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Philipp Overhoff·3. März 2026
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Philipp Overhoff·3. März 2026
Selten haben Aussagen eines Bundestrainers für derart großes Aufsehen gesorgt! Obwohl die nächste Länderspielpause noch einige Wochen in der Zukunft liegt, redet Fußball-Deutschland seit Tagen fast ausschließlich über das große 'kicker'-Interview von Julian Nagelsmann.
Darin kündigte der 38-Jährige mit Blick auf den WM-Kader so manche unpopuläre Maßnahme an. "Es wird Entscheidungen geben, das kann ich jetzt schon verraten, die vermutlich nicht auf supergroßes Verständnis stoßen", so Nagelsmann. "Nicht beim Spieler, aber auch nicht in der breiten Öffentlichkeit, weil vielleicht ein Spieler bei uns nicht in der ersten Elf eingeplant ist, der bei seinem Verein aber Stammspieler und Leistungsträger ist."
Es war eines von vielen Statements des Bundestrainers, das unter Fans und Medien für große Verwunderung sorgte. Kritiker werfen Nagelsmann sogar vor, seine gerade zu Beginn der Amtszeit getätigten Aussagen zum Leistungsprinzip seien nur noch Schall und Rauch.
Aber von welchen Spielern könnte der Bundestrainer ganz konkret gesprochen haben? Welche DFB-Stars überzeugen in ihren Vereinen, haben unter Nagelsmann aber einen schweren Stand? 100 Tage vor der WM blicken wir auf vier mögliche Kandidaten, die im Sommer fehlen könnten.

Nahezu perfekt passt diese Beschreibung auf Angelo Stiller. Abermals spielt der 24-Jährige eine tolle Saison, ist Denker und Lenker beim VfB Stuttgart – also in einer Mannschaft, die in der Bundesliga auf Champions-League-Kurs und in beiden Pokalwettbewerben noch vertreten ist.
Doch Stiller zählt nicht gerade zu Nagelsmanns Lieblingen. Bei der Länderspielpause im vergangenen November gehörte der Linksfuß völlig überraschend nicht einmal zum Kader. Zudem stellte der Bundestrainer Leon Goretzka im 'kicker'-Interview eine Quasi-Stammplatz-Garantie aus. Um den zweiten Platz in der Mittelfeld-Zentrale sollen Aleksandar Pavlovic und Felix Nmecha konkurrieren.
Selbst wenn Stiller nach Nordamerika reisen darf, droht im also ein Turnier am hinteren Ende der Ersatzbank. Gut möglich ist allerdings auch, dass er gar nicht erst eingeladen wird.
Selbiges Schicksal könnte auch Anton Stach ereilen. Dem Mittelfeldmann von Leeds United stellte Nagelsmann trotz einer starken Premier-League-Saison ein durchwachsendes Zeugnis aus.
"Er ist nicht besonders stark in der Luft und auch nicht der Beste bei Balleroberungen. Außerdem ist er jemand, der es vorzieht, das Spiel vor sich zu haben", erklärte Nagelsmann. Am besten habe ihm der 25-Jährige daher als zentraler Innenverteidiger einer Dreierkette zu Hoffenheim-Zeiten gefallen.
Eine solche Rolle sucht man im DFB-System allerdings vergeblich. Der in England extrem populäre Stach könnte also ebenfalls durchs Raster fallen und den kommenden Sommer auf dem heimischen Sofa verbringen.

Für ganz besonders viel Gesprächsstoff sorgt Nagelsmanns Einschätzung zum vielleicht größten Aufsteiger der bisherigen Bundesliga-Saison. Für Said El Mala könnte es demzufolge ziemlich eng werden.
"Er muss einfach mehr Spielzeit bekommen in Köln", forderte der Bundestrainer und richtete diese Worte nicht etwa an Effzeh-Coach Lukas Kwasniok, sondern an El Mala selbst. "Said muss den Anspruch haben, dass er in Köln Stammspieler ist und immer spielt. Aber er spielt 50 Prozent, das ist zu wenig."
Da sich an dieser Situation in den kommenden Wochen nur wenig ändern dürfte, stehen die WM-Chancen des 19-Jährigen vermutlich nicht allzu gut. Muss die deutsche Mannschaft in Nordamerika also ohne die Joker-Qualitäten von El Mala auskommen?
Obwohl er seit mittlerweile anderthalb Jahren wie am Fließband trifft, liest sich die bisherige DFB-Karriere von Jonathan Burkardt extrem durchwachsen. Der Stürmer kommt auf mickrige 106 Einsatzminuten in fünf Spielen.
Nach einem durchwachsenen Startelf-Auftritt im vergangenen März gegen Italien hat Burkardt unter Nagelsmann sichtbar an Standing verloren. Trotz eines überragenden Saisonbeginns bei Eintracht Frankfurt fand sich der 25-Jährige bei den vergangenen Länderspielen ausschließlich auf der Bank wieder.
Dass er sich im Anschluss verletzte und erst kürzlich sein Comeback feierte, hilft da nicht. Und so könnte der WM-Zug für Burkardt fast schon abgefahren sein – obwohl er in dieser Saison im Schnitt alle 100 Minuten direkt an einem Treffer beteiligt ist.
Gibt es andere Spieler, die den von Nagelsmann angekündigten Überraschungen zum Opfer fallen könnten? Was denkst du? Schreib es uns in die Kommentare!
📸 Alexander Hassenstein - 2025 Getty Images









































