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·8. Februar 2026

Super League: Barcelonas Ausstieg beendet ein Projekt, das an Arroganz scheiterte

Artikelbild:Super League: Barcelonas Ausstieg beendet ein Projekt, das an Arroganz scheiterte

Nach dem Rückzug des FC Barcelona steht Real Madrid mit der Super League weitgehend allein da. Das 2021 gestartete Projekt verliert damit seine letzte Glaubwürdigkeit in Spanien.

Der FC Barcelona verabschiedet sich aus der Super League. Das ist keine Überraschung, sondern die logische Konsequenz einer Idee, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt war. Was bleibt, ist ein Lehrstück darüber, wie weit sich Klubführungen von der Realität entfernen können.


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Joan Laporta hatte noch im Oktober versucht, das Projekt neu anzustoßen. Der Barca-Präsident sprach von Frieden und einem Weg zurück zur UEFA. Das klang nach Diplomatie, war aber vor allem ein Eingeständnis der Schwäche. Die UEFA hatte dem neuen Wettbewerb keine Genehmigung erteilt, die Fans protestierten, die öffentliche Meinung war vernichtend. Laporta versuchte zu retten, was nicht mehr zu retten war.

Die Chronologie des Scheiterns ist dabei aufschlussreich. Mehrere Topvereine aus der Premier League wie Chelsea und Manchester United waren längst ausgestiegen. Atlético Madrid und drei italienische Klubs hatten sich ebenfalls verabschiedet. Barcelona hielt länger durch als die meisten anderen Gründungsmitglieder, aber auch das war am Ende nur Sturheit, keine Strategie.

Das unter dem Vorsitz von Real Madrids Präsident Florentino Pérez stehende Unternehmen hatte das Projekt 2024 reformiert und als Unify League neu vermarktet. Die Idee: bessere Vereinbarkeit mit bestehenden Wettbewerben, Qualifikation über nationale Ligen statt garantierter Teilnahme für ausgewählte Klubs. Es war der Versuch, den ursprünglichen Geburtsfehler zu korrigieren. Doch das Vertrauen war längst zerstört.

Barcelona war einer von ursprünglich zwölf Vereinen, die 2021 die Gründung angestoßen hatten. Damals glaubten die Initiatoren, sie könnten den europäischen Fußball nach ihren Vorstellungen umgestalten. Sie unterschätzten den Widerstand der Verbände, der Politik und vor allem der eigenen Anhänger. Die Super League wurde zum Symbol für die Arroganz einer Fußballelite, die sich für unantastbar hielt.

Der Ausstieg Barcelonas ist nun das vorläufige Ende eines gescheiterten Experiments. Real Madrid steht weitgehend allein da. Pérez mag weiter an seiner Vision festhalten, aber ohne Barcelona fehlt dem Projekt jede Glaubwürdigkeit im spanischen Fußball.

Für den FC Barcelona bedeutet der Rückzug eine Rückkehr zur Normalität. Der Klub hat genug eigene Probleme, von der finanziellen Schieflage bis zu den sportlichen Herausforderungen. Die Super League war eine Ablenkung, die Ressourcen und Reputation kostete. Jetzt kann sich die Klubführung wieder auf das konzentrieren, was zählt: den Fußball auf dem Platz.

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