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·22. September 2026
Tebas weist Real Madrids Schiedsrichter-Kampagne zurück

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La-Liga-Präsident Javier Tebas hat Real Madrids öffentliche Kritik an den Schiedsrichtern nach dem umstrittenen Madrid-Derby zurückgewiesen.
Das Spiel zwischen Atlético Madrid und Real Madrid endete am Sonntag mit einem 2:1 für Atlético. Trainer José Mourinho kritisierte anschließend mehrere Schiedsrichterentscheidungen und präsentierte bei der Pressekonferenz ausgedruckte Bilder zweier Szenen, die seiner Ansicht nach mit Platzverweisen gegen Atlético hätten geahndet werden müssen.
Tebas zeigte Verständnis dafür, dass Real Madrid mit einzelnen Entscheidungen unzufrieden sei, kritisierte jedoch die Form der öffentlichen Auseinandersetzung. „Ich verstehe die Beschwerden, aber nicht die Formen“, sagte der La-Liga-Präsident. Besonders kritisierte er die Rolle von Real Madrid TV, das wiederholt Schiedsrichterentscheidungen öffentlich analysiert und kritisiert. LaLiga habe das Vorgehen des Klubsenders bereits zuvor beanstandet und wolle diesen Kurs nach den jüngsten Ereignissen fortsetzen.
Auch Atlético Madrid schaltete sich in die Debatte ein. Der Klub veröffentlichte nach Mourinhos Äußerungen einen Beitrag mit der Botschaft „Stop acoso arbitral ya“ – sinngemäß: „Schluss mit der Belästigung der Schiedsrichter, jetzt“. Tebas wurde ebenfalls auf den Beitrag angesprochen und nutzte die Gelegenheit, seine grundsätzliche Kritik an der öffentlichen Auseinandersetzung mit den Unparteiischen zu bekräftigen.
Mourinho hatte nach der 1:2-Niederlage insbesondere zwei Situationen aus der ersten Halbzeit hervorgehoben. Sowohl die Aktion von Cuti Romero gegen Jude Bellingham als auch das Einsteigen von Kang-in Lee gegen Federico Valverde hielt der Real-Trainer für rotwürdig.
Tebas nahm zu mehreren der umstrittenen Entscheidungen Stellung. Bei der Roten Karte gegen Dean Huijsen vertrat er die Auffassung, dass die Entscheidung korrekt gewesen sei. Huijsen hatte in der 50. Minute Giuliano Simeone im Strafraum gefoult. Nach einer VAR-Überprüfung änderte Ortiz Arias seine ursprüngliche Gelbe Karte in einen Platzverweis.
Beim Zweikampf zwischen Cuti Romero und Jude Bellingham sah Tebas dagegen keinen Grund für einen Platzverweis. Seiner Einschätzung nach habe Romero zunächst den Ball gespielt. Die veröffentlichten VAR-Audios zeigen allerdings, dass der VAR in dieser Szene vor allem wegen einer Verwechslung der beteiligten Spieler eingriff: Bellingham war zunächst fälschlicherweise verwarnt worden. Die Gelbe Karte wurde anschließend aufgehoben und Romero verwarnt.
Beim Einsteigen von Kang-in Lee gegen Federico Valverde hielt Tebas eine Rote Karte für vertretbar, zeigte aber Verständnis dafür, dass Ortiz Arias angesichts der Schnelligkeit der Szene nicht eingriff. Valverde erlitt bei der Aktion ein schweres Trauma am linken Knöchel.
Inzwischen liegen auch Berichte über die interne Einschätzung des spanischen Schiedsrichterkomitees (CTA) vor. Demnach hätte Kang-in Lee für sein Einsteigen gegen Valverde die Rote Karte sehen müssen. Die Szene von Romero gegen Bellingham wurde dagegen als deutlich schwerer zu beurteilen eingestuft. Beim Platzverweis gegen Huijsen soll das CTA zudem die Ansicht vertreten haben, dass bereits die ursprüngliche Entscheidung hätte Rot sein müssen.
Damit unterscheiden sich die Einschätzungen von Tebas und des Schiedsrichterkomitees zumindest in Teilen. Tebas wollte sich darüber hinaus nicht selbst zum entscheidenden Faktor des Derbys erklären und verwies auf die unmittelbar am Spiel beteiligten Personen.
Die Auseinandersetzung geht damit über die drei strittigen Spielszenen hinaus. Real Madrid kritisierte die Schiedsrichterleistung öffentlich, Mourinho griff die Entscheidungen nach dem Spiel erneut auf, während Atlético und Tebas das Vorgehen gegen die Unparteiischen kritisierten. Real Madrid selbst bezeichnete die Schiedsrichterleistung in seinem offiziellen Spielbericht als entscheidenden Faktor für die Niederlage.
Eine unabhängige Bewertung aller strittigen Szenen durch Tebas ist damit allerdings nicht verbunden: Seine Aussagen geben seine persönliche Einschätzung wieder, während die veröffentlichten VAR-Audios und die berichtete CTA-Einschätzung zusätzliche Perspektiven auf die einzelnen Entscheidungen liefern.















