Rund um den Brustring
·19. Juni 2026
Wieder im Brustring (?): Die verliehenen Spieler des VfB

In partnership with
Yahoo sportsRund um den Brustring
·19. Juni 2026

Nicht nur die Saison des VfB ist — schon eine Weile — rum, sondern auch die derjenigen Spieler die die vergangen Spielzeit ganz oder teilweise bei anderen Vereinen verbrachten. Wir schauen zurück und beleuchten, welche Perspektiven sie beim VfB haben könnten.
Nach der Hinrunde war ich ja noch hochentzückt: Nur vier Leihspieler und alle vier haben mehr oder minder große Chancen, nach einer erfolgreichen Leihe zum VfB zurückzukehren und den Verein dann sportlich oder finanziell zu bereichern — die Leihe als Entwicklungsschritt, nicht als Kaderbereinigung. Nunja, prompt verlieh der VfB die sportlich zu diesem Zeitpunkt perspektivlosen Yannik Keitel und Leo Stergiou nach Augsburg und Heidenheim respektive. Wie sich an dieser Stelle zeigen soll, muss eine Leihe aber auch für einen eher etablierten Spieler nicht unbedingt das Ende im Brustring bedeuten. Einen Spieler findet ihr in diesem Rückblick nicht: Dennis Seimen. Dessen Zeit in Paderborn habe ich neulich in einem Artikel über die Torhütersituation beim VfB beleuchtet. Jetzt aber rein in die Saison unserer Leihspieler und wir beginnen mit den drei Spielern, die über die gesamte Spielzeit verliehen waren, zunächst mit

Malanga in Elversberg. © Andreas Schlichter/Getty Images
Der stieg, genauso wie Dennis Seimen über Umwege, am Ende der Saison in die erste Bundesliga auf. Elversberg belegte hinter Schalke den zweiten Platz. Am Erfolg der SVE hatte Malanga indes nur überschaubaren Anteil: Zum Rückrundenauftakt erzielte er Anfang des Jahres seinen insgesamt zweiten Saisontreffer bei einem 2:3 in Nürnberg, bei dem er sogar in der Startelf und zum einzigen Mal in der gesamten Saison die volle Spielzeit auf dem Platz stand. Danach reichte es für ihn nur noch für Kurzeinsätze, der längste ging über 33 Minuten beim 1:1 in Hannover Anfang April. SVE-Fan Daniel, der uns schon nach der Hinrunde Rede und Antwort zu Malanga stand, berichtet, dass er trotz des Tores kein gutes Spiel gegen Nürnberg gemacht habe und auch nur durch die Verletzung von Bambasé Conté in die Startelf rückte. Die Leistung in diesem Spiel habe vermutlich auch dazu geführt, dass es sein einziges von Beginn an war.
Nach der Hinrunde hatte Daniel noch die Hoffnung geäußert, Malanga könne auf der Außenbahn Druck auf den etablierten Tom Zimmerschied machen. Diese Hoffnung bewahrheitete sich leider nicht, stattdessen kam er nur auf zehn Einsätze, während Aufstiegstrainer Vincent Wagner vor allem auf gestandene Spieler setzte, die es ihm mit Leistung zurückzahlten, wie Daniel betont. Dementsprechend fehlt Malanga seiner Meinung nach auch noch Entwicklungszeit, um sich in einer Mannschaft wie Elversberg zum Stammspieler zu steigern — gerade im Abstiegskampf. Auch beim VfB sieht Daniel für ihn keine großen Perspektiven in der Bundesliga und empfiehlt ihm stattdessen noch eine Saison in der zweiten Mannschaft — in der sich Malanga ja schon vor seiner Leihe etabliert und sogar Champions-League-Luft geschnuppert hatte.
Dass er diesen Schritt wieder zurück in die dritte Liga geht, kann ich mir allerdings kaum vorstellen, gleichzeitig scheint es, anders als bei Seimen, nicht für regelmäßige Einsätze bei einem Aufsteiger in die Bundesliga zu reichen. Natürlich liegt es auch ein wenig daran, was Malanga sich zutraut oder ob er ein Jahr als Leistungsträger in der dritten Liga als sinnvoll für seine Entwicklung ansieht. Beim VfB läuft sein Vertrag noch bis 2028, eine weitere Leihe wäre also möglich. Genauso könnte ich mir vorstellen, dass man ihn, ähnlich wie Benjamin Boakye, mit einer Rückkaufoption abgibt. Auf den Flügeln ist der VfB in der ersten Mannschaft zwar auch nicht gerade überbesetzt, dafür aber qualitativ hochwertig. Der positive Eindruck von der Leihe aus der Hinrunde hat sich jedenfalls nicht verfestigt.
