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·3. Juni 2026

Weltmeister Philipp Lahm kritisch: „Bundesliga im europäischen Vergleich nicht auf der Höhe“

Artikelbild:Weltmeister Philipp Lahm kritisch: „Bundesliga im europäischen Vergleich nicht auf der Höhe“

Philipp Lahm sieht den deutschen Fußball im internationalen Vergleich kritisch. Der frühere DFB-Kapitän meint, dass die Bundesliga hinter den anderen europäischen Top-Ligen zurückbleibt und ihm vor allem im Profil scharf abgegrenzter Spielertypen Sorgen bereitet.

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Italiens Mario Balotelli (R) feiert das 1:0 im EM2012-Halbfinale am 28.Juni 2012. Philipp Lahm war machtlos. AFP PHOTO / GABRIEL BOUYS / AFP / GABRIEL BOUYS


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Im stern-Interview sagte der Weltmeister von 2014, die Liga stehe nicht auf einer Stufe mit der Konkurrenz aus England und Spanien. Während die Premier League für „Wucht und Athletik“ stehe und die spanische La Liga für „anspruchsvollen Ballbesitzfußball“, fehle der Bundesliga aus seiner Sicht ein klares Markenzeichen: „Die Bundesliga insgesamt macht mir Sorgen im Vergleich mit anderen europäischen Top-Ligen. Die englische Premier League steht für Wucht und Athletik, die spanische La Liga für anspruchsvollen Ballbesitzfußball – und die Bundesliga? Mir fällt kein passendes Etikett ein“, sagte Lahm.

Zu viele ähnliche Typen, zu wenig Spezialisten

Nach Einschätzung des 42-Jährigen bildet Deutschland derzeit „zu viele ähnliche Spielertypen aus, die alles ganz gut können, aber keine Position perfekt beherrschen“. Genau darin sieht Lahm ein zentrales Problem: „Es fehlen klare Profile“, ergänzte er. Für ihn leidet darunter nicht nur die Bundesliga, sondern auch die Auswahl auf internationaler Bühne.

Als aktuelles Beispiel nannte Lahm die Nationalmannschaft, in der Kapitän Joshua Kimmich bei der WM als Rechtsverteidiger aushelfen muss. Ideal sei das nicht, betonte der frühere Bayern-Profi. „Ich würde mir wünschen, dass Joshua in der Nationalelf im zentralen Mittelfeld spielt. Bei den Bayern tut er das seit Jahren auf höchstem Niveau. In der Nationalmannschaft hätte Joshua im Zentrum ebenfalls den größten Wert. Aber auch auf rechts sehe ich ihn nicht als Notlösung. Er ist ein Weltklassespieler, auch auf der Außenbahn.“

Achse als Schlüssel für Nagelsmanns Team

Gleichzeitig stellte Lahm klar, dass das Fehlen von Spezialisten nicht zwangsläufig ein unlösbares Defizit ist. Entscheidend sei ein stabiles Gerüst aus fünf bis sechs Stammspielern, die auf dem Platz miteinander harmonieren. „Dieses Gerüst kann ich bislang nicht erkennen. Das hat mit Verletzungen von Spielern zu tun, aber nicht nur. Ein bisschen mehr Konstanz würde der Nationalmannschaft guttun“, sagte der frühere Außenverteidiger.

Trotz seiner Kritik traut Lahm dem Team von Julian Nagelsmann bei der WM einiges zu. Voraussetzung sei allerdings, dass der Bundestrainer früh im Turnier eine Achse finde. Dann halte er sogar den Weg bis ins Halbfinale oder ins Endspiel für möglich. „Der Weg kann bis ins Halbfinale oder sogar Finale führen. Ich wünsche mir jedenfalls, dass die Mannschaft lange im Turnier bleibt. Dann kann auch in diesem Sommer wieder eine besondere Stimmung in Deutschland entstehen.“

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