Miasanrot
·28. Februar 2026
Yes, he Can: Kimmich dreht das Spiel – FC Bayern gewinnt in Dortmund

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·28. Februar 2026

Der FC Bayern hat das Duell beim Tabellenzweiten Borussia Dortmund mit 3:2 für sich entscheiden können und steht somit kurz vor dem erneuten Titelgewinn. Nico Schlotterbeck auf Dortmunder Seite steht besonders im Fokus.
Die Vorzeichen vor dem Duell in der Bundesliga zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München waren gut: Der FCB reiste mit 8 Punkten Vorsprung und ausgeruht in den Ruhrpott, der BVB musste nach dem 2:2 gegen Leipzig am Mittwoch einen erheblichen Schlag in die Magengrube verkraften, als man die Champions-League-Playoffs gegen Atalanta Bergamo trotz Hinspielerfolg in den Sand setze und einen zweistelligen Millionenbetrag an Prämien verlor.
Mit Nico Schlotterbeck, der in Italien auf der Bank sitzend Rot sah, kehrte ein Schlüsselspieler in die schwarz-gelbe Defensive zurück. Torjäger Serhou Guirassy saß bei den Hausherren zuerst genauso auf der Bank wie Ramy Bensebaini.
BVB-Trainer Niko Kovac begründete diese Entscheidung mit der momentanen Fastenzeit, beiden Akteuren fehle die nötige Frische. Mit Julian Ryerson fehlte dem Tabellenzweiten zudem ein wichtiger Akteur gelbgesperrt.
Beim FC Bayern schaffte es Manuel Neuer hingegen nicht in den Kader. Der Schlussmann reiste nicht mit nach München und wurde erneut von Jonas Urbig ersetzt, der ein sehr souveränes Spiel absolvieren sollte. Im Vergleich zum 3:2-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt setzte Vincent Kompany in der Viererkette auf Jonathan Tah (für Min-jae Kim), Konrad Laimer ersetzte den verletzten Alphonso Davies, in der Offensive rutschte Serge Gnabry für Jamal Musiala in die Startelf.
Serge Gnabry war es auch, der nach wenigen Minuten für den ersten Aufreger sorgte. Der DFB-Akteur setzte gegen Nationalmannschaftskollege Schlotterbeck nach und kam anschließend im Strafraum zu Fall, der Elfmeterpfiff blieb allerdings zurecht aus.
Der BVB versuchte nach dem Desaster von Bergamo den eigenen Anhang mit Zweikampfstärke und vollem Einsatz auf seine Seite zu ziehen, spielerisch war der Auftritt der Gastgeber in den ersten zehn Minuten allerdings mau. Der FC Bayern kontrollierte das Spiel, ohne selbst zu Torchancen zu kommen.
An der Säbener Straße dürften vor der Partie besonders die guten Standards des Tabellenzwiten ein Thema gewesen sein. Doch in der Anfangsviertelstunde konnte der BVB, trotz zweier Ecken, keine Gefahr aufbauen. Im Gegenteil: Beide ruhenden Bälle flogen den Dortmundern beinahe um die Ohren, die Bayern konnten die Konter allerdings nicht zu Ende spielen.
In der 16. Minute setzten die Münchner dann den ersten Abschluss. Michael Olise setzte sich auf seiner rechten Seite durch und zwang Kobel zu einer ersten Parade. Wenige Augenblicke später kam Schlotterbeck in einem Tackling gegen Josip Stanišić zu spät und traf den Kroaten deutlich mit offener Sohle am unteren Schienbein. Der Ex-Freiburger erhielt den gelben Karton, eine knifflige Entscheidung, da auch Rot vertretbar gewesen wäre.
Eine Szene mit Folgen. Zwar kam der FC Bayern danach besser ins Spiel, doch vorerst ohne Ertrag. In der 26. Minute war es dann „ausgerechnet“ Schlotterbeck, der sich nach einer Freistoß-Flanke von Svensson gegen Tah und Kane durchsetzen konnte und zum 1:0 einköpfte.
Bitter für die Münchner, da es zum einen der erste Torschuss der Borussia war und zugleich durch den Spieler, der zuvor knapp am Platzverweis vorbeischrammte. Der BVB versuchte sein Glück in der Folge weiter mit langen Bällen hinter die bayerische Kette. Ein gut mitspielender Urbig verhinderte nach einer knappen halben Stunde eine weitere Chance des BVB, der sich tief positionierte und auf Konter lauerte.
Auffällig in den ersten 45 Minuten: Der BVB spulte, trotz der Belastung von Mittwoch, mehr Kilometer (+1,5 Kilometer laut Opta) als der Rekordmeister ab und schaffte es so, die Münchner vor dem eigenen Tor fernzuhalten.
Dass das Spiel zerfahren und geprägt von vielen Unterbrechungen war, kam den Gastgebern dabei gelegen, sechs Minuten Nachspielzeit waren die Folge, auch weil Ex-Bayer Emre Can immer wieder behandelt werden musste und kurz vor dem Pausentee dann erlöst wurde.
Ohne Wechsel ging es in die zweite Hälfte. Anders als erwartet zog sich der BVB hierbei allerdings nicht zurück, sondern spielte mutig nach vorne. Besonders Adeyemi stellte mit seiner enormen Geschwindigkeit die bayerische Defensive das ein oder andere Mal vor große Probleme.
