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·21. September 2026

„Wir haben gezeigt, dass wir ein Team sind.“

Artikelbild:„Wir haben gezeigt, dass wir ein Team sind.“

Früher Platzverweis, Gegentor und später Ausgleich – ein aufregendes Spiel mit fairem Endergebnis. Die Stimmen und Statistiken zum Aufeinandertreffen des FC St. Pauli mit Energie Cottbus.(Titelfoto: Stefan Groenveld)

Am Sonntagnachmittag trennten sich der FC Energie Cottbus und der FC St. Pauli mit 1:1. St. Pauli erwischte zunächst einen besseren Start, musste allerdings ab der 20. Minute, nach der gelb-roten Karte für Tomoya Ando, zu zehnt weiterspielen. Cottbus nutzte dies und ging durch Justin Butler in der 37. Minute in Führung. Den Gastgebern fehlte es besonders in der zweiten Halbzeit an entschlossenem Pressing, wodurch der Ausbau der Führung auf sich warten ließ. Der FCSP gab trotz Unterzahl nicht auf und kam in der 80. Minute durch Martijn Kaars zum Ausgleich. Eine durchaus gerechte Punkteteilung, durch die sich beide Mannschaften momentan im oberen Mittelfeld der Ligatabelle befinden.


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Trainerstimmen

Wollitz: „(…) dann sind wir chancenlos, in dieser Liga was zu machen.“

Anders als die St. Paulianer, die sicherlich mit dem späten Unentschieden zufrieden sein können, kommt das Unentschieden den Cottbussern wohl eher wie eine Niederlage vor. Auch Cheftrainer Claus-Dieter „Pele“ Wollitz war stimmungsmäßig sichtbar angespannt auf der PK nach dem Spiel. „Ich glaube die ersten 20 Minuten haben wir gesehen, dass wir weder Zugriff noch das auf die Platte bekommen haben, was wir uns eigentlich vorgenommen haben“, beschrieb Wollitz. Das erklärte er sich nach dem Spiel so:  „Das lag an vielen Sachen, einfache Ballverluste, gedanklich langsam. Der Gegner war natürlich auch gut.“  So ziemlich das Einzige, was er positiv hervorhob, waren das Tor und die Minuten drumherum: „Ich fand, dass wir dann auch schnell gespielt haben, dass wir den Ball gut zirkulieren lassen haben.“ Besonders mit den 45 Minuten nach der Pause war der Trainer nicht zufrieden: „Ich glaube, wir haben in der zweiten Halbzeit gesehen, wenn Energie Cottbus mutlos spielt, dann passiert genau das, was ich immer sage: Dann sind wir chancenlos, in dieser Liga was zu machen.“ Hinzu fügte er noch: „Wir haben zu Recht das 1:1 gekriegt. Das hat auch nicht mit einem Lernprozess zu tun, sondern damit, sich im Spiel nicht zufrieden zu geben, dass es 1:0 steht und der Gegner nur zehn Mann hat. Es war klar, dass es über einen Punch passieren kann.“

Rapp: „Sie haben alles reingeworfen, was sie in sich hatten“

„Ich glaube wir kamen gut ins Spiel, haben hinten nichts zugelassen. Im Ballbesitz wollten wir eigentlich noch mehr Fußball spielen. Trotzdem waren die Räume hinter der Kette da. Die haben wir dann bespielt, ohne jetzt Riesentorchancen zu haben“, erklärte Marcel Rapp zu den Anfangsminuten. Weiter beschrieb er: „Dann kriegen wir die Gelb-Rote Karte nach 20 Minuten und müssen uns ein bisschen sammeln.“ Obendrauf kam dann auch noch die Führung der Gastgeber. Rapp: „Im Anschluss daran kriegen wir ein Gegentor und dann ist es natürlich schwer. Aber ich glaube, die Jungs haben dann von da ab bis zum Ende super verteidigt. Sie haben alles reingeworfen, was sie in sich hatten. Da hat man dann glaube ich gesehen, dass die Jungs ein gutes Verhältnis haben miteinander, dass sie im Training Gas geben und dass sie zusammenhalten.“ Das Lob an seine Jungs war natürlich nicht ungerechtfertigt, denn die Mannschaft konnte in Unterzahl einen Rückstand gegen Cottbus in ein Remis drehen: „In der zweiten Halbzeit standen wir tief, mussten verteidigen und haben trotzdem immer wieder Konterchancen gehabt, die auch gefährlich waren.“ Das Tor zum 1:1 rettete das Team vor einer enttäuschenden Auswärtsniederlage und unser Torschütze mit der Nummer 19 hatte es sich auch einfach mal wieder verdient: „Martijn hat ein super Tor gemacht, was glaube ich auch bestärkt, dass er ein sehr guter Spieler ist. Das freut mich persönlich sehr“, beschrieb Rapp, der abschließend erklärte: „Ich glaube, wir haben uns den Punkt verdient, obwohl es ein hartes Stück Arbeit war.“

