MillernTon
·4. April 2026
Vorbericht: 1. FC Union Berlin – FC St. Pauli (28. Spieltag, 25/26)

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Das nächste Endspiel steht an: Mit dem 1. FC Union Berlin erwartet den FC St. Pauli ein extrem unangenehmer Gegner, der in der Tabelle aber ebenfalls nach unten schaut.(Titelfoto: Stefan Groenveld)
Im „Vor dem Spiel“-Gespräch hat sich Yannick mit Nadi von Textilvergehen unterhalten. Darin geht es neben dem Spiel am Sonntag und der aktuellen sportlichen Situation unter anderem auch um die 1. Frauen des FCU, Sondertrikots und das Vereinsinnenleben. Hört gerne rein.
Diese Liste ist leider etwas länger als vor der Länderspielpause. Aber immerhin berichtete Alexander Blessin dann auf der Pressekonferenz am Freitag, dass es nicht ganz so dramatisch ist, wie es zwischenzeitlich zu sein drohte. Ricky-Jade Jones, Simon Spari und James Sands fallen sicher und auch noch langfristig aus. Auch Eric Smith, Tomoya Andō und Manos Saliakas werden das Spiel am Sonntag verpassen, Alexander Blessin prognostizierte auf der PK aber, dass diese drei Spieler in der Folgewoche, wenn der FC Bayern München zu Gast sein wird, wieder mit an Bord sein könnten.
Bereits in Berlin dabei sein wird Lars Ritzka, der einen kleinen operativen Eingriff an der Schulter hatte, in dieser Woche aber wieder voll mittrainieren konnte. Auch Karol Mets ist einsatzbereit. Der Innenverteidiger fehlte einige Wochen aufgrund einer Verletzung aus dem Hoffenheim-Spiel, ist aber wieder voll dabei und bereit für Sonntag, auch weil man ihm in Sachen Fitness nicht anmerke, dass er wochenlang nicht mittrainieren konnte, so Blessin. Joel Fujita fehlte dem japanischen Nationalteam Anfang der Woche aufgrund einer kleineren Blessur, konnte aber am Freitag wieder voll mittrainieren und wird dabei sein. Ob das auch für Andréas Hountondji gilt, muss abgewartet werden. Der Angreifer sei zwar fit, doch ein privates Thema zwang ihn dazu unter der Woche mit dem Training auszusetzen und der FCSP-Coach setzte zumindest ein kleines Fragezeichen hinter die Einsatzfähigkeit des 23-jährigen.
Ganz anders die Situation bei Union: Es sieht so aus, als wenn Trainer Steffen Baumgart am Sonntag nur auf Ersatztorhüter Matheo Raab verzichten muss. Alle anderen Spieler sind fit und somit kann der FCU-Coach aus den Vollen schöpfen, was es dem FC St. Pauli sicher nicht einfacher machen wird.
Puuuh, also ich muss ehrlich gestehen, dass ich als neutraler Fußballfan nicht unbedingt alles stehen und liegen lassen würde, um mir ein Spiel zwischen dem 1. FC Union Berlin und dem FC St. Pauli anzuschauen. Gerne würde ich sagen, dass das hauptsächlich an Union liegt, aber die gesamte Mischung dürfte in diesem Fall nicht dafür sorgen, dass wir einen fußballerischen Leckerbissen zu erwarten haben.
Der 1. FC Union Berlin steht nach 27 Spieltagen auf Rang neun mit 31 Zählern. Er ist damit so etwas wie der Spitzenreiter unter allen Teams, die noch etwas mit dem Abstieg zu tun haben könnten. Nach oben (Freiburg auf Platz acht hat 37 Punkte) dürfte eher wenig gehen, dafür ist Union zu unkonstant und qualitativ auch einfach nicht gut genug. Und so wirklich wundern würde es auch nicht, sollte Union nochmal in Abstiegsnöte geraten. Denn die letzten Spiele waren insgesamt alle nicht so richtig gut, auch von den Ergebnissen her. Sieben Zähler holte das Baumgart-Team aus den letzten neun Ligaspielen. Davor stand Union Berlin zwar auch auf Rang neun, aber der Vorsprung auf Rang 16 ist von einst elf Zählern (18. Spieltag) auf nun nur noch sieben zusammengeschrumpft. Verliert Union am Sonntag, dann sind es maximal noch fünf Zähler und es könnte dann wirklich nochmal gefährlich werden.

