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·14. Mai 2026
Wegen Hecking: VfL Wolfsburg zu 80 Prozent Klassenerhalt

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·14. Mai 2026

Vor dem Showdown beim FC St. Pauli sieht Lars Vollmering den VfL dank Trainer Dieter Hecking auf Kurs Relegation. Die Analyse einer verfahrenen Saison.
Der VfL Wolfsburg geht mit einer paradoxen Mischung in dieses Bundesliga-Finale: maximal beschädigt – und trotzdem plötzlich wieder voller Hoffnung. Vor wenigen Wochen wirkte der Klub sportlich und emotional wie ein sicherer Absteiger. Jetzt reicht ein Sieg beim FC St. Pauli vermutlich für die Relegation. Und genau deshalb sagt Lars Vollmering alias Lenny Nero vom Wölferadio im Fever Pit’ch Podcast: „Für uns ist die Relegation ein Erfolg.“ Dass Wolfsburg überhaupt noch an dieses Überleben glaubt, hat viel mit Trainer Dieter Hecking zu tun.
Seine Bilanz wirkt auf den ersten Blick unspektakulär. Trotzdem wird Hecking kaum infrage gestellt, weil sich unter ihm etwas verändert hat, das dieser Mannschaft lange fehlte: Ordnung. Der VfL wirkt kompakter, klarer, weniger kopflos. Hecking hat aus Wolfsburg keinen guten Bundesligisten gemacht, aber wieder einen handlungsfähigen. In einer Saison, in der der Klub sportlich und intern lange auseinanderlief, ist schon das ein Fortschritt.
Dass ein Klub mit den Wolfsburger Voraussetzungen überhaupt in diese Situation geraten konnte, ist für Vollmering die eigentliche Katastrophe. Etat, Ambitionen und Kader – der VfL ist der Konkurrenz im Tabellenkeller in fast allen Belangen voraus. Spieler wie Christian Eriksen, Maximilian Arnold oder Mo Amoura stehen für Qualität, Erfahrung und individuelles Topniveau. Aber genau darin liegt aus Wolfsburger Sicht auch das Missverständnis dieser Saison. Viele talentierte Einzelspieler nützen wenig, wenn keine Mannschaft entsteht. Vollmering kritisiert, dass Wolfsburg über Jahre beim Charakterscouting zu wenig genau hingeschaut habe. Viel Geld, wenig Identität, kaum Konsequenzen – aus dieser Mischung sei schleichend eine Mannschaft entstanden, die in Drucksituationen keine gemeinsame Basis mehr hatte.
Deshalb bewertet Vollmering die Krise ausdrücklich nicht als Ausrutscher einer einzelnen Saison. Für ihn ist der Absturz Ergebnis jahrelanger Fehlentwicklungen. Zu viele Trainer, zu viele unterschiedliche Spielideen, zu wenig Kontinuität. Unter Mark van Bommel sollte Ballbesitzfußball entstehen, unter Ralph Hasenhüttl Umschaltfußball, unter Niko Kovac defensive Stabilität. Dazwischen immer neue Kaderumbauten, immer neue Korrekturen. „Ich wüsste als Spieler irgendwann auch nicht mehr, wo ich hinlaufen soll“, sagt Vollmering. Wolfsburg habe geglaubt, Qualität und finanzielle Möglichkeiten würden strukturelle Probleme dauerhaft überdecken. Genau das droht dem Klub jetzt um die Ohren zu fliegen.
Trotzdem glaubt Vollmering vor dem Endspiel auf St. Pauli noch an den Klassenerhalt. „80 Prozent“, sagt er auf die Frage nach Wolfsburgs Chancen. Weil sich nicht zuletzt dank Hecking im Klub in den letzten Wochen etwas verändert habe. Die Mannschaft lebt wieder, die Fans ziehen mit, der Verein wirkt erstmals seit langer Zeit nicht mehr komplett auseinandergerissen. Trotzdem ist das St.-Pauli-Spiel mehr als ein normales Abstiegsendspiel. Für Wolfsburg geht es um die Grundsatzfrage, wie dieser Klub künftig funktionieren will: als teurer Dauer-Notfall der Bundesliga – oder als Verein mit klarer Identität, klarer Führung und einer Idee, die größer ist als der nächste Trainerwechsel.
https://youtu.be/dT7xV6ayopY?si=qeqc8jV_jLqlP52S
Den kompletten Fever Pit'ch Talk gibt's zu sehen unter diesem Link.
- Der VfL Wolfsburg braucht beim FC St. Pauli am letzten Bundesliga-Spieltag einen Sieg für die Relegation.- Trainer Dieter Hecking hat dem VfL Wolfsburg wieder Ordnung und Struktur gegeben.- Lars Vollmering sieht die Krise als Ergebnis jahrelanger Fehlentwicklungen und nicht als Ausrutscher einer Saison.- Häufige Trainerwechsel und wechselnde Spielideen haben beim VfL Wolfsburg für fehlende Kontinuität gesorgt.- Trotz eines qualitativ hochwertigen Kaders sei beim VfL Wolfsburg keine echte Mannschaft entstanden.- Vollmering schätzt die Chancen auf den Klassenerhalt auf 80 Prozent.
00:00 Saisonfinale der Bundesliga und Abstiegskampf03:05 Die Situation des VfL Wolfsburg05:48 Ursachen für die Krise des VfL Wolfsburg11:03 Spieler und Kaderzusammenstellung13:59 Jugendarbeit und Vereinsstruktur16:54 Führung und Identität des Vereins20:45 Strukturelle Herausforderungen im Fußball22:22 Die Rolle von Volkswagen und der VfL Wolfsburg27:06 Erneuerung des VfL Wolfsburg32:43 Zukunftsperspektiven und Chancen für den Klassenerhalt
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