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·15. Februar 2026
Werder Bremen: Thiounes Optimismus grenzt an Realitätsverweigerung

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·15. Februar 2026

Kommentar zur Lage bei Werder Bremen: Null Tore unter dem neuen Trainer, Relegationsplatz und dennoch spricht Thioune von einem Mutmacher.
Zwölf Spiele ohne Sieg, null Tore in zwei Partien unter dem neuen Trainer, Relegationsplatz – und Daniel Thioune spricht von einem Mutmacher. Ich reibe mir die Augen. Das 0:3 gegen Bayern München soll also die Blaupause sein für den Klassenerhalt? Ich verstehe, dass der Werder-Trainer nach einer Pleite nicht in Panik verfallen darf. Aber was Thioune da an der Weser versprüht, grenzt an Realitätsverweigerung.
Die Fakten sind brutal: Werder Bremen hat seit zwölf Spielen nicht mehr gewonnen. Unter Thioune gab es in zwei Partien keinen einzigen Punkt, kein einziges Tor. Der Relegationsplatz ist keine Momentaufnahme mehr, sondern Ergebnis eines Dauerzustands. Und der neue Trainer erklärt, es könnte gegen die nächsten Gegner ein Stück weit einfacher werden. Ja, könnte es. Aber nur, wenn diese Mannschaft endlich das liefert, was sie seit Monaten dem Anhang schuldig bleibt: Tore, Punkte, Siege.
Mich irritiert nicht der Optimismus an sich. Mich irritiert, dass dieser Optimismus auf nichts Greifbarem fußt. Thioune lobt die Art und Weise gegen den Tabellenführer, fordert mehr Schärfe in beiden Boxen. Das klingt nach Trainersprech, nicht nach Analyse. Wer zwölf Spiele sieglos bleibt, hat kein Haltungsproblem, sondern ein Leistungsproblem. Die Offensive ist zahnlos, die Defensive anfällig. Das lässt sich nicht mit Einstellung kompensieren.
Kapitän Marco Friedl sagt, in den nächsten Wochen werde sich zeigen, ob Werder eine Mannschaft ist. Ein bemerkenswerter Satz. Denn er offenbart, dass selbst intern Zweifel bestehen. Nach einer kompletten Hinrunde plus Rückrundenstart weiß der eigene Kapitän nicht, ob sein Team zusammenhält, wenn es darauf ankommt. Das ist keine Zuversicht, das ist ein Eingeständnis.
Die kommenden Gegner heißen St. Pauli, Heidenheim, Union Berlin, Mainz, Wolfsburg. Allesamt Teams, gegen die Werder punkten muss, um die Klasse zu halten. Hier entscheidet sich die Saison. Nicht gegen Bayern München, wo eine Niederlage einkalkuliert war. Sondern gegen jene Mannschaften, die genauso um den Verbleib kämpfen. Wer dort nicht gewinnt, steigt ab. So einfach ist das.
Thioune wurde geholt, um den Turnaround zu schaffen. Zwei Spiele sind keine faire Bewertungsgrundlage, das stimmt. Aber die Tendenz ist eindeutig: null Tore, null Punkte, null Fortschritt. Der Trainer versprüht Optimismus, während die Mannschaft liefern müsste. Das passt nicht zusammen.









































