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·18. September 2026

Vier Jokertore zeigen Herthas Stärke aus der zweiten Reihe

Artikelbild:Vier Jokertore zeigen Herthas Stärke aus der zweiten Reihe

Vier Jokertore in fünf Spieltagen, eine geteilte Führung in der Offensivstatistik der Liga und ein Trainer, der seiner Bank sichtlich vertraut: Hertha BSC hat aus der zweiten Reihe einen strukturellen Vorteil gemacht, der den Berliner Saisonstart mitträgt.

Der Joker-Boost zum Saisonstart

Zusammen mit dem 1. FC Nürnberg stellt Zweitliga-Spitzenreiter Hertha BSC mit 15 erzielten Toren aktuell die produktivste Offensivabteilung der 2. Bundesliga, wie der kicker berichtet. Vier dieser Treffer fielen nach Einwechslungen – ligaweit reicht das für Platz zwei hinter Aufsteiger Energie Cottbus, wo Trainer Claus-Dieter Wollitz mit fünf Jokertoren noch einen Tick erfolgreicher agiert.


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Bemerkenswert ist die Ausgangslage: Der Kader ist nach zahlreichen Abgängen schlanker geworden, aber – anders als in früheren Spielzeiten mit überlangen Ausfalllisten – derzeit komplett verfügbar. Genau diese Konstellation erhöht laut kicker den Konkurrenzdruck aus der zweiten Reihe deutlich. Wie sich dieser Höhenflug insgesamt einordnen lässt, zeigt auch die Analyse zu Herthas bestem Vereinsstart.

Alfa-Ruprecht und Gouram entscheiden in Osnabrück

Wie konkret sich der Joker-Effekt auswirkt, zeigte sich beim 3:1-Auswärtssieg beim VfL Osnabrück. In der Nachspielzeit spielte der eingewechselte Soufian Gouram einen präzisen Pass in den Lauf von Farid Alfa-Ruprecht, der ebenfalls von der Bank gekommen war. Der von Bayer Leverkusen ausgeliehene Offensivspieler nahm den Ball auf, zog das Tempo an, profitierte vom Ausrutscher seines Gegenspielers Robin Fabinski und vollendete entschlossen zum 3:1 – Herthas viertem Jokertor der laufenden Saison.

Nur eine Minute später hätte Alfa-Ruprecht fast nachgelegt: Erneut bediente ihn Gouram, doch der Nachschuss zischte diesmal am Tor vorbei. Solche Szenen, in denen Einwechselspieler nicht nur Ergebnisse verwalten, sondern sie aktiv herbeiführen, sind ligaweit kein Einzelfall mehr – auch bei Elversbergs Krattenmacher zeigt sich ein ähnliches Muster.

Artikelbild:Vier Jokertore zeigen Herthas Stärke aus der zweiten Reihe

Joker-Jubel: Farid Alfa-Ruprecht (re.) und Soufian Gouram entschieden das Spiel in Osnabrück. (Bild: IMAGO/Maximilian Koch)

Adewumi spielt sich in die Startelf

Wer von der Bank kommt und liefert, verändert die eigene Ausgangslage – dafür ist Neuzugang Oluwaseun Adewumi das Beispiel schlechthin. Der vom FC Burnley ausgeliehene Österreicher traf als Einwechselspieler dreimal in Serie und erarbeitete sich damit in kürzester Zeit den Status als Super-Joker. In Osnabrück belohnte ihn Trainer Stefan Leitl erstmals mit einem Startelf-Einsatz.

Adewumi begann zunächst zentral, wechselte später auf den rechten Flügel und blieb ohne eigenen Treffer, war laut kicker aber ein belebendes Element. Für das Topspiel am Samstagabend bei Dynamo Dresden kündigte Leitl an, dass der Österreicher erneut in der Startelf stehen werde – begründet mit dessen nachhaltiger Entwicklung und einer guten Trainingswoche.

Auch bei Gustaf Nilssons Debüt deutete sich an, wieviel Potenzial auf der Berliner Bank steckt: Der von Club Brügge inklusive Kaufoption für eine Saison ausgeliehene schwedische Mittelstürmer lief unmittelbar nach seiner Einwechslung nach einem Zuspiel von Kapitän Josip Brekalo allein auf VfL-Torwart Jonas Krumrey zu, scheiterte aber am Schlussmann.

Struktur statt Zufall

Dass ausgerechnet die Einwechselspieler derart zuverlässig treffen, ist nach Leitls Einschätzung kein Zufall, sondern Ergebnis einer klaren Spielstruktur. Die hohe Leistungsdichte im Kader, die aktuell vollständige Verfügbarkeit aller Profis und positionsspezifische Wechsel sorgen dafür, dass die eingewechselten Spieler nahtlos in bestehende Automatismen finden.

Leitl beschrieb es sinngemäß so, dass die Automatismen passen und jeder Spieler seine jeweilige Aufgabe erfüllt – Voraussetzungen, die ihm die Steuerung der Wechsel erheblich erleichtern. Wichtiger als jeder einzelne Name sei, dass sich die Mannschaft komplett für das Team aufopfert und integriert bleibt, so die Botschaft des Trainers.

Mehr als eine starke Bank

Die ersten Saisonwochen haben gezeigt, dass Hertha mehr als nur eine funktionierende Startelf besitzt. Der Effekt lässt sich nicht auf einzelne Namen reduzieren, sondern speist sich aus Team-Integration, eingeübten Automatismen und einem Trainer, der positionsspezifisch und mit Vertrauen wechselt.

Ob dieser Vorteil auch beim Topspiel bei Dynamo Dresden am Samstagabend um 20.30 Uhr trägt, wird sich auf dem Platz entscheiden. Wie sich Hertha aktuell im Ligagefüge positioniert, ordnet auch die Prognose zum sechsten Spieltag ein, während die offizielle Tabelle der 2. Bundesliga bei Sportschau die aktuelle Ausgangslage dokumentiert.

Quelle: kicker

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