Zurück in Deutschland: Was macht eigentlich Werder-Eigengewächs Niklas Schmidt? | OneFootball

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·21. Januar 2026

Zurück in Deutschland: Was macht eigentlich Werder-Eigengewächs Niklas Schmidt?

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In jungen Jahren kam der gebürtige Kasseler Niklas Schmidt in die Jugend von Werder Bremen. Dort schaffte der offensiv ausgerichtete Mittelfeldspieler den Sprung zum Profi. Um sich beim SVW durchzusetzen, musste Schmidt allerdings die Umwege über Leihen zu Wehen Wiesbaden und dem VfL Osnabrück gehen.Von der Bremer Brücke ging es im Sommer 2021 zurück an die Weser. Von da an spielte das Eigengewächs bei den Grünweißen eine wichtige Rolle. Starke zwei Tore und sechs Vorlagen legte Schmidt in seiner ersten vollen Bundesliga-Saison mit Werder auf. 22/23 gelangen ihm immerhin drei Saisontore. In beiden Spielzeiten pendelte Schmidt zwischen Startelf- und Jokerrolle hin und her.

Schmidt wagt Wechsel in die Ligue 1

Seine Leistungen riefen aber auch andernorts Interesse hervor. Schmidt entschied sich im Sommer 2023 für den Schritt nach Frankreich in die Ligue 1. Der FC Toulouse zahlte 2,5 Millionen Euro Ablöse - im Süden Frankreichs unterschrieb er bis 2027.


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Eine echte Rolle spielte er beim aktuell Tabellenachten der Ligue 1 aber nur in seiner ersten Spielzeit, als er 28 Pflichtspiele absolvierte und dabei auch fünfmal in der Europa League zum Einsatz kam. Eine Saison später folgte nach neun Liga-Einsätzen der Schock: Schmidt riss sich das Kreuzband. Sein Comeback feierte er erst Anfang des Jahres im französischen Pokal, als er beim Sieg im Elfmeterschießen gegen Ligue-1-Rivale Angers 19 Minuten vor Abpfiff eingewechselt wurde.

Nach Kreuzbandriss: Darmstadt holt Schmidt nach Deutschland zurück

Um wieder so richtig in Schwung zu kommen geht es für Schmidt jetzt aber zurück nach Deutschland. Der SV Darmstadt hat am heutigen Mittwoch die Leihe des Mittelfeldspielers bis Saisonende bekannt gegeben. Mit den Lilien kann Schmidt bis Sommer um den Aufstieg in die Bundesliga spielen. Aktuell ist der SVD Dritter, punktgleich mit dem Zweiten SV Elversberg.

Das Besondere an diesem Leih-Wechsel: Schmidt spielt wieder unter seinem alten Trainer aus Bremer Zeiten - auch wenn Florian Kohfeldt Werder verließ ehe Schmidt von seiner Osnabrück-Leihe zurückkehrte.

"Mit Niklas bekommen wir einen absoluten Kreativspieler, den wir vorrangig für das offensive Mittelfeld einplanen, der aber auch in der Zentrale variabel einsetzbar ist. Es ist eine besondere Konstellation, dass sowohl Flo als auch ich bereits mit Niklas zusammengearbeitet haben und seine besonderen Qualitäten daher genau kennen. Er ist ein technisch starker und sehr spielintelligenter Kombinationsspieler, der für entscheidende Momente sorgen kann. Wir sind glücklich, dass wir gemeinsam mit Niklas und dem FC Toulouse eine Lösung gefunden haben, um diesen Leihwechsel zu realisieren", so Darmstadts Sportdirektor Paul Fernie, der Schmidt aus seiner Zeit bei Wehen Wiesbaden kennt.Schmidt erklärte zu seinem Leih-Wechsel: "Ich hatte sofort ein sehr gutes Gefühl, als ich vom Interesse aus Darmstadt erfahren habe. Die Mannschaft spielt einen attraktiven Fußball und ich glaube, dass meine Spielweise sehr gut zu dieser Idee passt. Die ersten Eindrücke von meinen Mitspielern und der heutigen Einheit waren top und ich kann es kaum erwarten, erstmals das Trikot der Lilien überzustreifen."

Schmidt sprach offen über mentale Probleme

Während Schmidt bei den Hessen sportlich wieder in die Spur finden möchte, kämpfte der 27-Jährige in seiner Profilaufbahn auch immer wieder mit mentalen Problemen. Schon zu Werder-Zeiten hatte Schmidt offen darüber gesprochen."Ich hatte große mentale Probleme. Wenn andere Leute, die dir nah sind, Angst um dich haben, musst du dir helfen lassen bzw. den Rat der Familie annehmen, auch wenn man das in dem Moment nicht hören möchte. Das habe ich getan. Ich möchte einfach vom Kopf wieder frei werden und meine Lebensfreude zurückbekommen", hatte er Anfang 2023 erklärt.Seinen damaligen Teamkollegen und Kumpel Romano Schmid erzählte er als erstes davon: "Ich wollte es einfach loswerden", so Schmidt.

Losgelassen hatten Schmidt die Probleme auch in Frankreich nicht. Nachdem er Mitte November 2023 offiziell geschont wurde und im Spieltagskader fehlte, legte er von Mitte Dezember bis Mitte Januar 2024 eine Zwangspause ein. Die Depressionen hinderten ihn am Fußballspielen. Einmal mehr schien Schmidt deshalb über ein vorzeitiges Karriereende nachzudenken.

Doch der 27-Jährige suchte sich Hilfe und scheint mental stark genug zu sein, um seine Laufbahn fortzusetzen. Selbst der herbe Rückschlag mit dem Kreuzbandriss änderte nichts daran. Stattdessen sucht er vorerst sein Glück in Darmstadt. Nicht nur an der Weser dürfte man Schmidt wünschen, dass das gelingt.

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