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·21. Juli 2026

Trotz überzeugendem Auftritt im Testspiel: Warum es Luca Waldschmidt trotzdem weiter schwer haben wird

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Trotz überzeugendem Auftritt im Testspiel: Warum es Luca Waldschmidt trotzdem weiter schwer haben wird

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Elias Schnaubelt

21 Juli, 2026

Das erste Testspiel der noch jungen Saison gegen den FC Rheinsüd konnte mit dem Endstand von 5:0 erfolgreich bestritten werden. Dabei stach in der ersten Halbzeit vor allem Luca Waldschmidt heraus. Der 30-jährige erzielte ein Tor selbst und bereitete ein weiteres vor. Ein vielversprechender Start: Doch Luca Waldschmidt wird es beim 1. FC Köln wohl weiterhin schwer haben.

Im Testspiel gegen Rheinsüd Köln wurde am vergangenen Wochenende erneut die Qualität von Luca Waldschmidt sichtbar – wenn auch zugegebenermaßen nur gegen einen Bezirksligisten. Doch die Kontinuität der Leistungen schwankte in der Vergangenheit zu häufig. Kann Waldschmidt in der kommenden Saison zur stetigen Komponente werden? Die Konkurrenz ist jedenfalls groß.

Luca Waldschmidt im Kölner Stadion

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Es ist kein Geheimnis, dass Luca Waldschmidt mit dem Ball am Fuß umgehen kann. Im Testspiel gegen den FC Rheinsüd hob er sich als einer der wenigen klar vom Rest ab. Dabei tauchte der ehemalige Nationalspieler flexibel im letzten Drittel auf, suchte seine Mitspieler und wurde gefunden. Eine Leistung, die Hoffnung macht, auch wenn der Gegner lediglich in der Bezirksliga spielt. Doch Hoffnung ist eine bekannte Empfindung bei der Personalie Luca Waldschmidt. Das Talent ist offensichtlich und auch der Scoring-Output stimmt meistens. In der abgelaufenen Bundesliga-Saison konnte der 30-Jährige fünf Tore sowie vier Vorlagen verbuchen. Setzt man das in Relation zu seinen 666 Einsatzminuten, erhält man im Schnitt alle 74 Spielminuten eine Torbeteiligung – Ein überragender Wert. Was wirklich fehlt, ist die Konstanz. Der Entwicklungsschritt vom ewigen Joker zum verlässlichen Stammspieler.

Der ewige Joker

Als solcher konnte er sich in seiner bisherigen Karriere nie so richtig etablieren. Selbst in seiner persönlich erfolgreichsten Zeit beim SC Freiburg stand er in zwei Spielzeiten nur 14 beziehungsweise 16 Mal in der Startelf. Dennoch gelangen Waldschmidt bei den Breisgauern in der ersten Saison zwölf Scorer. In seiner zweiten Spielzeit folgten sieben Treffer und drei Vorlagen. Genug für den portugiesischen Rekordmeister Benfica Lissabon, denen die Dienste des Offensiv-Allrounders im Sommer 20/21 fünfzehn Millionen Euro wert waren. Der Linksfuß erwischte einen guten Start im neuen Land. In den ersten 13 Ligaspielen überzeugte er mit sechs Toren und zwei Vorlagen. Es sollte das letzte Mal sein, dass er sich in einer Startelf festspielen konnte.

Eine Corona-Erkrankung beendete diese Phase dann auch schneller als sie gekommen war. Der Rest der Saison verlief schwierig. Nach nur einem Jahr trat er den Wechsel zurück nach Deutschland an, zum VFL Wolfsburg. Zusammengefasst: Ein einziges Desaster. In zwei Spielzeiten stand Waldschmidt nur 13 Mal in der Startelf. Schlussendlich folgte der Transfer in seine Heimat Nordrhein-Westfalen. Der gebührtige Siegener geht nun in die vierte Saison beim 1. FC Köln. Auch hier blickt er bisher auf ein Dasein als Edeljoker zurück, obwohl die Scorer-Ausbeute erneut ansehnlich ist. Bei so viel Talent und dieser Torausbeute stellt sich zwangsläufig die Frage: Warum klappt es nicht als Stammspieler?

Die Flexibilität als Stolperstein

Ob aus dem Zentrum oder über Außen, als alleiniger Stürmer oder als hängende Spitze in einem Doppelsturm – Luca Waldschmidt kann in der Offensive jede Position bekleiden. Im Testspiel gegen den FC Rheinsüd wurde diese Flexibilität erneut sichtbar. Und genau da liegt auch das Problem: In seiner gesamten Karriere ist es Waldschmidt nicht gelungen, sich langfristig auf einer Position festzuspielen. Das Selbstverständnis, das man über das konstante Bekleiden einer Position erlangt, fehlt komplett. Zu viel wurde der Linksfuß in seiner Laufbahn rumgeschoben.

Es ist ein Paradoxon: Die Stärke der Flexibilität ist seine größte Schwäche. Um Waldschmidt nachhaltig zu etablieren, müsste man ihm die größtmöglichen Freiheiten im Angriff gewähren. Man müsste die Offensive um ihn herum aufbauen. In einem enger geschnürten taktischen Korsett scheint wenig Platz für einen Spieler dieses Schlags. Das kann nur funktionieren, wenn dieser Spieler der größte Unterschiedsspieler im Team ist. Und da muss sich Waldschmidt wohl oder übel hinter anderen Akteuren bei den Geißböcken einsortieren.

Die Konkurrenzsituation beim FC

Beim Wort Unterschiedsspieler denkt man beim FC unweigerlich an einen Namen: Said El Mala. Sollte der 19-jährige den Kölnern tatsächlich für eine weitere Saison erhalten bleiben, so beansprucht er zwangsläufig sämtliche der limitierten taktischen Freiheiten für sich. Dieselben Freiheiten, die Waldschmidt guttun würden. Zudem ist El Mala nicht der einzige mit Anspruch auf Spielzeit in der Offensive. Ragnar Ache ist, wenn fit, gesetzt im Sturmzentrum. Des Weiteren konnte Marius Bülter in der vergangenen Saison für wichtige Momente sorgen. Auch er erwischte mit einem Doppelpack einen guten Einstieg gegen Rheinsüd. Reigan Heskey wird ebenfalls mit Ansprüchen in die Domstadt gereist sein, ebenso wie der erwartete Neuzugang Okon-Engstler. Nicht zu vergessen sind natürlich die Routiniers Jan Thielmann und Linton Maina sowie die ambitionierten Young Goats Fynn Schenten und Youssoupha Niang.

Bei diesem Konkurrenzkampf wird es für Waldschmidt äußerst schwer werden, auf seine Spielzeit zu kommen. Erst recht mit dem Anspruch auf die Startelf. Wobei, eine Chance gibt es: Wenn Waldschmidt endlich der Unterschiedsspieler wird, den er immer mal wieder aufblitzen lässt.


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