Etwas anders war die Situation im Winter bei
denn der war in der Hinrunde zu Partizan Belgrad ausgeliehen und befand sich mit der jungen Mannschaft auf Titelkurs. Da die Leihe aber nur für das Kalenderjahr 2025 galt, stellte sich im Januar die Frage, ob beim VfB zum Einsatz kommen, oder erneut verliehen würde. Auch wenn es in Bad Cannstatt durchaus Stimmen gab, die ihm zutrauten, in der Rückrunde Druck auf Ermedin Demirovic und Deniz Undav zu machen, wurde Milosevic erneut verliehen — zum mittlerweile dritten Mal seit er im Sommer 2023 als der letzte von Sven Mislintat eingeleitete Transfer zum VfB kam. Diesmal ging es für ihn nach Bremen, die erst einen Hinweis des Portals Transfermarkt benötigten, um herauszufinden, dass sie überhaupt noch einen Spieler im Winter ausleihen konnten.
Und auch sonst lag im Januar vieles an der Weser im Argen, wie uns Max vom Weserfunk berichtet. Denn Bremen hatte kaum Stürmer. Keke Topp und unser Liebling-Leverkusener Victor Boniface hatten nicht die erwarteten Leistungen gebracht und waren zudem auch noch verletzt. Milosevic sei da ein Lichtblick gewesen und die zwölf Treffer und fünf Assists in Serbien auch durchaus beeindruckend, gleichzeitig habe auch niemand erwartet, dass er die Sturmprobleme Werders würde lösen können. Hinzu kamen die sehr ungünstigen Konditionen der Leihe: Der SVW zahlte dem VfB dem Vernehmen nach eine Leihgebühr von 600.000 Euro und hatte dafür nicht einmal eine Kaufoption — was wiederum dafür spricht, dass man beim VfB mittelfristig durchaus auf ihn setzt. Und auch in Bremen war er durchaus gefragt.

Milosevic in Bremen. © Stuart Franklin/Getty Images
In seinem zweiten Spiel traf er nach 80 Minuten zum 3:2 gegen Eintracht Frankfurt, ehe Ansgar Knauff der Eintracht in der Nachspielzeit noch einen Punkt rettete. Vielleicht hätte Milosevics Tor seinem damaligen Trainer Horst Steffen auch den Job retten konnte, es kam dann aber anders. Milosevic traf noch zwei weitere Male, vor allem beim wichtigen 2:0 gegen Heidenheim. Dummerweise musste er nur zehn Minuten nach seinem Treffer zum 1:0 mit Rückenproblemen ausgewechselt werden, die ihn zudem die nächsten drei Spiele außer Gefecht setzen sollten. Gegen Saisonende verlor er dann seinen Platz an Eigengewächs Salim Musah. Dennoch rechnet Max ihm zum letztendlichen Klassenerhalt einen wichtigen Beitrag an.
Was Milosevics Perspektiven angeht, sieht ihn Max eher bei einem Bundesligisten, bei dem er mehr Spielzeit bekommt als beim VfB. Im 4–3‑3 Werders habe er als klassischer Neuner gespielt und sei in der Lage gewesen, die Gegenspieler in der Mitte zu binden. Max attestiert ihm definitiv einen Torriecher, er müsse allerdings noch lernen, seine Physis besser einzusetzen. Auch habe ihm teilweise die Bindung zum Spiel gefehlt, was aber auch am Rest der Mannschaft gelegen haben könnte. In Bremen hätte man zwar auch weiterhin Bedarf an talentierten Stürmern, jedoch seien der bereits erwähnte Musah sowie Neuzugang Kenny Quetant von Le Havre ähnlich alt wie Milosevic, aber für die chronisch klammen Bremer wesentlich günstiger. Zudem brauche der Kader nach Max Ansicht ohnehin mehr Erfahrung und Konstanz.
