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·22. Februar 2026
TSG Hoffenheim steht sich selbst im Weg – trotz Champions-League-Träumen

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·22. Februar 2026

Nach dem 2:2 in Köln bleibt Hoffenheim überraschend auf Platz drei. Trainer Ilzer kämpft mit internen Konflikten und fordert Stabilität für die Champions-League-Träume.
Christian Ilzer wünscht sich Ruhe. Er wünscht sich Stabilität. Er wünscht sich Kontinuität. Und gleichzeitig träumt er von der Champions League. Ich finde diese Mischung aus Bescheidenheitsrhetorik und Größenphantasie bemerkenswert – und sie offenbart das zentrale Dilemma, in dem sich die TSG Hoffenheim befindet.
Hoffenheim bleibt nach dem 2:2 in Köln auf Tabellenplatz drei. Das ist eine sportliche Realität, die vor der Saison kaum jemand prognostiziert hätte. Doch statt diesen Erfolg zu genießen, muss der Trainer öffentlich um Ruhe betteln. Das sagt viel über den Zustand eines Vereins, der offenbar nicht weiß, wie er mit seinem eigenen Höhenflug umgehen soll.
Ilzer versucht, die Mannschaft von den Nebengeräuschen abzuschirmen. Er informiert sie, sagt er, aber er hält sie beim Tagesjob. Das klingt nach professionellem Krisenmanagement. Doch ich frage mich: Warum muss ein Trainer eines Tabellendritten überhaupt Krisenmanagement betreiben?
Die internen Querelen, von denen die Rede ist, sind keine Naturgewalt. Sie entstehen durch Menschen, durch Entscheidungen, durch Machtspiele. Und sie entstehen in einem Umfeld, das offenbar nicht bereit ist, den sportlichen Erfolg als gemeinsames Projekt zu begreifen.
Das Spannungsfeld, das Ilzer beschreibt, ist typisch für Hoffenheim. Einerseits die Bodenständigkeit, die den Verein auszeichnen soll. Andererseits der Traum von der Königsklasse. Ilzer fordert seine Leute auf, groß zu denken. Jeder soll sich das Recht herausnehmen zu träumen. Das ist eine schöne Formulierung. Aber sie verschleiert, dass Träume im Profifußball nur dann Wirklichkeit werden, wenn die Strukturen stimmen.
Und genau da liegt das Problem. Hoffenheim hat in den vergangenen Jahren bewiesen, dass der Verein sportlich mithalten kann. Aber der Klub hat nie bewiesen, dass er die interne Stabilität besitzt, um dauerhaft in der Spitze zu bleiben. Die Querelen sind kein Zufall. Sie sind ein Muster. Und dieses Muster wird sich nicht auflösen, nur weil der Trainer öffentlich um Ruhe bittet.
Ilzer macht seinen Job. Er entwickelt Spieler, er formt eine Mannschaft, er holt das Maximum heraus. Aber er kann nicht kontrollieren, was außerhalb des Trainingsplatzes passiert. Das können nur diejenigen, die im Verein die Macht haben. Und die müssen sich fragen, ob sie bereit sind, den Preis für echte Stabilität zu zahlen.
Die Frage ist nicht, ob Hoffenheim von der Champions League träumen darf. Die Frage ist, ob der Verein bereit ist, erwachsen zu werden – oder ob er sich weiter selbst im Weg steht, während andere die Früchte ernten.









































