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·21. August 2026
Titelkandidat ManUnited und verzweifelter Alonso? Hot Takes zum Start der Premier League

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·21. August 2026

Heute Abend eröffnen Meister Arsenal und Aufsteiger Coventry City die neue Saison in der Premier League. Höchste Zeit für ein paar steile Thesen.
In jeder Spielzeit gibt es sowohl positive als auch negative Überraschungen. Im letzten Jahr sorgten etwa mit Bournemouth, Sunderland und Brighton and Hove Albion drei vermeintlich kleinere Klubs für Furore und qualifizierten sich für die internationalen Wettbewerbe. Auch Brentford mischte lange oben mit, während Chelsea und Newcastle enttäuschten.
Am anderen Ende der Tabelle waren trotz gutem Saisonstart plötzlich die ambitionierten Spurs zu finden, die sich als amtierender Europa-League-Sieger beinahe in Richtung Championship verabschiedet hätten. Erst unter Roberto de Zerbi, dem dritten Trainer der Spielzeit, gelang der Turnaround und am letzten Spieltag die ersehnte Rettung.
Auch in der neuen Saison wird die Premier League wieder die ein oder andere Überraschung bereit halten. Welche das sein könnten? Verraten wir in unseren Hot Takes!
Zugegeben, so „hot“ ist der erste Part dieser These gar nicht. Die Gunners haben den Ballast der langen Titellosigkeit nach 22 Jahren abgelegt und gehen im Gegensatz zu Manchester City, Liverpool und Chelsea mit einer eingespielten Mannschaft und dem selben Trainer in die neue Saison. Auch in der Breite ist der Kader inzwischen stark besetzt, holt Arsenal noch den gesuchten neuen Außenstürmer und einen weiteren Angreifer ins Boot, dürften die Nordlondoner das Maß aller Dinge sein. Das 3:0 im Community Shield gegen die Skyblues sollte der Konkurrenz als Warnung dienen.

Foto: IMAGO
Ärgster Verfolger könnte derweil ein Verein werden, der mit dem Titelkampf schon lange nichts mehr zu tun hatte. Michael Carrick hat Manchester United als Interimstrainer wieder in die Spur und die Champions League geführt. Inzwischen ist der Ex-Profi fest als Coach eingeplant und soll die angestoßene Entwicklung vorantreiben.
Schon in der Rückrunde hat die Mannschaft gezeigt, was in ihr steckt und trotz klaren Schwachstellen in Defensive und Mittelfeld auch Arsenal und ManCity besiegt. Mit Andrey Santos und Youri Tielemans wurde die Zentrale clever verstärkt, stabilisiert Carrick auch die Hintermannschaft, kann Manchester United die Generationenwechsel bei ManCity, Chelsea und Liverpool ausnutzen. Die Red Devils werden Vizemeister und können Arsenal überraschend lange ärgern.
An die Tabellenspitze möchte auch der FC Chelsea zurück. Seit der Übernahme durch das BlueCo-Konsortium um Todd Boehly kommen die Blues einfach nicht zur Ruhe. Die Saison 2024/2025, als Enzo Maresca Chelsea auf Platz vier und jeweils zum Titel in der Conference League und bei der Klub-WM führte, kann inzwischen als Ausrutscher nach oben eingeordnet werden.
Nach Marescas Aus im Januar versuchte sich Liam Rosenior, musste aber noch vor Saisonende gehen. Die Blues verpassten mit ihrem teuren Kader das internationale Geschäft. Nun soll Xabi Alonso die Kohlen aus dem Feuer holen. 2024 gewann der Spanier mit Bayer 04 Leverkusen sensationell das Double, scheiterte danach bei Real Madrid an zu großen Egos in der Kabine. Chelsea ist daher auch für ihn ein Neuanfang.