Ohnehin hat Milosevic gegenüber serbischen Medien deutlich gemacht, dass er sich nicht erneut verleihen lassen möchte. Generell scheint das Verhältnis zu den Verantwortlichen beim VfB etwas angespannt zu sein, wäre er doch im Winter am Liebsten in Belgrad geblieben. Immerhin scheint er nach Stationen in der Schweiz und in Belgrad den Schritt in die Bundesliga geschafft zu haben, wenn auch zu einer Mannschaft in der unteren Tabellenhälfte. Er hat noch bis 2029 Vertrag und der VfB möchte ihn keinesfalls leichtfertig abgeben. Es ist aber auch fraglich, ob er es in die Rotation für die drei Wettbewerbe in der kommenden Saison schafft, schließlich hat Sebastian Hoeneß mit WM-Teilnehmer Jeremy Arévalo ein weiteres, teures, Talent zur Verfügung und auch Tiago Tomás hat sich ja als Mann für die wichtigen Tore etabliert. Persönlich würde ich Milosevic gerne mal im Brustring sehen. Die Tatsache, dass Bremen Milosevics Gehalt während der Leihe komplett übernahm, lässt mich aber vermuten, dass man ihm den VfB damals auch mit einem gut dotierten Arbeitspapier schmackhaft machte, dass mit der Verlängerung bis 2029 im Rahmen der Leihe nach Bremen sicherlich nicht an Wert verloren haben wird. Ich könnte mir also durchaus auch vorstellen, dass der VfB Milosevic gegen Ende der Vorbereitung verkauft.
Kommen wir zu
dem ich noch die größten Chancen beim VfB ausrechne. Warum, dazu gleich mehr. Mit dem 1. FC Magdeburg steckte er in der Saisonhälfte tief im Abstiegskampf, was Markus Fiedler, der wie er vom VfB II nach Sachsen-Anhalt gewechselt war, bereits im Herbst den Job kostete. Am Saisonende rettete sich der der FCM ins gesicherte Mittelfeld und das unter tatkräftiger Mithilfe von Ulrich, der in der Rückrunde nur das letzte Saisonspiel gegen Kaiserslautern wegen einer Prellung verpasste und ansonsten nicht nur immer in der Startelf stand, sondern häufig auch über die volle Spielzeit auf dem Platz. Alex vom Podcast Nur der FCM bezeichnete ihn schon nach der Hinrunde als “unumstrittenen Leistungsträger”, dem schließt sich auch sein Kollege Thomas im Rückblick auf die Rückrunde größtenteils ein. Ulrich sei definitiv einer der konstantesten Spieler gewesen und habe der Mannschaft insbesondere mit seinen drei Saisontreffern in der Endphase der Saison geholfen. Der Torinstinkt habe ihm zwar über große Teile der Saison gefehlt, Ulrich habe aber mit seiner “sehr guten Technik und seiner (fast) immer nach vorn gedachten Spielweise” das Spiel des FCM belebt, so Thomas. Er hebt vor allem seine Dribblings und sein gutes Spielverständnis hervor, nur das Abschlussglück habe ihm eben häufig gefehlt.

Laurin Ulrich in Magdeburg. © Stuart Franklin/Getty Images
Dass letzten Endes auch etwas Zählbares für Laurin Ulrich heraussprang, ist für unseren Experten auch ein Zeichen für die Entwicklung, die er während seiner Leihe genommen habe. Zu den eben beschriebenen guten Ansätzen seien dann eben auch die Scorerpunkte hinzu gekommen. Ob er die in der kommenden Saison auch in der Bundesliga wird sammeln können sei “die wohl schwierigste Frage”, meint Thomas. Gesetzt sei er bei der Konkurrenz mit Grischa Prömel und Bilal El Khannouss auf der offensiven Sechs beziehungsweise der Achterposition sicherlich nicht, eine Option für Einwechslungen könne er aber auf jeden Fall sein. Ansonsten sieht Thomas ihn als Kandidaten für eine weitere Leihe, gegebenenfalls zu einem der beiden Aufsteiger. Theoretisch wäre nach Ulm und Magdeburg eine weitere Leihstation möglich, denn sein ursprünglich bis zu diesem Sommer laufende Vertrag wurde vor der Leihe nach Magdeburg verlängert.
