Miasanrot
·21. Januar 2026
Top Vier Europas: FC Bayern siegt souverän in der Champions League

In partnership with
Yahoo sportsMiasanrot
·21. Januar 2026

Nach einer weiteren schleppenden ersten Halbzeit steigert sich der FC Bayern im zweiten Durchgang und besiegt Union St. Gilloise mit 2:0. Damit steht ein Platz unter den ersten Vier in der Ligaphase fest.
Gegen die Gegner aus Belgien hatten die Münchner die Chance, eine Platzierung unter den ersten acht auch rechnerisch zu garantieren. Dabei musste Kompany weiterhin auf das Quartett aus Laimer, Stanišić, Boey und Jackson verzichten.
Im letzten Heimspiel der Ligaphase musste der FC Bayern neben den Verletzten auch auf seine Südkurve verzichten. Nachdem die Fans die UEFA immer wieder mit beeindruckenden Pyroshows verärgert hatten, musste die Heimat der lautstärksten Unterstützer an diesem Abend leer bleiben.
Mit Union St. Gilloise ging es gegen einen sehr interessanten Verein aus Belgien, mit dem sich ein näheres Beschäftigen sehr lohnt. Am besten natürlich mit einem Artikel unseres Lesers „DieNummerVier“.
Die Roten legten energetisch los. Schon in der zweiten Minute konnten sie sich über links durchkombinieren und eine flache Hereingabe von Luis Díaz stiftete etwas Chaos im Strafraum, das Harry Kane nur fast für sich nutzen konnte.
Danach blieb der FCB zwar spielbestimmend, aber auch Union fand in das Spiel herein und konnte in einigen Kontern unter Beweis stellen, dass es eine spielstarke Mannschaft ist. Die Bayern zeigten im Laufe der ersten Halbzeit auch etwas weniger von ihrer anfänglichen Energie.
Das konnten die Belgier immer mehr nutzen und kamen nach einem Freistoß zu einer Chance, die eine Initialzündung für ein aktiveres Auftreten war. Plötzlich konnten die Gäste auch hohe Ballgewinne verbuchen – vor allem die Außenverteidiger und Joshua Kimmich machten mehrere untypische Fehler.
Die größte Chance der ersten halben Stunde hatte St. Gilloise allerdings nach einem ruhigen Spielaufbau in der 29. Minute. Eine Halbfeldflanke von der linken Abwehrseite kam hinter die Kette gesegelt, wo Promise David völlig frei an einem grandios reagierenden Manuel Neuer scheiterte.
Am Ende der ersten Halbzeit hatte der FC Bayern nur einen Schuss aufs gegnerische Tor und musste ein leistungsgerechtes 0:0 akzeptieren.
Die zweite Halbzeit begann wieder energetischer. Direkt in den Anfangsminuten hatte der FC Bayern in Person von Kane und dann Díaz zwei Läufe hinter die Kette, die auch mit Bällen bedient wurden. Und diese erhöhte Aktivität konnte ein gewisser englischer Scharfschütze auch schnell belohnen.
Nach einem abgefälschten Schuss von Tom Bischof kam die Ecke von Michale Olise eng vor das Tor und Harry Kane konnte trocken einnicken. Und nur wenige Minuten später brachte der Goalie der belgischen Gäste den Engländer im Strafraum zu Fall und der Gefoulte verwandelte den fälligen Elfmeter gewohnt souverän.
Der starke Start in die zweite fand allerdings in Minute 63 ein abruptes Ende. Minjae Kim hielt in einem Laufduell auf der linken Abwehrseite etwas zu lang den Arm seines Gegenspielers fest, der den leichten Kontakt bereitwillig annahm und sich fallen ließ. Der Schiedsrichter belohnte das mit einem Platzverweis für den Südkoreaner, der in der ersten Halbzeit schon die erste gelbe Karte gesehen hatte.
Die folgende Unterzahl zwang Kompany umzustellen: Ito und Davies kamen für Guerrero und Karl. Und während der Schiedsrichter drohte in den Folgeminuten etwas die Kontrolle zu verlieren, ließ sich der FCB von der Unterzahl zunächst nicht beirren.
In der 81. Minute dribbelte sich Olise stark entlang der Grundlinie in den Sechzehner und sah, wie seine Flanke nur mithilfe eines Oberarms geblockt werden konnte. Nach etwas Unterstützung einiger Kamerabilder zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt – eine ähnliche harte Entscheidung wie der Platzverweis für Kim.
Und dann passierte es: Die Tore zur Hölle öffneten sich.
Naja, jedenfalls so ähnlich. Harry Kane vergab seinen zweiten Elfmeter diese Saison und ballerte den Ball mit voller Wucht an das Kreuzeck des Gebälks. Und wer dachte, das würde den belgischen Gästen nochmal Aufwind geben, lag leider daneben. Das Spiel trudelte langsam aus und am Ende stand ein 2:0-Heimsieg.
Nachdem die ersten Minuten aufgeladen und energetisch wirktin, ging dem FCB im Laufe des ersten Durchgangs die Energie verloren. Zu Beginn ließ sich noch die hohe Aktivität im letzten Drittel beobachten, die wir in vielen Spielen diese Saison kennen und lieben gelernt haben.
Es gab in der Folge weniger Rotationen, weniger Tiefenläufe und folglich auch kaum noch Versuche, hinter die Kette zu spielen. Das Problem der fehlenden Spritzigkeit weitete sich allerdings auch auf die anderen Phasen des Spielaufbaus aus.
So kamen später auch noch Unkonzentriertheiten im eigenen Aufbaudrittel hinzu, die Union St. Gilloise zwar nicht nutzen konnte – die aber auf keinen Fall zur Regel werden dürften.
Die grundsätzlichen Probleme mit einem tiefen Block, in dem sich neun – manchmal zehn – Feldspieler einzig und allein um die Strafraumverteidigung kümmern, sind verständlich und normal. Wenn ein solcher Block gut steht und gut verschiebt, dann braucht es Geduld und Energie.
Geduld, weil es eben eine Weile dauern kann, bis diese eine Lücke auftaucht, und es wichtig ist nicht leichtsinnig und schlampig zu werden. Energie, weil die Rotationen und intensiven Tiefenläufe häufiger stattfinden müssen, aber seltener mit einer gefährlichen Ballaktion belohnt werden.
Hinzu kommt, dass diese „Probleme“ oft im weiteren Spielverlauf Früchte tragen. Je länger so eine Partie andauert, desto schwieriger wird es, die Ordnung durch 11 Mann hindurch aufrecht zu erhalten. Irgendwann tut sich meistens doch die Lücke auf. Und dann ist es gut Harry Kane zu haben.
Nachdem der FCB bereits gegen Paris eine Halbzeit lang mit einem Mann weniger überstehen musste und konnte, durften sie gegen Union St. Gilloise einmal mehr beweisen, dass sie es auch zu zehnt können.
Diesmal veränderte sich die Statik des Spiels allerdings deutlich weniger als beim amtierenden Champions-League-Sieger. Bayern blieb dominant und konnte sogar noch einen Elfmeter rausholen, den Harry Kane nur an den Querbalken setzte.
Auch wenn die Hoffnung sein darf, dass man für den Rest der Saison auf Platzverweise verzichtet, beweisen diese beiden Spiele, dass der FC Bayern gut mit dieser veränderten Situation umgehen kann. Nachdem sie gegen Paris bereits zeigen konnten, dass sie nach einem Platzverweis im tiefen Block verteidigen können, kam gegen Union heraus, dass sie auch weiter kontrolliert spielen können, wenn es der Spielverlauf erfordert.







