Die größte Chance zum Ausgleich hatte der FC Bayern in der 51. Minute, als Upamecano eine Hereingabe von Gnabry um eine Fußlänge verpasste. Es dauerte nicht lange, dann konnte der FC Bayern dann doch jubeln. Schlotterbeck konnte einen Pass in die Spitze nur in die Mitte abwehren, Kimmich nahm das Leder auf, chippte es zentral vor das Tor auf den einlaufenden Gnabry, der direkt per Kopf zu Kane ablegte – 1:1.
Wer jetzt jedoch dachte, dass die Bayern schnell das zweite Tor nachlegen, sah sich getäuscht. Es entwickelte sich ein offenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten, Beier und Olise scheiterten jeweils aussichtsreich. Nach gut einer Stunde zog Kompany mit Jamal Musiala für Serge Gnabry seinen ersten Wechsel.
In der 69. Minute stand erneut Schlotterbeck im Fokus und wieder hatte der Nationalspieler Glück. Der Verteidiger ging im Strafraum in den Zweikampf mit Josip Stanišić, der den Dortmunder zuvor mit einer Richtungsänderung täuschte. Schlotterbeck traf den Münchner dabei leicht aber deutlich, der folgende Elfmeter war unstrittig.
Dass Schlotterbeck allerdings, bereits gelb-verwarnt, weiterspielen durfte, war erneut sehr glücklich für den BVB. Harry Kane verwandelte den Elfmeter anschließend zum 2:1 für die Münchner.
Nach der Führung wechselte Kovac auf Dortmunder Seite dreifach, das Wechselkontigent war somit nach 75 Minuten vollends erschöpft. Apropos erschöpft: Dem BVB merkte man nach dem 2:1 deutlich den neuerlichen Nackenschlag an, die direkte Antwort der Borussen blieb dieses Mal aus und der FC Bayern konnte durch Ballbesitzphasen das Spiel beruhigen.
Aus dem Nichts fiel dann in der 83. Minute der Ausgleich für die Borussia: Die Bayern gewährten dem BVB zu viel Platz im letzten Drittel, die Hausherren konnten sich auf den rechten Flügel durchkombinieren, wo Sabitzer eine Halbfeld-Flanke auf Svensson schlug. Der Schwede, merklich ungedeckt, nahm das Leder volley und traf sehenswert zum Ausgleich in die Maschen.
Doch der FC Bayern in Person von Joshua Kimmich hatte eine Antwort parat. Der fleißige aber unglückliche Olise tankte sich auf der rechten Seite durch, seine Flanke wurde vom BVB abgewehrt und landete auf dem linken Fuß des Antreibers, der volley zum 3:2 traf. Ein Super-Treffer des Sechsers.
In der Nachspielzeit war dann Feierabend für Kimmich, Leon Goretzka kam in die Partie und sollte zusammen mit Min-jae Kim (für Olise) den knappen Vorsprung über die Zeit bringen. Der BVB drückte merklich auf den erneuten Ausgleich, die Bayern verteidigten mit Mann und Maus und erkämpften sich schlussendlich den verdienten Auswärtssieg.
Bereits am Freitag geht es für die Münchner, die nun elf Punkte Vorsprung vor dem BVB haben, gegen die nächste Borussia: Um 20.30 Uhr ist Borussia Mönchengladbach zu Gast in der Allianz Arena, die Dortmunder haben es am Samstagabend mit dem 1. FC Köln zu tun.
Die erste Halbzeit in diesem Topspiel war eine zähe Angelegenheit. Viele Zweikämpfe, einige Unterbrechungen und eine Dortmunder Mannschaft, die kompakt stand und bis auf Weitschüsse keine Torchancen des FCB zuließ.
Ein durchaus ungewöhnlicher Spielfilm für die Münchner, die in den letzten Wochen eher das Problem hatten, die Gelegenheiten vor dem Tor nicht nutzen zu können. In Dortmund aber hatten sie lange gar keine. Und auch in der zweiten Hälfte waren klare Torchancen Mangelware. 14:10 Torschüsse, 2,05:1,04 xGoals für den FCB untermauern diese Einschätzung nach 90 Minuten.
Warum der FC Bayern in Dortmund lange Probleme hatte, lag auch an den Offensivspielern der Schwarz-Gelben. Der BVB versuchte es oft und erfolgreich mit langen Bällen hinter die hochstehende Viererkette der Münchner. Besonders Karim Adeyemi mit seiner Schnelligkeit setzte den ein oder anderen Konter.
Die Anfälligkeit auf den defensiven Außenbahnen wird Thema beim FC Bayern sein. Spätestens in der KO-Phase der Champions League muss der Rekordmeister diese Balance wieder besser in den Griff bekommen.
Nationalspieler Joshua Kimmich ist ein Spieler, der öfters kritisch gesehen wird. Der Sechser hat im Mittelfeld eine zentrale Rolle, dementsprechend viele Ballaktionen hat der gebürtige Rottweiler im Bayern-Spiel. Fehler, insbesondere bei einem risikoreichen Spielstil, sind somit nicht immer zu vermeiden.
Im Spitzenspiel gegen den BVB zeigte Joshua Kimmich mit einem Pre-Assist und einem Tor mal wieder, dass er nicht nur im Spielaufbau sondern auch auf der Anzeigentafel wichtig für den FC Bayern sein kann. 12,9 Kilometer Laufleistung, 88% angekommene Pässe, 3 Torschüsse und 103 Ballkontakte untermauern seine Bedeutung und zeigen den enormen Aufwand, den Kimmich betrieb.
Mit seinem genialen Pass auf Gnabry holte er die Münchner zurück ins Spiel, mit seinem Treffer, der achte direkte Scorer in 27 Duellen gegen den BVB, entschied er das Spiel und womöglich auch die deutsche Meisterschaft.
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