Vertikalpass
·3. September 2026
VfB-Transfers: zum Glück gescheitert

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·3. September 2026

Versetzen wir uns kurz in die Lage von Sebastian Hoeneß. Er dürfte deutlich zufriedener aus diesem Transferfenster gehen als vor einem Jahr. 2025 verließ nicht nur Enzo Millot den VfB, auch Nick Woltemade ging und ein kurzfristiger Ersatz fand sich nicht. Diesmal bleibt die Mannschaft weitgehend zusammen. Allerdings nicht unbedingt, weil das der große sport-strategische Plan des Clubs gewesen wäre.
Der VfB wollte verkaufen.
Die StZ meinte zwar, dass “der VfB das Geld im Hier und Jetzt nicht zwingend benötigt“. Und weiter: “Die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben wäre in diesem Sommer verkraftbar“. Aber Sky, kicker und ZVW vermuteten, dass Transfererlöse in diesem Sommer notwendig sein würden. Alex Wehrle sagte im Sport im Dritten: „Wir sind auch ein Stück weit auf Transfererlöse angewiesen.“ Das klang eher nach kaufmännischer Grundregel als nach Verkaufsalarm. Aber gegen Ende der Transferphase entstand der Eindruck: Hauptsache, es kommt Geld rein. Irgendwie.
Bilal El Khannouss, Ermedin Demirović und Jamie Leweling wollten jedoch nicht weg, obwohl sie anderswo mehr hätten verdienen können. Romantik ist es trotzdem nicht. Transferentscheidungen von Fußballern sind keine Liebeserklärungen.
Josha Vagnoman wäre gegangen, aber das Angebot war dem VfB zu niedrig. Und so wurde aus dem Versuch, einen möglichst lukrativen Leistungsträger abzugeben, am Ende der Verkauf von Chema an Brighton. Von den rund 25 Millionen Euro bleiben dem VfB wegen der Vereinbarung mit Real Madrid immerhin etwa 16 Millionen.
Nicht, dass 16 Millionen für einen jungen Spieler schlecht wären.
Aber der Transfer zeigt, wie sehr der VfB in diesem Sommer offenbar verkaufen wollte und wie wenig sportliche Überlegungen dabei noch eine Rolle spielten. Hauptsache Einnahmen. Egal für wen. Das erinnert ein Naouirou Ahamada, der im Winter 2023 auch plötzlich zu Geld gemacht werden musste.
Und: Warum eigentlich Leo Sauer kaufen, wenn man dafür einen Leistungsträger und Unterschiedspieler wie Leweling verkaufen muss?
Das wäre kein besonders guter Tausch gewesen. Sauer plus Leweling ist sportlich interessant. Sauer statt Leweling dagegen eher eine Wette auf die Zukunft und eine unnötige Baustelle in der Gegenwart.
Diese Transferphase ist deshalb nicht unbedingt das Ergebnis einer strategisch-sportlichen Entscheidung des Clubs. Der VfB wurde zu seinem Glück gezwungen.
Natürlich hat der VfB Geld verdient. Mit Chema, Jovanovic und Milosevic sogar mehr als 30 Millionen Euro. Gute Deals. Natürlich muss der VfB wirtschaftlich arbeiten. Aber seine Kaderplanung sollte ein ambitionierter Bundesligist wie der VfB nicht am Deadline Day ausrichten, um auf den allerletzten Drücker die Transferbilanz auszugleichen.
Vielleicht war es deshalb das Beste, dass nichts so funktioniert hat, wie es offenbar „geplant“ war:
Der VfB wollte Demirovic verkaufen. Oder El Khannouss, für den der VfB auf den letzten Drücker ein 40-Millionen-Angebot von Al Ittihad angenommen hätte. Oder Leweling. Oder Vagnoman. Oder … Am Ende ging nur Chema. So blieb eine Mannschaft zusammen, die von den meisten Experten unter den ersten fünf gesehen wird. Der sogar mehr zugetraut wird. Die also beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Saison hat. Wahrscheinlich so gute Voraussetzungen wie seit … ja, seit wann eigentlich? Seit 2007?
Ob das allerdings ein gutes Omen wäre?
Zum Weiterlesen: Wiedersehen mit Borna! Der Ex-VfB’ler wechselt auf Leihbasis zum 1. FC Köln und könnte am Freitag erstmals für die Geissböcke auflaufen – im Neckarstadion!







































