangenen Saison der Spieler mit den meisten Vorlagen und einer der besten der gesamten Liga. Ein schwerer Verlust. Doch Schulz ist überzeugt: „Wir haben einen gleichwertigen Ersatz gefunden. Ich hätte nicht gedacht, dass das möglich ist, weil Brandt für mich der beste Keeper der Icon League war.”
Der neue Mann heißt Haydar Bayram und Schulz geht noch weiter: „In einigen Situationen ist er sogar besser.”
An der Seitenlinie steht jetzt Majid Cirousse. Ein Motivationskünstler, der das bestehende System beibehält. „Jeder Spieler bekommt Freiheiten und darf Fehler machen”, erklärt Schulz. Taktische Feinheiten werden gemeinsam mit dem Team ausgearbeitet. Als Einheit versuchen die Underdogs ihre Stärken bestmöglich einzusetzen.
Was noch fehlt, ist ein Unterschiedsspieler. Ein Dribbler, der Spiele allein entscheiden kann. Mit Emanuele Giardini verlor Berlin genau so einen an die Fokus Eagles. Ilja Cutura bringt diese Qualität mit, fällt aber aktuell verletzt aus.
Was die Underdogs auszeichnet, ist ihre außergewöhnliche Teamchemie. Jeder kämpft für den anderen, jeder gibt alles. Diese Geschlossenheit war schon in der vergangenen Saison ihre größte Stärke.
Diese Geschlossenheit zeigt sich besonders in der defensiven Arbeit. „Wir haben eine der besten Abwehrreihen der Liga”, sagt Schulz. Aus der stabilen Ordnung heraus kontern sie eiskalt – zuletzt mit Erfolg.
Auch die mentale Reaktion nach Rückschlägen stimmt. „Nach einem Gegentor zeigen wir oft eine starke Antwort”, betont Schulz. Das Team bleibe ruhig, Fehler seien erlaubt, ohne dass schlechte Stimmung entstehe.
Verbesserungsbedarf sieht der 30-Jährige im Spiel mit Ball: mehr Ruhe in hektischen Phasen, mehr Spielwitz. Daran will das Team arbeiten.
Das Ziel ist klar: die Top 4. Damit wäre der Einzug ins Halbfinale nur ein Sieg entfernt. Denn das neue Finalformat macht es für die Plätze fünf bis acht komplizierter. Falls ihr das neue Finalformat noch nicht ganz versteht – hier findet ihr es verständlich erklärt.
Aktuell liegen die Berliner auf Rang sechs. Nur drei Punkte trennen sie von Platz zwei. Diese Lücke soll geschlossen werden.
Schulz bringt es auf den Punkt: „Wir spielen nicht, um Zweiter zu werden!”
Er lacht – und fügt hinzu: „Ich will den Ring.” Gemeint ist der Championship-Ring für den Titelträger.
Ein Satz, der alles sagt. Denn jeder, der selbst einmal gespielt hat, weiß: Niemand geht auf den Platz, um nur dabei zu sein. Die Underdogs wollen gewinnen. Und sie haben alle Chancen, ihrem Namen gerecht zu werden.









































