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·3. Oktober 2026

Von seinem Land als Messi gefeiert: Ex-Wunderkind findet keinen Verein mehr

Artikelbild:Von seinem Land als Messi gefeiert: Ex-Wunderkind findet keinen Verein mehr

Während Kroatien heute Abend ab 18 Uhr in der Nations League auf England trifft, sitzt Alen Halilovic vielleicht vor dem Fernseher, um sein Land anzufeuern. So ganz genau wissen wir das natürlich nicht. Was wir wissen: Noch vor wenigen Jahren hätten etliche Experten den 30-Jährigen heute Abend auf dem Feld vermutet, um die Kroaten als einen der absoluten Stars anzuführen. Halilovic ein Star?

Zugegeben, aus heutiger Perspektive erscheint die Aussage mehr als fragwürdig. Fernab der großen Fußballbühne spielte der offensive Mittelfeldspieler in den vergangenen Jahren bei kleineren Klubs. Über Reading (Championship) und HNK Rijeka (1. kroatische Liga) ging es 2023 in die Eredivisie.


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Bei Fortuna Sittard avancierte Halilovic zunächst zum Stammspieler, ehe es vergangene Saison so gar nicht mehr lief. Gebeutelt von Verletzungen kam der Kroate in einem Jahr auf ganze 30 Minuten Spielzeit. Selbst wenn er fit war, blieb oft nur ein 90-minütiger Bankplatz. Fünfmal schaffte es Halilovic gar nicht erst in den Spieltagskader. Im Sommer folgte der nächste Rückschlag.

Sittard verlängerte nicht mit Halilovic, den die Fußballwelt einst als den kroatischen Messi oder den neuen Modrić bezeichnete. Und das tat sie nicht ohne Grund.

Als Halilovic 2014 zum FC Barcelona ging, war er bei Dinamo Zagreb schon längst ein Held. Mit 16 Jahren schoss er sich zum jüngsten Torschützen in Zagrebs Vereinsgeschichte und debütierte erstmals für die kroatische Nationalmannschaft.

Ähnlich wie Messi überzeugte der 1,69 Meter kleine Halilovic dabei durch seine extreme Wendigkeit und die Fähigkeit, aus dem Nichts Chancen zu kreieren. Der Hype um seine Person war jedoch nicht nur immer positiv.

„Ich war nur ein Kind, das Freude daran hatte, Fußball zu spielen, aber nach einiger Zeit begannen die Leute bei schwächeren Leistungen mit dem Finger auf mich zu zeigen. Die Menschen hatten vergessen, dass ich noch ein Kind war und gerade einmal 16 oder 17 Jahre alt war“, berichtete Halilovic 2024 gegenüber 'The Athletic', angesprochen auf seine Anfangszeit in Barcelona.

Doch nicht nur der Druck von außen habe es dem heute 30-Jährigen schwer gemacht: „Ich merkte, dass Luis Enrique mich dort nicht haben wollte.“

Nur ein einziges Spiel bestritt Halilovic für die erste Mannschaft des FC Barcelona, ehe ihn die Katalanen – trotz einer starken Leihsaison als Stammspieler bei Sporting Gijón – im Sommer 2016 an den Hamburger SV verkauften. Falls du ein eingefleischter Bundesliga-Fan bist und ihn trotzdem nicht auf dem Schirm hast, musst du dich nicht schämen.

Halilovic absolvierte gerade einmal sieben Partien für die Rothosen, ehe er nach einer Leihe im Sommer 2017 fest zu Las Palmas wechselte. Sowohl der frühere HSV-Trainer Bruno Labbadia als auch dessen Nachfolger Markus Gisdol hatten zuvor die unzureichenden Defensivqualitäten des Kroaten bemängelt. Die 'Welt' sprach vom „größten Missverständnis“ des HSV.

Ein brutales Urteil, wenn wir uns vor Augen rufen, dass Halilovic zu dem Zeitpunkt immer noch erst 20 Jahre alt war. Und doch scheint es beim Kroaten Spuren hinterlassen zu haben. Statt einer Weltkarriere beim FC Barcelona folgten zehn Vereinswechsel und der Wandel vom Wunderkind zum Profi, der keinen Verein mehr findet. Und statt eines neuen Modrićs steht heute der "alte" Modrić für Kroatien auf dem Spielfeld, wenn es gegen England in der Nations League geht. 


📸 QUIQUE GARCIA

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