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·25. Juni 2026
Stimmen zum Deutschlandspiel: 1:2 gegen Ecuador „Harakiri“ und „zu viel Freestyle“

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·25. Juni 2026

Nach dem 1:2 gegen Ecuador war bei der deutschen Nationalmannschaft reichlich Gesprächsstoff angesagt. Bundestrainer Julian Nagelsmann kritisierte vor allem die wilde Staffelung nach dem frühen Treffer, während Joshua Kimmich die vielen Ballverluste ansprach und Deniz Undav mehr Gegenwehr forderte. Auch die Experten Bastian Schweinsteiger und Jürgen Klopp sahen deutliche Defizite im Spiel der DFB-Elf.

Bundestrainer Julian Nagelsmann spricht nach dem Spiel mit Schiedsrichterin Tori Penso und den weiteren Offiziellen. Das WM-Gruppenspiel der Gruppe E zwischen Ecuador und Deutschland fand am 25. Juni 2026 im New York New Jersey Stadium in East Rutherford statt. Alexander Hassenstein / Getty Images
Ecuador – DeutschlandE
Do 25.06. · 22:00 Uhr · ARD
Julian Nagelsmann: Wir hatten einen super Start. Wir müssen das mit viel mehr Überzeugung zuende spielen und haben dann angefangen, ein bisschen Harakiri zu spielen. Wir bekommen das 1:1 in der Umschaltsituation, da hängen wir dann zu tief hinten drin. In der zweiten Halbzeit haben wir viel gewechselt, aber auch bewusst, weil wir müde Beine hatten. Wir vertrauen jedem Spieler im Kader. Bei Ecuador ging es um alles, das hat man gemerkt, sie standen auf dem Gaspedal.
Joshua Kimmich: Wir sind gut ins Spiel gekommen, haben dann zu viele Ballverluste. Wir laden den Gegner ein und machen ihn stark. In der zweiten Halbzeit war es dann eine verdiente Niederlage. Wir wollten unbedingt gewinnen. Wir dürfen nicht in jedem Spiel ein, zwei Gegentore bekommen und müssen die Ballverluste minimeren.
Deniz Undav: Ich hatte das Gefühl, sie wollten das mehr als wir. Sie waren griffiger, mussten auch alles reinschmeißen. Sie hatten viele Balleroberungen, wir sind nicht in unsere Abläufe gekommen. Die Ecuadorianer haben immer durchgezogen, alles reingeworfen: Das war ein bisschen die Geschichte des Spiels. Wir müssen uns da mehr wehren, daraus müssen wir lernen.
Jamal Musiala: Sie haben mehr den Hunger gehabt, die Intensität und Aggressivität war bei ihnen hoch. Daraus können wir jetzt lernen, um uns für die wichtige Phase vorzubereiten, die jetzt kommt. So ein Spiel ist wichtig für uns alle. Wir dürfen jetzt auch nicht den Platz als Ausrede nehmen.
Julian Nagelsmann sprach nach dem 1:2 (1:1) im letzten WM-Gruppenspiel gegen Ecuador bei MagentaTV offen über den Knackpunkt der Partie. „Wir hatten einen super Start. Leider haben wir direkt nach dem Tor angefangen, Harakiri bei der Positionierung zu machen. Dann wird es schwer“, sagte der Bundestrainer. Ecuador habe um alles gespielt, das sei deutlich zu sehen gewesen. „Sie standen auf dem Gaspedal.“
Gleichzeitig wollte Nagelsmann der Mannschaft keinen fehlenden Einsatz unterstellen. „Ich kann aber auch von keinem meiner Spieler sagen, dass er nicht Gas gegeben hat. Das ist mir zu plakativ“, erklärte er. Entscheidend sei vielmehr, dass die Nationalelf nach Ballgewinnen und Umschaltsituationen mehr herausholen müsse. Für das Sechzehntelfinale gegen einen Gruppendritten am Montag um 22.30 Uhr im ZDF und bei MagentaTV verlangte er deshalb mehr Stabilität: „Wir müssen souveräner spielen nach Führung, nicht so viel Positionen wechseln. Es war ein bisschen zu viel Freestyle nach der Führung.“
Der Bundestrainer ergänzte, dass ein kollektives Auffangen kaum möglich sei, wenn am Ende keiner mehr genau wisse, wo er zu stehen habe und die Ballverlustrate von null auf zehn ansteige. „Wir müssen uns ein bisschen mehr Ruhe geben, weniger in jeder Aktion ein Tor schießen wollen“, sagte Nagelsmann.

Bundestrainer Julian Nagelsmann auf der Bank vor dem WM-Gruppenspiel der Gruppe E zwischen Ecuador und Deutschland. Die Partie fand am 25. Juni 2026 im New York New Jersey Stadium in East Rutherford statt. Justin Setterfield / Getty Images
Auch Joshua Kimmich fand nach der Niederlage deutliche Worte. Der Nationalspieler stellte vor allem die Fehler im Aufbau heraus. „Wir laden den Gegner mit Ballverlusten immer wieder ein, machen ihn dadurch stark“, sagte Kimmich. Nach einer besseren ersten Hälfte sei das Resultat in Durchgang zwei verdient gewesen. Dennoch wollte er die Lage nicht dramatisieren. „Zum Glück ist noch nichts passiert. Aber wir dürfen uns keine Niederlage mehr erlauben, das ist klar. Wir dürfen nicht jedes Spiel ein, zwei Gegentore bekommen. Wir müssen die Ballverlust-Quote minimieren, dann können wir jeden schlagen.“
Deniz Undav, der nach seiner Einwechslung diesmal kaum Wirkung entfaltete, empfand Ecuador im direkten Vergleich als bissiger. „Ich hatte das Gefühl, dass sie es mehr wollten als wir. Ecuador war griffiger, ekliger“, sagte der Joker. Die Mannschaft müsse daraus lernen, auch mehr in die Zweikämpfe zu investieren. „Die haben in jeder Aktion 100 Prozent gegeben, waren in jedem Zweikampf drin. Wir waren auch nicht so zielstrebig wie in den ersten beiden Spielen. Da müssen wir uns mehr wehren. Aber es ist nicht die Welt untergegangen“, erklärte Undav. Mit Blick auf das nächste Spiel blieb er dennoch zuversichtlich. „Am Montag geht’s weiter, wir alle in der Kabine hatten schon viele Niederlagen, wir müssen Video schauen und die Schlüsse draus ziehen. Es ist nicht die Welt untergegangen, es ist nicht so schlimm. Wenn wir am Montag gewinnen, ist alles wieder gut.“
Auch aus Expertensicht blieb das Aufeinandertreffen hinter den Erwartungen zurück. Bastian Schweinsteiger, ARD-Experte, sagte: „Ich hätte mir mehr erwartet von der Nationalmannschaft. Mit dem Ball erwarte ich mehr Klarheit, mehr Dominanz.“ Deutschland sei weder Weltspitze noch schlecht, sondern irgendwo dazwischen. Gerade gegen körperlich robuste Teams mit guter Zweikampfführung, sauberer Arbeit gegen den Ball und stabiler Defensive tue sich die Auswahl aber schwer. „Wenn du körperlich unterlegen bist, musst du klarer spielen. Da haben wir deutlich Luft nach oben“, so Schweinsteiger.
Jürgen Klopp, als MagentaTV-Experte im Einsatz, ordnete die Partie ebenfalls ein. „Es war offensichtlich, dass es für eine Mannschaft um alles ging – und die andere den Rhythmus finden wollte“, sagte der frühere Liverpool-Coach.







































