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·19. April 2026

Vor Topspiel gegen ManCity: Was Arsenal momentan fehlt

Artikelbild:Vor Topspiel gegen ManCity: Was Arsenal momentan fehlt

Sechs Punkte Vorsprung und trotzdem nur noch Außenseiter? Vor dem Gipfeltreffen mit ManCity bereitet die aktuelle Form Arsenal große Sorgen.

Für neutrale Fans der Premier League gibt es nichts Größeres als diese Spiele: Potenzielle „title decider“ auf der Zielgerade der Saison. Lange lieferten sich Manchester City und Jürgen Klopps Liverpool solche Duelle, mittlerweile ist der FC Arsenal Jahr für Jahr im Zweikampf um den Titel vertreten. Zum großen Wurf reichte es unter Mikel Arteta bisher jedoch nicht und auch in dieser Saison scheint dem Traditionsverein aus dem Norden Londons die Puste auszugehen.


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Vor dem Duell mit Verfolger ManCity am Sonntag (17.30 Uhr, Sky) scheint die Ausgangslage auf den ersten Blick komfortabel zu sein. Sechs Punkte beträgt der Vorsprung der Gunners auf die Skyblues. Die Mannschaft von Pep Guardiola hat allerdings neben dem direkten Duell noch ein Nachholspiel in der Hinterhand und kann den Rückstand daher aus eigener Kraft aufholen. Arsenal braucht im Topspiel mindestens ein Unentschieden, um die Cityzens auf Distanz zu halten.

Arsenal geht die Puste aus: Ergebniskrise zur Crunchtime

Dass das wie beim 1:1 im Hinspiel gelingt, darf jedoch bezweifelt werden. Nach einer über weite Strecken dominanten Saison, ist Arsenal zur absoluten Unzeit in eine Krise gerutscht. Spielerisch konnte die Arteta-Elf, die in den vergangenen Jahren mit tollem Offensivfußball aus dem Tabellenmittelfeld in die Spitzengruppe zurückkehrte, schon länger nicht mehr überzeugen.

Zuletzt zeigten jedoch auch die Ergebnisse einen besorgniserregenden Trend. Von den letzten fünf Pflichtspielen gewann Arsenal nur eins, das Hinspiel im Viertelfinale der Champions League bei Sporting. Auch dort taten sich die Nordlondoner schwer und fuhren nur als Sieger heim, weil Kai Havertz in der Nachspielzeit ein geniales Zuspiel von Gabriel Martinelli veredelte. Im Finale des Carabao Cups enttäuschte man gegen ManCity auf ganzer Linie und gab den ersten Titel der Saison aus der Hand, im ersten Spiel nach der Länderspielpause verabschiedete man sich bei Zweitligist Southampton peinlich aus dem FA Cup.

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Foto: Getty Images

Die Generalproben vor dem Spitzenspiel verliefen ebenfalls enttäuschend. In Premier League verspielte man beim 1:2 gegen den AFC Bournemouth ein noch komfortableres Polster auf den Verfolger, im Rückspiel gegen Sporting reichte ein 0:0 zum Weiterkommen. Immerhin: Gegen die Portugiesen fehlte zwar die Durchschlagskraft, spielerisch zeigte die Mannschaft aber phasenweise gute Ansätze.

Zubimendis Formtief als Sinnbild der „Meisterflatter“

Nach drei Vizemeisterschaften in Folge änderte Arteta seine Herangehensweise vor dieser Spielzeit. Arsenal zeigt weniger Hurra-Fußball, setzte dafür auf eine defensive Stabilität und wurde zur gefährlichsten Standard-Mannschaft der Welt. Zuletzt leistete sich die Hintermannschaft jedoch immer wieder Aussetzer, gegen Bournemouth war die Abwehr bei beiden Gegentoren im Tiefschlaf.

Auch die Standardsituation führten zuletzt nicht mehr in dem Maße zum Erfolg, wie noch in der Hinrunde. Dass die Innovationsmöglichkeiten bei Eckbällen und Freistößen während der laufenden Saison begrenzt sind und Gegner sich auf die Kniffe der Gunners mittlerweile einstellen, ist nur logisch. Allerdings fehlt der Arteta-Elf dazu fußballerisch dermaßen die Kreativität, dass die ausbleibenden Tore nach Standards und Schnitzer in der Defensive momentan nicht durch eigene Treffer aufgefangen werden können.

