DFB-Frauen
·20. Februar 2026
VfB-Trainerduo vor Duell mit Pokalsiegerinnen: "Alle haben Bock"

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Im Viertelfinale um den DFB-Pokal der Juniorinnen trifft die U 17 des VfB Stuttgart am Samstag (ab 14 Uhr) auf Titelverteidiger TSG Hoffenheim. Seit Saisonbeginn trainieren Antonella Monopoli (42) und Kevin Reiner (35) als Duo den VfB-Nachwuchs. Im DFB.de-Interview sprechen sie mit Mitarbeiter Ralf Debat über den Reiz des DFB-Pokals, die Nachwuchsförderung und das Duell mit Kevin Reiners Ex-Klub.
DFB.de: Ihre Mannschaft empfängt im Viertelfinale um den DFB-Pokal den Titelverteidiger TSG Hoffenheim an. Wie groß ist bereits die Vorfreude beim Team, Frau Monopoli und Herr Reiner?
Antonella Monopoli: Die Vorfreude ist riesig, bei den Spielerinnen, aber auch beim Trainerteam. Wir haben eine sehr positive Stimmung innerhalb der Mannschaft. Alle haben Bock, ihr Können auf dem Platz zu zeigen.
Kevin Reiner: Die Mädels sind hochmotiviert und heiß darauf, sich mit dem Titelverteidiger zu messen.
DFB.de: Welche Bedeutung hat die Partie für die Spielerinnen und den Verein?
Monopoli: Pokalspiele sind immer etwas Besonderes. Wir sind zum ersten Mal dabei und werden alles geben, um unsere Pokalreise fortzusetzen.
DFB.de: Noch in der abgelaufenen Saison waren Sie als Co-Trainer für die TSG Hoffenheim tätig und damit auch am Pokalsieg beteiligt, Herr Reiner. Macht das die Partie noch besonderer?
Reiner: Definitiv. Ich war sieben Jahre bei der TSG, kenne die Spielerinnen und die Prinzipien des Klubs in- und auswendig. Für mich wird es auch spannend zu sehen, wie sich das Team in den zurückliegenden acht Monaten entwickelt hat.
DFB.de: Könnte es ein entscheidender Vorteil sein, dass Sie die Stärken und Schwächen der Hoffenheimer Spielerinnen gut kennen?
Reiner: Es sollte zumindest kein Nachteil sein. (lacht)
DFB.de: K.o.-Spiele sind für Ihre Spielerinnen nicht an der Tagesordnung. Wird es deshalb eine besondere Vorbereitung?
Monopoli: Grundsätzlich arbeiten wir immer gleich an unseren Inhalten, unabhängig vom jeweiligen Wettbewerb. Ein Unterschied ergibt sich allenfalls dadurch, dass wir vor einem so wichtigen Spiel den Fokus darauf richten, möglichst mit dem kompletten Team trainieren zu können. Das ist sonst nicht immer der Fall, da viele Spielerinnen auch noch ein Zweitspielrecht für einen anderen Verein bei den Jungs besitzen und deshalb dort teilweise unter der Woche auch mit ihnen trainieren.
DFB.de: Sie arbeiten als gleichberechtigtes Duo. Wie sieht die Aufgabenverteilung aus?
Monopoli: Wir haben verschiedene Profile und Schwerpunkte, ergänzen uns dadurch sehr gut. Kevin kümmert sich beispielsweise mehr um die jüngeren Spielerinnen aus der U 15 und deren individuelle Ausbildung. Ich bin unter anderem spezialisiert im Bereich Videoanalyse und begleite den Übergang zum Frauenbereich.
Reiner: Ich bin in der Regel für das Erstellen der Trainingspläne zuständig, auf dem Platz teilen wir uns dann die Aufgaben. Vier Augen sehen immer mehr als zwei.
DFB.de: Wer setzt sich durch, wenn Sie einmal unterschiedlicher Meinung sind, beispielsweise bei der Aufstellung?
Monopoli: Spannende Frage. (lacht) Ich muss aber sagen, dass so etwas bisher noch nie vorgekommen ist. Ich bin mir sicher, dass wir auch dann eine gute Lösung finden würden.
