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·25. September 2026

Wirtz-Notruf in Augsburg: Klopp zieht den Plan B vor

Artikelbild:Wirtz-Notruf in Augsburg: Klopp zieht den Plan B vor

Ein Muskelfaserriss beim Aufwärmen, eine Zerrung nach einer halben Stunde, zwei Stars auf dem Heimweg – und Florian Wirtz sitzt Tage früher im Flieger zur Nationalmannschaft, als Jürgen Klopp das jemals vorhatte.

Zwei Diagnosen, ein umgeworfener Plan

Jamal Musiala meldete sich in Amsterdam beim Warmmachen ab, der DFB bestätigte am Freitag einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel. Kai Havertz hielt eine halbe Stunde durch, dann setzte ihn Quinten Timber mit offener Sohle außer Gefecht: Muskelzerrung. Beide sind zurück bei ihren Klubs, beide fallen für die restlichen drei Länderspiele aus. Klopp hat noch am selben Vormittag reagiert und Wirtz sowie Jonathan Burkardt aus dem zweiten Aufgebot vorgezogen. Am Sonntag in Augsburg gegen Griechenland (20.45 Uhr, ARD) stehen beide im Kader.


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Das klingt nach Routine. Ist es nicht. Klopps gesamte Konstruktion dieser Länderspielphase beruhte auf zwei getrennten Gruppen: 44 Spieler, zwei Blöcke, Belastung sauber verteilt. Nach 90 Minuten ist die Trennlinie durchlöchert.

Belastungssteuerung, nicht Degradierung – warum Wirtz in Block zwei stand

Wer aus der Einteilung eine Rangordnung gelesen hat, lag daneben, und Klopp hat das bei der Kaderverkündung selbst klargestellt. Die Bayern-Profis hatten am Freitag gespielt und kamen ausgeruhter nach Amsterdam; Wirtz stand mit Liverpool erst am Sonntag in Bournemouth auf dem Platz. Also Block zwei, also Serbien und das Rückspiel in Griechenland. Karim Adeyemi ging aus demselben Grund den umgekehrten Weg und tauschte mit Lennart Karl.

Dass die Debatte trotzdem lief, hat mit Liverpool zu tun. Fünf Einsätze, eine Vorlage – das ist Wirtz’ bisherige Saisonbilanz, und der Preisschild-Reflex funktioniert in England zuverlässig. Klopp hält dagegen, und zwar auffällig konkret: „Sie haben bei Liverpool jetzt absolut verstanden, wo er spielen muss“ – im Zentrum, in den Halbräumen. Genau dort ist am Sonntag eine Stelle frei.

Startet der 150-Millionen-Mann? Die Personalfrage im Detail

Gegen die Niederlande begann Nadiem Amiri anstelle von Musiala, Adeyemi und Kevin Schade beackerten die Flügel, Havertz gab den Stoßstürmer. Nach dessen Ausfall übernahm Younes Ebnoutalib und gab in der 31. Minute den ersten deutschen Torschuss ab. Für Augsburg ergeben sich daraus zwei realistische Wege:

Meine Erwartung: Klopp bringt Wirtz von Beginn an. Nicht, weil er muss, sondern weil das Spiel es nahelegt. Griechenland hat am Donnerstag in Belgrad 2:1 gewonnen und wird in Augsburg nicht anrennen. Gegen einen kompakten Block braucht man den Spieler, der zwischen den Linien Lösungen findet – und das war in Amsterdam der auffälligste Mangel des deutschen Spiels.

Burkardt oder Ebnoutalib: Das Frankfurter Duell um die Neun

Die Ironie der Nachnominierung: Beide Kandidaten für die Havertz-Position tragen im Klub dasselbe Trikot. Burkardt, seit Sommer 2025 bei der Eintracht, war für Block zwei eingeplant; Ebnoutalib hat sich in Frankfurt zuletzt auf der Bank wiedergefunden, weil Adi Hütter mehr Stabilität wollte. Klopp bewertet das erkennbar anders, und er hat jetzt die seltene Gelegenheit, beide innerhalb einer Woche im direkten Vergleich zu sehen.

Was der Kader-Tausch jetzt noch wert ist

Klopps Zwei-Block-Modell war ein Experiment mit Ansage, und es lebt von der Trennschärfe. Mit Wirtz und Burkardt in Augsburg verschwimmt sie. Für die Spiele gegen Serbien und in Griechenland heißt das: Der Bundestrainer wird nachjustieren müssen, wen er wie lange belastet. Kein Drama, aber ein Vorgeschmack darauf, wie schnell ein Plan im Länderspielbetrieb altert. Ein Aufwärmen und eine halbe Stunde haben gereicht.

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