Zunächst soll Ulrich aber, so ist zu hören, erstmal eine Chance erhalten, sich in der Vorbereitung in Bad Cannstatt zu zeigen. Ich würde mir wünschen, dass er dabei eine ähnlichen Weg geht wie Dennis Seimen, auch wenn er, wie Thomas richtigerweise sagt, anders als unsere neue Nummer 1 keinen Stammplatz haben wird. Aber beide waren in einem relativ jungen Alter — Ulrich ist auch erst 21 — Stammspieler in der zweiten Liga und hatten großen Einfluss auf das Spiel ihrer Mannschaft. Gleichzeitig hatten Sie mit dem Aufstiegskampf und der Relegation, beziehungsweise dem Abstiegskampf große Herausforderungen zu bestehen, die ihnen sicherlich auch in ihrer Entwicklung weitergeholfen haben. Schließlich gelten Seimen und Ulrich seit Jahren als die größten Talente eines lange sportlich mehr oder minder brachliegenden Nachwuchsleistungszentrums, noch vor wenigen Jahren konnte man beim VfB einen Wechsel Ulrichs zum FC Bayern verhindern. Letztlich liegt es aber natürlich an ihm.
Über den Talentstatus lange hinaus ist

Keitel in Augsburg. © Maja Hitij/Getty Images
der deshalb im Winter nach Augsburg verliehen wurde — zu gering waren die Einsatzchancen im defensiven Mittelfeld oder gar in der Innenverteidigung. Beim FCA sei im Winter Kristijan Jakic außer Form Elvis Rexhbecaj die einzige Alternative auf der Sechserposition gewesen, erzählt uns Augsburg-Fan Marco, von daher habe man schon erwartet, dass er sich auf dieser Position festspielt und mit Han-Noah Massengo und Ex-VfB-Spieler Fabi Rieder das Zentrum bilden würde. Am Ende war es Rieder, von Trainer Manuel Baum auf die Sechs zurückgezogen, um Robin Fellhauer und Massengo zu entlasten, der ihm den Weg in die Mannschaft verbaute. Hinzu kam eine Knieverletzung, die ihn mehrere Spiele kostete, so dass Keitel am Ende nur 247 Minuten auf dem Platz stand, verteilt auf sechs Einsätze. Ohnehin so Marco, habe er aber auch vor seiner Verletzung eher mittelmäßige Leistungen gezeigt und habe keine großen Einfluss aufs Spiel gehabt — was auch mit der fehlenden Spielpraxis zu tun haben könnte.
Schließlich brachte er es auch beim VfB in der Vorsaison nur auf 265 Spielminuten, sein größtes Highlight war das Tor gegen Bern in der Champions League. Auch in der kommenden Saison sieht Marco für Keitel keine größeren Einsatzchancen in Augsburg, das deshalb die Kaufoption nicht ziehen wird. Beim VfB wird er die Chancen angesichts der nach wie vor bestehenden Konkurrenz auch nicht unbedingt haben, weswegen er zwei Jahre nach seinem Wechsel aus Freiburg nach Bad Cannstatt wohl in diesem Sommer erneut auf Vereinssuche wird gehen müssen und ansonsten wohl erneut verliehen wird. Für ihn sicherlich eine unbefriedigende Situation, denn durch den anhaltenden Erfolg wird es für ihn in Stuttgart nicht einfacher. Aus Vereinssicht ist seine Personalie viel eher verkraftbar, kam Keitel 2024 doch ablösefrei aus Freiburg und dürfte auch nicht am oberen Ende der Gehaltsskala stehen.
Ähnlich schlechte Aussichten im Winter hatte

Stergiou in Heidenheim. © Stuart Franklin/Getty Images
der deshalb leihweise zum 1. FC Heidenheim wechselte und nach einem dramatischen Saisonende mit dem FCH abstieg. Schon im Winter war die sportliche Situation auf der Alb prekär, berichtet uns Heidenheim-Fan Petra, schließlich ging man als Tabellenletzter in die Winterpause. Ähnlich wie Keitel sollte Stergiou als Leihgabe eines Europa-League-Teilnehmers für Stabilität im Abstiegskampf sorgen und den bestehenden Kader verstärken. In diesem Fall waren es Omar Traoré und Marnon Busch, die bis zu diesem Zeitpunkt nicht hatten überzeugen können. In den von Frank Schmidt ausgerufenen offenen Konkurrenzkampf um die rechte Außenbahn konnte Stergiou leider erst spät einsteigen, weil der VfB ihn erst Mitte Januar gehen ließ. Bei seinem Debüt gegen den späteren Mitabsteiger aus Wolfsburg spielte er sogar auf der linken Abwehrseite, wo mit dem Ausfall von Leart Paçarada die Personaldecke auch ziemlich dünn war, berichtet Petra.