Im Hinspiel gelang es dem FC St. Pauli nur selten, Torgefahr zu erzeugen. Union Berlin zwar auch, aber das Team von Steffen Baumgart erzielte durch eine Standardsituation den Siegtreffer. // (c) Stefan Groenveld
Um eine Idee davon zu bekommen, was den FC St. Pauli am Sonntag für ein Gegner erwartet, reicht die Kombination aus zwei Statistiken, in einer führt Union, in der anderen ist das Team Schlusslicht: Kein Team spielt weniger Pässe als die Berliner und keines schlägt mehr lange Bälle. Der 1. FC Union Berlin möchte den Ball auch einfach nicht haben, hat durchschnittlich nur 38 Prozent Ballbesitz pro Partie (Platz 18) und fokussiert sich so stark wie niemand anderes auf lange und zweite Bälle, oft auf Angreifer Andrej Ilić, der daher auch durchschnittlich die meisten Kopfballduelle aller Bundesligaspieler führt. Blessin weiß um diese unangenehme Spielweise und schwört sein Team darauf ein: „Viele Umschaltmomente und lange Bälle und viel Hin und Her – es kann ein hohes Frustrationslevel geben. Da müssen wir eine gewisse Toleranz zeigen.“Zudem muss der FC St. Pauli auch bei Standardsituationen aufpassen, was der zweite Fokus der Berliner ist. Blessin erinnert dabei an das Hinspiel: „Sie werden versuchen, solche Situationen immer wieder zu kreieren. Mit Blick auf das Hinspiel können wir ein Lied davon singen. Das war ein klares 0:0-Spiel mit wenigen großen Chancen. Eine Unaufmerksamkeit bei einem Einwurf wurde hart bestraft, als Rani Khedira dann das Tor machte.“
Gegen den Ball ist der 1. FC Union Berlin dann nicht weniger unangenehm. Nur Hoffenheim foulte in dieser Saison öfter als das Team von Steffen Baumgart, das sich oft und gerne tief in einem 5-4-1 einigelt. Hier muss der FC St. Pauli unbedingt Lösungen finden, nicht nur in Umschaltsituationen, sondern vermutlich besonders gegen diesen tiefen Block. Das ist aber natürlich leichter gesagt als getan, daran haben sich in dieser Saison bereits viele Teams die Zähne ausgebissen. Doch trotz dieser unangenehmen Spielweise ist Union Berlin natürlich nicht unschlagbar. Wie das gehen kann, hatte zum Beispiel Borussia Mönchengladbach vor ein paar Wochen eindrucksvoll gezeigt. Den Fohlen gelang es besonders gut, den Raum zwischen der Doppelsechs und der Innenverteidigung zu öffnen und dort mit seinen Zehnern für Gefahr zu sorgen. Das ist sicher auch eine Chance für den FC St. Pauli – allerdings nur dann, wenn das Team gleichzeitig hinten nichts zulässt. Es ist also zweifelsohne eine sehr schwere Aufgabe.
Keine Ahnung, mit welcher personellen Aufstellung Union spielen möchte. Die wird auch davon abhängen, was sich die Berliner von dem Spiel erhoffen beziehungsweise, ob sie diese Partie unbedingt gewinnen möchten oder sich auch mit einem Punkt zufriedengeben würden. Ich hoffe darauf, dass sie gewinnen wollen, fürchte aber, dass sie das letzte Risiko scheuen werden. Zurück zur Aufstellung: Keine Ahnung, aber die Dreier-Innenverteidigung mit Querfeld, Doekhi und Leite ist auf jeden Fall das Herzstück des Teams.
Beim FC St. Pauli sind durch die Ausfälle von Eric Smith und Tomoya Andō zwei personelle Wechsel bereits sicher. Drei Spieler kommen als Ersatz in der Innenverteidigung in Frage: Karol Mets, David Nemeth und Adam Dźwigała. Viel spricht dafür, dass es Mets und Dźwigała sein werden, die in der Startelf stehen (links und rechts neben Hauke Wahl), da Nemeth nach langer Verletzung vermutlich immer noch ein wenig braucht, ehe er eine echte Option für die Startelf ist.Ob Lars Ritzka nach seiner kleinen OP nun direkt auch wieder ein Startelf-Kandidat ist oder aber Louis Oppie nach langer Zeit mal wieder von Beginn an auf dem Platz stehen darf, ist unklar, ich tippe aber auf Oppie. Zudem ist denkbar, dass Connor Metcalfe eine prominentere Rolle als zuletzt spielen könnte. Denkbar wäre, dass er auf der Sechs (statt Rasmussen) oder auf der Zehn (statt Sinani oder Pereira Lage) zum Einsatz kommt. Ich halte es aber für wahrscheinlicher, dass Metcalfe eher früher als zuletzt von der Bank kommen wird.
Dieses Spiel bei unangenehmen, aber wackeligen Berlinern ist für den FC St. Pauli sicher eine Chance auf Punkte. Da der FCSP in der Woche darauf den FC Bayern München empfängt, ist es eigentlich auch schon zwingend nötig, in Berlin zu punkten, weil sonst die Tabelle nach dem Bayern-Spiel ganz böse aussehen könnte. Alexander Blessin ist jedenfalls ziemlich klar in seiner Ansage: „Es sind nur noch sieben Endspiele, wir können uns nicht mehr viele Ausrutscher erlauben“, betont aber zudem, dass das Team für die letzte Phase der Saison bereit sei: „Egal ob Sieg oder Niederlage – die Jungs sind gewillt, durchs Feuer zu gehen. Die Leistungen waren dementsprechend, das müssen wir jetzt noch paaren mit den Ergebnissen. Dann bin ich mir auch sicher, dass wir unser Ziel auch erreichen werden.“
Forza!// Tim
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