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·30. Juli 2026

Vinícius-Gerüchte: Was am Trainingsstreik dran ist

Artikelbild:Vinícius-Gerüchte: Was am Trainingsstreik dran ist

Ein Spieler fehlt im Training, und das Internet hat den Transfer schon abgeschlossen. Bei Vinícius Júnior stimmt an dieser Rechnung fast nichts – bis auf die eine Zahl, um die es wirklich geht.

Das angebliche Video: nicht auffindbar

Auf X kursiert seit Tagen die Behauptung, es gebe eine gefilmte Aufnahme von Vinícius‘ Fernbleiben. Belegen lässt sie sich nicht. Was es gibt, sind zwei nüchterne Feststellungen: Der Brasilianer war bei Real Madrids Testspiel gegen Leganés in Valdebebas nicht im Kader, und er ist bis Ende Juli nicht ins Mannschaftstraining zurückgekehrt, obwohl der Klub ihn erwartet hatte. Das ist von seriösen Häusern berichtet worden. Ein Video ist es nicht.


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Der Unterschied ist keine Spitzfindigkeit. Aus einem Bild wird ein Skandal, aus einer Terminlücke ein Verhandlungsvorgang. Hier haben wir eine Terminlücke.

Zwei Lesarten desselben leeren Platzes

Real Madrid weist einen Zusammenhang zwischen Vinícius‘ Abwesenheit und den Arsenal-Gerüchten ausdrücklich zurück. Und der Journalist Ramón Álvarez berichtete bereits vor Tagen, der Rückkehrtermin nach dem WM-Urlaub sei Freitag, der 31. Juli – ohne Drama, ohne Streik. Beides kann stimmen: Man kann pünktlich zurückkommen und trotzdem hart verhandeln.

Die Frage ist nicht, ob er streikt. Die Frage ist, wer die Bildrechte bekommt

Der Vertrag läuft bis zum 30. Juni 2027. Das letzte Jahr also – die Position, in der jeder Spieler der Welt Macht gewinnt und jeder Klub sie verliert. Madrids Bedingung ist unverändert und ziemlich schroff: Vinícius kann bleiben, wenn er sich mit dem Status als gemeinsamer Topverdiener neben Kylian Mbappé zufriedengibt. Ein verbessertes Angebot ist nicht geplant.

Der eigentliche Streitpunkt liegt aber nicht beim Grundgehalt. Berichten zufolge tritt Vinícius derzeit rund die Hälfte seiner Werbeeinnahmen an den Klub ab – und genau darüber verhandelt seine Seite, die Agentur Roc Nation, neu. Wer bei der WM 15 bis 16 Sponsoren gleichzeitig bedient, bringt ein Argument mit, das mit Toren nichts zu tun hat. Es geht um Prozentpunkte an einem Gesicht.

Arsenal, ein Rekord und Gespräche, die es nicht gibt

Arsenal prüft die Rahmenbedingungen, mehr nicht. Klub-zu-Klub-Gespräche sind laut übereinstimmenden Berichten nicht eröffnet, und ob der 26-Jährige überhaupt nach London wollte, ist ungeklärt. Die Größenordnungen erklären, warum: Madrids kolportierte Forderung liegt bei rund 160 Millionen Euro, transfermarkt taxiert den Marktwert auf etwa 140 Millionen, Arsenals interne Bewertung soll bei knapp unter 100 Millionen liegen. Dazwischen liegt der britische Transferrekord, den die Gunners deutlich überbieten müssten.

Dazu die Gegenrede aus Madrid: José Mourinho will Vinícius behalten und hat ihn als festen Bestandteil seiner Planung für 2026/27 bezeichnet. Dass der Klub gleichzeitig Yan Diomandé von RB Leipzig umwirbt, ist keine Gegenaussage – große Vereine planen für beide Fälle.

Der 31. Juli ist der einzige Termin, der zählt

128 Tore in acht Jahren, seit seinem 18. Lebensjahr im Klub, Kapitänsbinde, ein Spieler, der öffentlich mehrfach gesagt hat, er könne sich ein Leben außerhalb Madrids nicht vorstellen. Wer daraus einen Abschied Richtung Premier League liest, liest die Verhandlung als Bruch. Zwischen den Forderungen liegt nach spanischer Darstellung keine unüberbrückbare Summe, und der Spieler tendiert Berichten zufolge zur Verlängerung.

Bleibt der Platz in Valdebebas Ende der Woche leer, hat die Streik-Lesart ein Argument. Steht Vinícius dort, war das Ganze ein Urlaubskalender mit Zuschauern. Wer im Juli aus einem leeren Trainingsplatz einen Transfer macht, muss im Winter erklären, warum der Spieler noch da ist.

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