Kernstatistiken

Stabilere zweite Hälfte

Man muss hier natürlich bedenken, dass die Mannschaft von Marcel Rapp 75 Minuten lang zu zehnt gespielt hat. Dementsprechend ist der niedrige Ballbesitzanteil, der hohe PPDA-Wert, aber auch die niedrige Laufdistanz zustande gekommen. Auch die weiteren Zahlen schreien jetzt nicht unbedingt nach einem Unentschieden. Dass sich der FCSP in der zweiten Halbzeit dennoch stabilisieren konnte und irgendwie verdient zum Ausgleich kam, lag hauptsächlich am starken Zweikampfverhalten des Teams. Denn in den zweiten 45 Minuten konnte der FC St. Pauli beeindruckende 27 der 36 Bodenzweikämpfe für sich gewinnen (75%).

Expected Goals

Martijn Kaars, jetzt doch Torjäger?

Bevor man bei den xG-Werten jetzt einen Schreck bekommt und gefühlt in die letzte Saison zurückversetzt wird, appelliere ich auch hier daran, im Kopf zu behalten, dass zehn Spieler weniger aktiv nach vorne gehen können als elf. Der dennoch hohe xGOT-Wert lässt sich ganz einfach durch das Tor von Martijn Kaars erklären, denn das war mal wieder eine „den muss er machen“-Situation (hat er dieses Mal ja auch). Kaars Schuss kommt auf 0,54 xG und 0,98 xGOT. Der einzige weitere Schuss, der aufs Tor ging, kam von Abdoulie Ceesay in der 37. Spielminute, der jedoch deutlich niedrigere Werte aufweist (xG: 0,07; xGOT: 0,04).

Spielerstimmen: „Wir haben gezeigt, dass wir ein Team sind und uns den Punkt verdient haben“

Arkadiusz Pyrka, der am Sonntag übrigens Geburtstag hatte (herzlichen Glückwunsch nachträglich) erklärte nach dem 1:1: „Es war ein hartes Spiel, gerade in der ersten Halbzeit. Die zweite Hälfte war etwas besser. Nach dem Platzverweis mussten wir sehr viel laufen.“ Auch Teamkollege Martijn Kaars berichtete: „Die Gelb-Rote Karte hatte einen sehr großen Einfluss. Am Anfang waren wir die bessere Mannschaft und hatten viele Chancen, mit dem Platzverweis ändert sich das ganze Spiel.“ Dennoch ergänzte der Torschütze: „Cottbus hat es auch gut gemacht, wir in der zweiten Halbzeit dann aber auch. Wir haben uns in der Halbzeitpause einen klaren Plan gemacht, wollten zunächst abwarten und später mehr Risiko gehen.“ Nun, das scheint ja geklappt zu haben.

Eric Smith berichtete nach Abpfiff, dass man das eigentliche Ziel verfehlt habe, aber trotzdem zufrieden sei: „Wir wollten das Spiel vor der Länderspielpause unbedingt gewinnen, aber nach dem Spiel können wir mit dem Punkt leben.“ Weiter beschrieb er: „Wir haben als Einheit verteidigt, uns gegenseitig geholfen.“ Für Arek Pyrka ist der Punktgewinn auch Ausdruck eines intaktem Kaders: „Wir haben gezeigt, dass wir ein Team sind und uns den Punkt verdient. Wir wollten unbedingt noch ein Tor erzielen und gewinnen, mit dem Punkt müssen wir dann aber auch zufrieden sein.“

Länderspielpause und Mönchengladbach

Für die nächsten zwei Wochen heißt es erstmal Länderspielpause. Arek Pyrka, Tomoya Ando, Connor Metcalfe, Dimitar Mitov und Abdoulie Ceesay fahren jetzt zu ihren Nationalteams. Alle anderen Spieler dürfen sich auf eine intensive Vorbereitung, etwas Ruhe und ein Testspiel gegen Borussia Mönchengladbach freuen. Richtig los geht es erst wieder am Sonntag, den 11. Oktober, wenn der FC St. Pauli am Millerntor auf den Karlsruher SC trifft.

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