DFB.de: In den ersten drei Pokalrunden musste der VfB jeweils auswärts antreten, nun hat das Team gegen die TSG erstmals Heimrecht. Wie bewerten Sie die Chancen, das Halbfinale zu erreichen?
Monopoli: Zu Beginn ging es für uns als Neuling zunächst einmal darum, in den Wettbewerb hineinzuschnuppern. Von Runde zu Runde haben wir uns dann in einen Rausch gespielt. Spätestens nach unserem 2:1-Sieg nach einem 0:1-Rückstand im Achtelfinale bei Eintracht Frankfurt wussten wir, dass wir schon sehr nah dran sind an den Topmannschaften in Deutschland. Deshalb wollen wir uns auch gegen den TSG Hoffenheim nicht verstecken.
DFB.de: Welchen Stellenwert hat für Sie grundsätzlich der neugeschaffene DFB-Pokal, der in dieser Saison erst zum zweiten Mal überhaupt ausgetragen wird?
Reiner: Es ist eine gute und spannende Sache, dass wir diesen bundesweiten Wettbewerb haben. Gerade für die Entwicklung der Spielerinnen sind diese Duelle mit ihrem besonderen Charakter besonders wertvoll.
DFB.de: Was macht für Sie den besonderen Reiz des Pokalwettbewerbs aus?
Monopoli: K.o.-Spiele lösen immer besondere Emotionen aus. Das macht es nicht nur für die Spielerinnen reizvoll, sondern auch für die Trainer*innen.
DFB.de: Nach der Umstrukturierung der B-Juniorinnen-Bundesliga hat sich der VfB Stuttgart entschieden, weiterhin auf regionaler Ebene in der Oberliga gegen weibliche Teams anzutreten. Andere Nachwuchsteams von Bundesligisten treten auch gegen Junioren-Mannschaften an. Wie bewerten Sie die Entwicklung?
Reiner: Bei der TSG Hoffenheim habe ich die Erfahrung gemacht, wie es ist, am Spielbetrieb der Junioren teilzunehmen. Dort werden die Mädels sehr gefordert, sie tun sich aber oft schwer, körperlich dagegenhalten zu können. Darunter leidet dann schon mal der spielerische Ansatz. Auf der anderen Seite haben wir jetzt in der B-Juniorinnen-Oberliga auch Partien dabei, in denen unser Team nicht an seine Leistungsgrenze gehen muss. Beides hat also Vor- und Nachteile. Ich würde mir wünschen, dass es eines Tages zur Bildung einer DFB-Nachwuchsliga wie bei den A- und B-Junioren kommt.
DFB.de: Wie würden Sie insgesamt die Philosophie des Vereins bei der Förderung junger Spielerinnen beschreiben?
Monopoli: Obwohl es die Frauenabteilung des VfB Stuttgart ja erst seit etwa vier Jahren gibt, befinden wir uns aus meiner Sicht bereits auf einem sehr guten Weg. Es bleibt aber viel Arbeit, wird sind noch lange nicht am Ende angekommen.
DFB.de: Sehen Sie in Ihrem Kader Spielerinnen, die den Sprung in die erste Mannschaft schaffen können?
Monopoli: Es ist unser großes Ziel, die Spielerinnen so auszubilden und zu fördern, dass sie in der Lage sind, den Weg in Richtung Profifußballerin einzuschlagen. Ich bin mir sicher, dass einige das Zeug haben, eines Tages in der Bundesliga zu spielen.
DFB.de: Die Nachwuchsförderung des Pokalgegners TSG Hoffenheim genießt einen sehr guten Ruf. Kann das auch für den VfB Stuttgart ein Vorbild sein?
Reiner: Die Bedingungen in Hoffenheim sind ausgezeichnet, die TSG gilt nicht von ungefähr als sehr gute Adresse. Baden-Württemberg ist aber groß genug für mehrere Bundesligastandorte und bringt immer wieder ausreichend Talente hervor. Wir stehen in Konkurrenz zueinander, aber die belebt bekanntlich auch das Geschäft.
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