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·4. März 2026

Zur WM fahren oder nicht?

Artikelbild:Zur WM fahren oder nicht?

SID-Autor Alexander Sarter sieht den DFB in der Pflicht, die politischen Themen schon vor der Weltmeisterschaft abzuräumen

Oke Göttlich hat einfach nur Recht. Dass die einzig öffentlich gemachte Leitlinie des DFB zu den vielen Fragezeichen rund um die WM bis jetzt jene ist, dass er Debatten von der Mannschaft fernhalten möchte, hinterlässt 100 Tage vor dem Beginn der Endrunde nicht nur ein ziemlich schwaches Bild - es ist auch grob fahrlässig.


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Wenn sich der DFB weiterhin nicht zu der Vielzahl der politischen Themen wenigstens im Grundsatz positioniert, wird er genau da enden, wo er eigentlich partout nicht hin möchte - nämlich in einem ähnlichen Desaster wie in Katar, wo die Politik den Sport sogar noch über das Vorrunden-Aus der Mannschaft hinaus beherrschte.

Falls der DFB die politischen Themen nicht im WM-Vorfeld abräumt, werden die Fragen immer wieder aufkommen. Die Auswirkungen der Krisen und Kriege auf die Endrunde sind mittlerweile doch derart groß, dass ein Schweigen dazu kaum als adäquates Mittel gelten kann.

Die Frage ist doch auch, wo denn eigentlich das Problem liegt. Niemand verlangt vom DFB-Präsidenten die Einordnung der globalen Lage im Stil des Außenministers. Aber Aussagen wie "wir wissen um die belastenden Probleme in vielen Bereichen, wir stehen zu den Menschenrechten und zur Demokratie, zu unseren Werten gehört Vielfalt und wir wünschen uns eine friedliche WM" wären doch wirklich nicht zu viel verlangt.

Klar kann der DFB argumentieren, dass dies ohnehin sein bekanntes und selbstverständliches Weltbild sei - aber man könnte es in diesen Zeiten noch einmal laut und deutlich vortragen. Dass aus diversen Gründen dabei keine direkte Kritik am US-Präsidenten oder am FIFA-Boss herauskommen würde, wäre zwar schade - aber dann sicher besser verständlich.

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