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Einer, bei dem ihm eine Menge Geld zur Verfügung steht. Wie gewohnt verpflichteten die Blues zahlreiche neue Spieler und gaben für Morgan Rogers (Aston Villa), Maxence Lacroix (Crystal Palace), Emmanuel Emegha, Valentin Barco (beide Strasbourg), Marco Palestra (Atalanta), Geovany Quenda (Sporting CP), Denner (Corinthians) und Pep Chavarria (Rayo) über 400 Millionen Euro aus. Um den jungen Kader mit Erfahrung zu versorgen, holte Alonso zudem die Altmeister Danny Welbeck (35, Brighton) und Jordan Henderson (36, Brentford) an Bord.
Auch wenn der Kader durch die Neuzugänge auf dem Papier weiter aufgewertet wird, wirkt Chelseas Vorgehen auf dem Transfermarkt weiter kopflos. Das Aufgebot ist zu groß, zahlreiche Spieler könnten schnell unzufrieden werden. Alonso muss daher wie in Madrid darum kämpfen, dass ihm die Kabine nicht um die Ohren fliegt. Das verlangsamt die sportliche Entwicklung: Chelsea schafft es nur in die Conference League.
Dass diese Aussagen schon als Hot Take durchgeht, zeigt eindrücklich, wie dominant Haaland seit seinem Wechsel in die Premier League aufgetreten ist. In vier Jahren wurde er dreimal Torschützenkönig in der besten Liga der Welt und erzielte dort insgesamt 112 Tore in 132 Spielen. Nur 2025 musste er Mohamed Salah den Vortritt lassen.
In der neuen Saison beginnt bei Manchester City die Post-Pep-Ära. Pep Guardiola ist Geschichte, sein ehemaliger Assistent Enzo Maresca traut sich das schwere Erbe zu. Wenngleich damit zu rechnen ist, dass der frühere Chelsea-Coach an die Arbeit seines Vorgängers anknüpfen und keinen spielerischen Radikalschnitt wagen wird, muss sich das neue Manchester City erst finden. Mit Rodri und Bernardo Silva haben wichtige Säulen die Mannschaft verlassen, die Neuen um Elliot Anderson waren teuer, brauchen aber trotzdem Zeit.

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Manchester City wird oben mitspielen und sich locker für die Champions League qualifizieren, für die Spitze reicht es im ersten Jahr unter Maresca aber noch nicht. Das gilt auch für Haaland. Der Norweger wird wieder zuverlässig treffen, den vierten goldenen Schuh wird er allerdings nicht mit nach Hause nehmen.
Mit Marco Rose (Bournemouth), Matthias Jaissle (Newcastle), Fabian Hürzeler (Brighton) und Daniel Farke (Leeds) stehen gleich vier deutsche Trainer in der Premier League an der Seitenlinie. Nur Spanien stellt mehr Coaches (fünf), England mit Frank Lampard (Ipswich), Gary O’Neill (Ipswich) und Frank Lampard (Coventry) nur derer drei.
Bleibt die Frage, welcher der vier deutschen Trainer die beste Saison hinlegt. Für Farke und Leeds geht es nur um den Klassenerhalt, der ist dem Traditionsklub erneut zuzutrauen. Fabian Hürzeler ist mit seinen Seagulls erstmals international vertreten und muss beweisen, dass er seinen Kader gut durch die kräftezehrende Dreifachbelastung führen kann. Zudem hat Brighton mit Torjäger Danny Welbeck ein Aushängeschild verloren.

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Jaissle verfügt in Newcastle über die besten Rahmenbedingungen. Trotz diverser Star-Abgänge (Bruno Guimaraes, Anthony Gordon, Sandro Tonali) ist der Kader gut besetzt, finanziell sind die Magpies durch das Saudi-Konsortium mehr als nur auf Rosen gebettet. Allerdings hat der ehemalige Hoffenheim-Profi die Mannschaft nach dem Rückritt von Eddie Howe erst spät übernommen und braucht Zeit, um seine Pläne umzusetzen.
Bleibt Marco Rose und der AFC Bournemouth. Die Cherries treten ebenfalls international an und gehen in der Europa League an den Start. Von den Leistungsträgern hat jedoch bisher nur Marcos Senesi den Verein verlassen. Ex-Trainer Andoni Iraola (jetzt Liverpool) hat ein stabiles Fundament hinterlassen. Schaffen es die Cherries, die Schlüsselspieler Junior Kroupi, Rayan und Alex Scott zu halten, „gewinnt“ Rose das Wettrennen mit den anderen deutschen Trainern und führt Bournemouth in die Top-8.
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