Auch Stergiou wurde allerdings in der abgelaufenen Rückrunde durch Verletzungen zurückgeworfen und kam am Ende auf nur insgesamt fünf Spiele und knapp 200 Einsatzminuten. Bereits bei seinem zweiten Spiel, einem 0:3 gegen Leipzig, habe er gegen Nusa und Raum nicht unbedingt geglänzt, durch die Ausfälle geriet er dann innerhalb der Mannschaft immer mehr ins Hintertreffen, zumal Marnon Busch sich im Laufe der Rückrunde wieder fing und auch Hennes Behrens, den Heidenheim für die linke Außenbahn geliehen hatte, blieb verletzungsfrei, nachdem er angeschlagen aus Hoffenheim gekommen war. Und auch in der kommenden Saison sieht Petra für Stergiou keinen Platz in Heidenheim, das bereits Oualid Mhamdi für die rechte Seite verpflichtet hat — abgesehen davon, dass Stergiou vermutlich nicht in die zweite Liga gehen würde und sich der FCH sein Gehalt auch nicht leisten könnte.
Dafür könnte sich für ihn beim VfB wieder eine Chance ergeben, denn Lorenz Assignon wird nach seiner Schulter-Operation große Teile der Vorbereitung verpassen, Pascal Stenzel hat den Verein verlassen und Josha Vagnoman wirkte gerade defensiv in der abgelaufenen Saison nicht immer sattelfest, sondern hatte seine Stärken eher in Offensivvorstößen. Stergiou, der vor zwei Jahren immerhin an der Europameisterschaft teilnahm, könnte mit einer guten Vorbereitung hier wieder einiges aufholen, auch wenn die zuletzt häufig gespielte Dreierkette nicht unbedingt seinen Stärken entspricht. Aus seiner Sicht war es wie für Keitel sicherlich ein verlorenes Halbjahr, auch wenn er in Heidenheim sicherlich sogar noch mehr Spielzeit hatte, als ihm im Brustring zugestanden worden wäre.
Was kann man also über die Saison unserer Leihspieler und die Kaderpolitik des VfB sagen? Für zwei Talente, Dennis Seimen und Laurin Ulrich, war dieses Jahr auf jeden Fall ein Sprungbrett oder kann zu einem werden. Sollte Ulrich beim VfB erneut keinen Platz finden, wird man ihn auf jeden Fall in der Bundesliga sehen. Bei Jovan Milosevic ist Stand jetzt noch alles offen, auch wenn man in Bad Cannstatt offensichtlich Wert darauf legte, ihn in die Bundesliga zu verleihen. Die halbjährigen Leihen von Keitel und Stergiou verfehlten ihren Zweck für alle Beteiligten zwar ziemlich, auch wenn bei Stergiou noch eine Hintertür offen bleibt. Dennoch habe ich weiterhin das Gefühl, dass Leihgeschäfte beim VfB wesentlich zielgerichteter eingegangen werden als in der Vergangenheit. Für die kommende Saison steht bereits fest, dass Torwarttalent Florian Hellstern nach Fürth verliehen wird — auch eine spannende Personalplanung, die ich neulich näher beleuchtet habe. Auch Justin Diehl könnte den VfB leihweise verlassen.
Gleichzeitig hat sich in der jüngeren Vergangenheit die Rückkaufoption als weitere Möglichkeit aufgetan, Spieler an anderer Stelle reifen zu lassen. So holte der VfB beispielsweise Matej Maglica aus St. Gallen zurück, auch wenn er ihn schlussendlich nach Darmstadt ziehen ließ. Um eine solche Option in Verträge reinzuverhandeln braucht es natürlich eine gewisse finanzielle Stärke und man gibt noch mehr Kontrolle ab, als bei einer Leihe. So wechselt beispielsweise aktuell Luca Raimund von Zweitligaabsteiger Düsseldorf zum Aufsteiger Osnabrück — ob die Rückkaufoption für den VfB dann immer noch gilt, ist unklar. Ob er sie angesichts der Leistungen Raimunds ziehen würde, ebenso. Raul Paula, auch einst als großes Talent gefeiert, kam in 21 Spiele für NAC Breda auf zwei Tore in der Eredivisie — der VfB könnte hier die Option ziehen — so sie denn noch existiert — oder eben nicht und ist damit in der Kaderplanung etwas freier als bei einer Leihe. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wen wir nach Ende der Transferperiode im Brustring sehen werden.
Titelbild-Collage: © siehe Bildunterschriften







































