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·27. März 2026
WM-Wahnsinn wächst: „Spirit of 2002“ – Teamgeist und Seele zurück in türkischer Nationalmannschaft

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·27. März 2026

Vor dem Playoff-Halbfinale gegen Rumänien (1:0) war im Besiktas Park schon vor dem Anpfiff spürbar, dass dieser Abend mehr sein sollte als nur ein weiteres Länderspiel. Die Tribünen waren komplett gefüllt, die Atmosphäre elektrisierend und die Botschaft auf den Rängen eindeutig: Der „Spirit of 2002“ lebt wieder. Mit einer besonderen Choreografie erinnerten die Fans an die legendäre WM-Mannschaft von damals und schlugen zugleich die Brücke zur aktuellen Generation, die nun ihrerseits Geschichte schreiben will.
Vor dem Spiel wurde auf den Tribünen des Stadions eine emotionale Choreografie gezeigt, die den Geist der Weltmeisterschaft 2002 aufgriff. Zu sehen waren zwei getrennte Bildwelten: auf der einen Seite das Team der historischen WM-Endrunde 2002, auf der anderen die aktuelle Nationalmannschaft. Ergänzt wurde das Ganze durch die Worte „Dieselbe Seele“ für die damalige Mannschaft und „Dieselbe Atmosphäre“ für den heutigen Kader.
Während diese Bilder über die Ränge liefen, erklang im Stadion Tarkans Lied „Bir oluruz yolunda“. Schon vor dem Anpfiff war damit eine Atmosphäre entstanden, die deutlich machte, wie groß die Sehnsucht nach einer neuen WM-Geschichte in der Türkei inzwischen geworden ist.
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Der Abend hatte auch unabhängig von der Choreografie eine besondere historische Note. Die türkische Nationalmannschaft bestritt im Besiktas Park wieder ein Spiel nach 1.667 Tagen. Seit der Renovierung hatte die Türkei dort zuvor gegen Albanien (11. Oktober 2019), Kroatien (20. November 2020) und Montenegro (1. September 2021) gespielt. Nun kehrte die Mannschaft für ein K.-o.-Spiel mit WM-Bedeutung nach Dolmabahce zurück.
Damit passte der Rahmen perfekt zur Symbolik des Abends. Die emotionale Aufladung durch die Fans, die Erinnerung an 2002 und die Bedeutung des Spiels verschmolzen zu einem Gesamtbild, das man im türkischen Fußball lange vermisst hatte.
Vor dem Anpfiff wurde im Stadion zudem eine Mehter-Show aufgeführt. Auch dieser Moment verstärkte das Gefühl, dass es an diesem Abend nicht nur um Taktik und Ergebnis ging, sondern um ein größeres nationales Fußballgefühl. Die Kombination aus Choreografie, Musik, Show und ausverkauftem Stadion verlieh dem Spiel gegen Rumänien eine fast turnierartige Atmosphäre.

Foto: IHA
Sportlich setzte Vincenzo Montella für das Spiel gegen Rumänien auf einen deutlich veränderten Kader. Im Vergleich zur letzten Partie gegen Spanien nahm der Nationaltrainer acht Änderungen in seiner Startelf vor. Neu in die Mannschaft rückten für Altay Bayındır, Merih Demirel, Caglar Söyüncü, Zeki Celik, Salih Özcan, Orkun Kökcü, Irfan Can Kahveci ve Deniz Gül unter anderem Arda Güler, Hakan Calhanoglu, Ugurcan Cakir, Mert Müldür, Ismail Yüksek, Abdülkerim Bardakci und Kenan Yildiz.
Nicht im 23er-Kader standen dagegen die angeschlagenen Merih Demiral und Zeki Celik sowie Mohammed Sengezer, Ahmetcan Kaplan, Mustafa Eskihellac und Semih Kilicsoy. Schon diese personellen Entscheidungen unterstrichen, wie sehr Montella bereit war, für dieses Spiel auf neue Impulse und maximale Frische zu setzen.

Foto: IHA
Zur Schlüsselfigur auf dem Platz wurde schließlich Ferdi Kadioglu. Mit seinem Tor in der 53. Minute erzielte er nicht nur den Siegtreffer gegen Rumänien, sondern auch sein zweites Tor im Trikot der A-Nationalmannschaft. Nach einem starken Lauf hinter die Abwehr und einem präzisen Zuspiel von Arda Güler blieb Ferdi vor dem Tor ruhig und schob zum 1:0 ein.
Dass ausgerechnet ein Spieler wie Kadioglu in einem solchen Spiel den Unterschied machte, passte zur Gesamtgeschichte des Abends. Die Türkei lebt aktuell nicht nur von Symbolik und Emotionen, sondern auch von einer neuen Generation, die Verantwortung übernimmt und große Momente entscheidet.
Neben dem Sieg und der Atmosphäre gab es noch eine weitere bemerkenswerte Geschichte. Ozan Kabak kehrte nach langer Pause ins Nationalteam zurück. Der Innenverteidiger war zuletzt am 4. Juni 2024 im Testspiel gegen Italien verletzt worden und fehlte seither über einen langen Zeitraum.
Gegen Rumänien wurde er in der 90. Minute für Arda Güler eingewechselt und trug damit nach 22 Spielen Pause wieder das Trikot der Nationalmannschaft. Auch solche kleinen Geschichten verstärkten den Eindruck, dass an diesem Abend vieles zusammenlief: Vergangenheit, Gegenwart und Hoffnung auf eine größere Zukunft.
Der Verweis auf 2002 war in Istanbul nicht bloß ein nostalgischer Rückblick. Vielmehr wirkte er wie ein bewusst gesetztes Signal: Die Türkei will nicht nur von früheren Erfolgen zehren, sondern wieder ein Team formen, das durch Teamgeist, familiäre Atmosphäre und gemeinsame Überzeugung eine neue WM-Geschichte schreiben kann.
Gerade deshalb hatte die Choreografie vor dem Spiel eine so große Wirkung. Sie zeigte, was Fans und Mannschaft im Moment miteinander verbindet: die Sehnsucht nach einer neuen Endrunde, den Glauben an die aktuelle Generation und das Gefühl, dass in dieser Mannschaft tatsächlich wieder etwas von jenem besonderen Geist steckt, der die Türkei einst bis auf Platz drei der Welt führte.

Foto: IHA

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Foto: IHA

Foto: IHA









