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Foto: Getty Images

Das „bottle“-Narrativ, das in Bezug auf die Gunners gerne bemüht wird und besagt, dass Arsenal kurz vor dem Ziel stets in sich zusammenfällt, geht noch auf die letzten Jahre unter Arsene Wenger zurück und traf bei den drei Vizemeisterschaften unter Mikel Arteta bisher höchstens bedingt zu. In dieser Spielzeit scheinen die Spieler allerdings tatsächlich die „Meisterflatter“ zu kriegen. Das Selbstverständnis in den einfachsten Aktionen ist weg, das Selbstvertrauen sowieso.

Sinnbildlich dafür steht Martin Zubimendi. In der Hinrunde hat der Spanier Woche für Woche an der Seite von Declan Rice eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er zu den besten Sechsern der Welt gehört, er war das Metronom im Spiel der Gunners. Mittlerweile ist der 26-Jährige, der vor der Saison von Real Sociedad kam, ein Schatten seiner selbst. Bei der Pleite gegen Bournemouth mussten Myles Lewis-Skelly und Declan Rice den verunsicherten Strategen schon während der Spiels wieder aufbauen.

Ein 16-Jähriger als Hoffnungsträger, Ödegaard sucht nach dem Rhythmus

Während die Abwehrreihe trotz der schwankenden Leistungen immer noch die wohl bestbesetzte der Welt ist und Rice seinen Stiefel auf der linken Acht stets auf hohem Niveau runterspielt, fällt Arsenal derzeit zunehmend die Kaderplanung in der Offensive auf die Füße. Noni Madueke und Gabriel Martinelli können für elektrisierende Momente sorgen, haben aber nicht den Einfluss auf das Spiel wie der überspielt wirkende Saka. Leandro Trossard ist ein guter Abschlussspieler, dem Belgier fehlt es auf dem Flügel aber an Tempo und Direktheit. Der größte Hoffnungsträger ist derzeit Max Dowman, mit seinen 16 Jahren will Arteta dem Ausnahmetalent jedoch noch nicht zu viel Verantwortung aufschultern.

Und dann ist da ja noch Viktor Gyökeres. Der Schwede kommt mittlerweile zwar auf ordentliche 18 Pflichtspieltore, nimmt dem Angriffsspiel mit seinen technischen Aussetzern aber mehr als er gibt. Seine effektivste Rolle wäre mit seiner Naturgewalt wohl die als Joker für die Schlussphase, nachdem der fußballerisch weitaus versiertere und spielintelligentere Havertz den Gegner mürbe gemacht hat. Dafür reicht es beim DFB-Star nach seiner langen Verletzung aber noch nicht im Drei-Tages-Rhythmus. Eine weitere Option wäre Not-Stürmer Mikel Merino, der aber ebenfalls verletzt ausfällt.

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Foto: Getty Images

Zudem muss Havertz derzeit oft im Mittelfeld aushelfen, weil Martin Ödegaard weiterhin mit Verletzungen und schwachen Leistungen zu kämpfen hat. Der Norweger war in der steilen Entwicklung unter Arteta vielleicht der einflussreichste Faktor, seine Kreativität ist weder durch einen Havertz noch durch Eberechi Eze oder Youngster Dowman zu ersetzen. Ödegaards Formloch ist – auch aufgrund der wiederkehrenden Blessuren – inzwischen jedoch ein gewaltiger Krater.

Vor dem Spiel, das die Meisterschaft in der Premier League entscheiden könnte, sind die Baustellen bei Arsenal allgegenwärtig. Verletzungen, Formschwankungen, spielerische Defizite und allen voran die mentale Komponente machen die Gunners trotz des Vorsprungs gegenüber Manchester City zum Außenseiter im Titelkampf. Mikel Arteta muss sein Team wieder in die Spur bringen – die Zeit drängt.

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