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·7. Juni 2026
Wahltag bei Fenerbahce: Wer wird neuer Präsident in Kadiköy Aziz Yildirim oder Hakan Safi?

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·7. Juni 2026

Die außerordentliche Sitzung der gewählten Generalversammlung von Fenerbahce hat am zweiten Tag der Versammlung epische Züge angenommen. Nachdem am ersten Sitzungstag im weiten Rund des Fenerbahce Sükrü Saracoglu-Chobani-Stadions der Tätigkeitsbericht des amtierenden Vorstands verlesen und von den anwesenden Kongressabgeordneten offiziell angenommen wurde, steht nun die alles entscheidende Abstimmung im Fokus. Das gesamte Gelände rund um den Klub gleicht einem Hochsicherheitsbereich der sportlichen Demokratie. In der Generalversammlung haben exakt 44.741 Kongressabgeordnete das verfassungsmäßige Wahlrecht, wobei an insgesamt 45 Wahlurnen die Stimmen abgegeben werden können, um die zukünftige Ausrichtung des Traditionsvereins zu bestimmen.
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Die Stimmabgabe, die pünktlich um 08:00 Uhr (MEZ) auf dem Gelände der direkt neben dem Sportkomplex gelegenen Kenan-Evren-Oberschule begann, mobilisierte die gesamte Führungselite der gelb-blauen Gemeinschaft. Unter den wachsamen Augen der Medienvertreter reiste auch der amtierende Fenerbahce-Präsident Sadettin Saran an, um seine Stimme in die Urne zu werfen, verzichtete jedoch im Anschluss auf jegliche Kommentare und verließ das Areal unverzüglich. Am Eingangstor spielten sich derweil emotionale Szenen ab, als die Anhänger der beiden verbleibenden Präsidentschaftskandidaten ihre Favoriten lautstark empfingen. Während der Herausforderer Hakan Safi, der mit einem Weißem Wahlzettel antritt, das Feld als Erster betrat und die Kongressabgeordneten per Handschlag begrüßte, entfachte der Einzug von Vereinsikone Aziz Yildirim, der den Gelben Wahlzettel repräsentiert, ohrenbetäubenden Jubel und massive Sprechchöre unter den Mitgliedern.

Foto: IHA
Für ein gewaltiges mediales Echo sorgte der Auftritt des ehemaligen Vereinspräsidenten Ali Koc, der nach seiner eigenen Stimmabgabe ein bemerkenswertes und furchtloses Plädoyer an die versammelten Reporter richtete. In einer flüssig in die Berichterstattung integrierten Erklärung, wie sie im Rahmen der Medienrunde direkt am Wahllokal aufgezeichnet wurde, rief er die tief zerstrittene Gemeinschaft zu einer unumstößlichen Allianz auf. Er forderte das sofortige Ende der internen Machtspiele, um den Verein nicht weiter zu schwächen, und richtete klare Worte an das Umfeld: „Bei Fenerbahce herrscht ein tiefes Verständnis für die Kultur der Demokratie. Wir erleben gerade wieder ein Beispiel dafür. Wer auch immer gewinnt, möge Fenerbahce gewinnen. Ich hoffe, dass die von beiden Kandidaten erwähnte Einheit und Zusammengehörigkeit nicht nur leere Worte bleiben, sondern dass sich die Gemeinschaft um den neuen Vorsitzenden von Fenerbahce schart, wer auch immer das sein mag. Während wir uns intern streiten, ist der Zug längst abgefahren. Fenerbahce ist eine Gemeinschaft, die seit Jahren unter schwerwiegender Ungerechtigkeit leidet. Es ist höchste Zeit, dass diese Einheit und Zusammengehörigkeit entsteht. Ich wünsche Hakan Safi und Aziz Yildirim viel Erfolg.“ Seine eigene Zurückhaltung im Vorfeld begründete er damit, dass eine hohe Wahlbeteiligung die Legitimation des Gewinner-Vorstands massiv stärke.

Foto: IHA
Im Zentrum des emotionalen Bebens stand jedoch der Präsidentschaftskandidat Aziz Yildirim. Der langjährige Funktionär konfrontierte seine Kritiker im Fließtext mit einer mitreißenden Rede und sprach mit brechender Stimme über die schwersten Stunden seiner Amtszeit, in denen die Anhänger treu zu ihm standen. Er machte deutlich, dass seine Aufopferung für den Klub von manchen Personen nicht im Ansatz verstanden werde. Vor den Mikrofonen ließ er seinen Gefühlen freien Lauf und hielt eine denkwürdige Ansprache: „Ich habe unbezahlte Schulden bei der Fenerbahce. Er erzählte mir die Lebensgeschichte, mit der ich in Fenerbahce geehrt wurde. In den Zeiten, in denen dein Bruder hört, dein Sohn hört, warst du mein Bruder. Ich war noch nie allein vor Gerichtstüren, im Gefängnis. Ich schulde dir und Fenerbahce etwas. Wie kann ich an meinem Geburtstag, an den ich mich nicht einmal erinnere, an die Gefängnismauer kommen und die Fenerbahcheaner vergessen, die meinen Geburtstag gefeiert haben, wie kann ich die 50.000 Frauen vergessen, die dieses Stadion gefüllt haben. Ich verdanke das Fenerbahce, das sich vor dem Staat dem Militär, der Polizei, widersetzt. Meine Freunde und ich kommen, um diese Schulden zu begleichen. Ich bin gekommen, um diejenigen zu bekämpfen, die Fenerbahce mit allerlei Intrigen blockieren, diejenigen, die Fenerbahce den Hals beugen, wie sie es verdienen.“ Er erinnerte zudem an historische Triumphe der Vergangenheit, als man den Erzrivalen im eigenen Stadion mit 2:1 bezwang, um die Meisterschaft perfekt zu machen.

Foto: IHA
Ein weiterer hochrangiger Akteur im gelb-blauen Kosmos, Mehmet Ali Aydinlar, der als ehemaliger Präsident des nationalen Fußballverbandes gilt und als stimmberechtigter Kongressabgeordneter registriert ist, schritt unter enormem Andrang der Fangemeinden zum Brustbereich der Wahllokale. Nach dem Einwurf seines Stimmzettels beschwor er die traditionellen Werte des Clubs und betonte kurz und knapp: „Werde gut für Fenerbahce. Gewinner ist Fenerbahce. Ich werde immer bei Fenerbahce sein.“ Konfrontiert mit der brisanten Frage der Journalisten, warum er sich von seiner ursprünglichen Nominierung für diese historische Wahl im letzten Moment zurückgezogen habe, weigerte sich der Funktionär, die Gerüchteküche weiter anzuheizen. Er erteilte weiteren Spekulationen eine klare Absage und gab zu Protokoll: „Lasst uns keine weiteren Kommentare abgeben und auf das Ergebnis warten.“ Die Wahllokale schließen offiziell um 16:00 Uhr (MEZ), womit das nervenaufreibende Warten auf die Stimmauszählung begonnen hat.

Foto: IHA

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