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·9. Februar 2026
TSG Hoffenheim zerlegt sich selbst – und der Gründervater kann nur staunend zusehen

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·9. Februar 2026

Interims-Klubchef Henssler beruft Gesellschafterversammlung ein. Trainer Ilzer spricht von Kasperltheater, Mäzen Hopp zeigt sich fassungslos über die Vorgänge.
Die Szenen, die sich rund um die TSG Hoffenheim abspielen, haben mit professionellem Fußballmanagement nichts mehr zu tun. Ein Klub, der sportlich funktioniert, zerlegt sich selbst – und niemand scheint in der Lage, diesen Wahnsinn zu stoppen.
Andreas Schicker hat in Hoffenheim Arbeit geleistet, die Anerkennung verdient. Der Sport-Geschäftsführer hat eine Mannschaft zusammengestellt, die Woche für Woche konkurrenzfähig auftritt. Selbst Dietmar Hopp, der 85-jährige Mäzen und Gründervater des Projekts Hoffenheim, findet deutliche Worte: Ihm fehle jegliches Verständnis für das, was gerade passiert. Schicker habe durch herausragende Arbeit eine Spitzenmannschaft geformt. Wie könne man den Erfolg des Klubs riskieren?
Die Frage ist berechtigt. Und sie bleibt unbeantwortet.
Stattdessen beruft Christoph Henssler, der 29-jährige Interims-Klubchef des Muttervereins mit Ultra-Vergangenheit, eine Gesellschafterversammlung ein. Spekuliert wird über eine Degradierung Schickers vom Geschäftsführer zum Sportchef. Für den Österreicher ist das keine Option – verständlicherweise. Wer sich in dieser Position demütigen lässt, hat im Profifußball nichts mehr zu gewinnen.
Trainer Christian Ilzer macht keinen Hehl aus seiner Haltung. Er bezeichnet die Vorgänge als das, was sie sind: ein Kasperltheater. Auf die Frage, ob er am Dienstag noch Trainer sei, antwortet er lakonisch, das wisse man im Fußball nie, das gehe immer schnell. Seine Warnung ist unmissverständlich: Wenn Schlüsselpositionen verändert werden, wenn man flapsig mit verdienten Mitarbeitern umgeht, kann das einen Domino-Effekt auslösen.
Die Mannschaft hat verstanden, was auf dem Spiel steht. Kapitän Oliver Baumann stellt sich demonstrativ hinter Schicker und Ilzer. Man sei total eng beisammen, stehe komplett dahinter. Grischa Prömel ergänzt, man würde sich sehr freuen, den Weg weiter zusammen zu beschreiten, weil es einfach ein geiler Weg sei.
Das ist bemerkenswert. Eine Mannschaft, die sich öffentlich vor ihre Führung stellt, während im Hintergrund an deren Stuhl gesägt wird. Es zeigt, dass die sportliche Arbeit Früchte trägt – und dass die Spieler genau wissen, wem sie das zu verdanken haben.
Was in Hoffenheim passiert, ist ein Lehrstück darüber, wie man einen funktionierenden Verein mutwillig beschädigt. Die sportliche Leitung liefert, die Mannschaft zieht mit, der Gründer ist fassungslos – und trotzdem droht ein Machtkampf, der nur Verlierer produzieren kann.
Schicker hat recht, wenn er von einem Kasperltheater spricht. Nur dass bei diesem Theater niemand lacht. Am wenigsten die Fans, die zusehen müssen, wie ihr Klub sich selbst zerstört. Hoffenheim steht vor einer Entscheidung. Es wäre die falsche.









































