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·23. Februar 2026
Trauerstimmung und Durchhalteparolen: So reagiert Werder auf die Pleite bei St. Pauli

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·23. Februar 2026

Werder Bremen konnte am vergangenen Wochenende keinen Befreiungsschlag landen und verlor auch das wichtige Keller- und Nordduell auswärts beim FC St. Pauli in Hamburg mit 1:2. Damit rutschten die Bremer weiter ab und stehen nach dem 23. Spieltag und nunmehr 13 Ligaspielen ohne eigenen Sieg auf dem 17. Platz der Bundesliga und somit auf einem direkten Abstiegsrang.
Nach neun Niederlagen aus diesen letzten 13 Partien sitzt das Abstiegsgespenst den Verantwortlichen an der Weser mittlerweile mehr als nur furchterregend im Nacken und die Stimmung war nach der Pleite am Millerntor nicht wenig verwunderlich auch nicht sonderlich aufgehellt.
Werder-Cheftrainer Daniel Thioune saß die Enttäuschung nach der dritten Niederlage im dritten Spiel unter seiner Leitung in den Knochen. Der 51-Jährige nach Abpfiff: "Wir haben uns deutlich mehr versprochen, als wir bekommen und auf den Platz gebracht haben." In den Augen des erst vor wenigen Wochen neu installierten Trainers hätte Werder allerdings deutlich mehr verdient gehabt: "Wir hätten von der Spielanlage in der ersten Halbzeit mehr verdient gehabt, sind aber wieder mit den gleichen Themen unterwegs, dass wir daraus zu wenig machen."Dennoch zählen im knallharten Geschäft letztlich keine Konjunktive, sondern nur Punkte. Und die bleiben die Bremer in erschreckender Konstanz schuldig.
"Wir haben uns deutlich mehr versprochen [...] Am Ende des Tages müssen wir Fußballspiele gewinnen und über nichts anderes müssen wir uns unterhalten."- Daniel Thioune

Daniel Thioune / picture alliance/GettyImages
"Nächste Woche wird ein Finalspiel sein, um uns auch sofort wieder in Richtung Relegations- und Nichtabstiegsplatz zu schieben. Am Ende des Tages müssen wir Fußballspiele gewinnen und über nichts anderes müssen wir uns unterhalten“, so Daniel Thioune mit Blick auf das anstehende Duell gegen den Tabellenletzten 1. FC Heidenheim am kommenden Samstag im heimischen Weserstadion. Wenn Werder auch dieses Spiel verliert, wird die Luft allmählich dünn und die Überzeugung für den Klassenerhalt kleiner und kleiner.
Auch den Bremer Spielern merkte man die Niedergeschalgenheit nach Spielende an. Kapitän Marco Friedl wurde nach Abpfiff deutlich: "Es tut extrem weh, weil wir in der ersten Halbzeit ein gutes Spiel machen und viele Chancen hatten. Mit der ersten Situation gehen wir in Rückstand, was uns wehtat, weil es nicht absehbar war. Wir kriegen den Fuß aber direkt in die Tür. Das zweite Gegentor nervt mich noch viel mehr, weil wir den Ablauf vorher noch nie so gespielt haben. Wir schlagen den Ball auf unseren kleinsten Spieler und dann ist klar, dass er wie ein Bumerang wieder zurückkommt."
"Wir machen zu viele Fehler, in unserer Situation ist Fußball ein Fehlersport und deswegen haben wir verdient verloren [...] Wir brauchen schnell einen Befreiungsschlag und hätten ihn eigentlich schon vor Wochen gebraucht. Es ist völlig verdient, wo wir im Moment stehen."- Marco Friedl

Werder-Kapitän Marco Friedl / picture alliance/GettyImages
Anhaltende Fehlerketten kosteten die Bremer im Kampf um den Klassenerhalt wichtige Punkte. Das weiß der Österreicher Fried nur zu gut. "Wir machen zu viele Fehler, in unserer Situation ist Fußball ein Fehlersport und deswegen haben wir verdient verloren." Zu diesem Zeitpunkt der Saison ist trotzdem natürlich noch nichts entschieden und die Werderaner haben den Klassenerhalt noch selbst in der Hand. "Wir brauchen schnell einen Befreiungsschlag und hätten ihn eigentlich schon vor Wochen gebraucht. Es ist völlig verdient, wo wir im Moment stehen“, mahnte Friedl eindringlich.
Ebenfalls sichtlich geknickt zeigte sich Sportchef Clemens Fritz nach der Niederlage in Hamburg. "Wir haben uns mehr versprochen und mehr vorgenommen. In der ersten Halbzeit haben wir es gut gemacht, es ging auf, was wir umsetzen wollten. Im letzten Drittel müssen wir uns aber besser positionieren und den letzten Pass besser spielen. Dann bekommst du ein Gegentor, das du einmal im Jahr kassierst – es tut mir unfassbar leid für Mio, dem ich überhaupt keinen Vorwurf mache. St. Pauli hat dann Oberwasser gehabt, dann kommst du zurück und läufst direkt wieder einem Rückstand hinterher", so der 45-jährige Ex-Profi.Dennoch wollte Fritz den Blick schnell wieder nach vorne richten. "Das tut weh und trotzdem ist es wichtig, das Spiel jetzt abzuhaken. Denn wir haben nur fünf Tage, um uns auf das nächste Spiel vorzubereiten.“
"Es ist eine sehr schwierige Situation, in der wir stecken. Wir müssen das so schnell wie möglich abschütteln."- Leonardo Bittencourt

Leonardo Bittencourt / picture alliance/GettyImages
Mittelfeldstar Leonardo Bittencourt blies ins gleiche Horn. Auch er wollte den erneuten Rückschlag schnell wegstecken und den Fokus auf die kommenden Aufgaben, vor allem auf das Spiel gegen Heidenheim, richten. "Es ist eine sehr schwierige Situation, in der wir stecken. Wir müssen das so schnell wie möglich abschütteln. Nächste Woche geht es weiter.“
Es klingt derzeit wie die Durchhalteparolen einer vollkommen verunsicherten Mannschaft, die mit jeder weiteren Niederlage wohl noch mehr an die Möglichkeit eines positiven Saisonabschlusses verlieren dürfte. Werder Bremen benötigt schnellstmöglich eine Kehrtwende. Das sah auch Ex-Bremer Nils Petersen so, der als Experte bei DAZN fungierte. Der frühere Torjäger der Werderaner sagte deutlich: "Du kannst es irgendwann nicht mehr schönreden.“
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