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Miasanrot

·13. Februar 2026

Zwei Einsätze, zwei Tore: Edna Imade liefert ab – und sieht, woran sie noch arbeiten muss

Artikelbild:Zwei Einsätze, zwei Tore: Edna Imade liefert ab – und sieht, woran sie noch arbeiten muss

Edna Imade feiert einen Traumeinstand bei den FC Bayern Frauen. In beiden Einsätzen traf sie jeweils einmal. Miasanrot analysiert ihre ersten Minuten im FCB-Trikot.

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Ein Pass von der Gegenspielerin in ihren Lauf, ein satter Abschluss und der Traumstart war für Edna Imade perfekt: Gegen den SC Freiburg erzielte die 25-Jährige das wichtige 3:1 auf dem Weg zum 4:1-Auswärtssieg.


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Nur wenige Tage später wurde sie von José Barcala mit ihrem ersten Startelfeinsatz für den FC Bayern München belohnt – und durfte direkt durchspielen. Insgesamt 95 Minuten hat sie im Auswärtsspiel bei Carl Zeiss Jena erstmals andeuten können, was sie drauf hat und was von ihr zumindest für den Moment noch nicht zu erwarten ist.

Denn so gut ihr Einstand auch war und so gut ihr Spielertyp dem Kader wohl tun wird, eine Grundsatzfrage bleibt auf der Neunerinnenposition für den FC Bayern weiterhin offen. Miasanrot hat die Imade-Cam laufen lassen und sich ihre Aktionen genauer angeschaut.

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Edna Imade: Eine potenzielle Urgewalt auf der Neun

Doch erstmal zu den positiven Nachrichten: Imade präsentierte ihre Stärken so, wie man es von ihr erwarten konnte, wenn man das eine oder andere Spiel von ihr in Spanien geschaut hat. Die Mittelstürmerin hält in der Regel ihre Position auf der Neun, lässt sich nur selten ins Mittelfeld fallen, kann aber bei Bedarf sehr gut als Wandspielerin fungieren.

Ihre Physis ist bemerkenswert. Körperlich hat sie gegen die meisten Spielerinnen einen Vorteil – vor allem in der Bundesliga. Schirmt sie den Ball mit dem Rücken ab, gibt es kein Herankommen.

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In der 35. Minute schlägt Mala Grohs einen langen Ball nach vorn. Imade bietet sich an der Mittellinie gut zwischen zwei Gegenspielerinnen an, lässt den Ball technisch fein zu Carolin Simon abtropfen und bleibt direkt aktiv in der Aktion. Sie läuft diagonal in Richtung Flügel, der in dieser Situation sehr offen war, bekommt den Ball von Jovana Damnjanović in den Lauf gespielt und hat dann eine vielversprechende Dribblingsituation am Strafraum.

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Am Strafraum geht sie zunächst ins Dribbling, muss dann aber nach außen ausweichen. Unter Druck trifft sie schließlich die gute Entscheidung, die heran eilende Franziska Kett zu bedienen. Ihr Abschluss wird abgefälscht und geht knapp übers Tor.

Das sind Situationen, die sich die Bayern von Imade erhoffen. Mit Wucht, Durchschlagskraft und Tempo Räume nutzen, die sich bei langen Bällen oder Umschaltsituationen ergeben können. Gerade in der Champions League kann das gegen spielstarke Teams eine gute Entlastungsmöglichkeit sein.

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Gute Ansätze im Kombinationsspiel, aber (noch) zu unpräzise

Das größte Fragezeichen bei Imade war derweil, wie sie sich fußballerisch in das anspruchsvolle Ballbesitzsystem integrieren würde. Bei Real Sociedad war sie kaum in Kombinationen involviert und wenn sie das war, war die Streuung enorm. Teilweise hatte die spanische Nationalspielerin viel zu einfache Ballverluste in ihrem Spiel. Unter Druck schien sie sowohl technisch als auch gedanklich manches Mal nicht in der Lage zu sein, die richtige Entscheidung zu treffen.

Gegen Jena hinterließ sie dahingehend ein ambivalentes Bild. In einigen Situationen positionierte sie sich sehr klug und war so eine wichtige Anspielstation. Aber auch hier war die Streuung in den Aktionen groß.

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In der 41. Minute zeigen die Münchnerinnen einen starken Spielzug. Georgia Stanway dribbelt an, Pernille Harder rückt ein paar Meter ein, um in der Schnittstelle anspielbereit zu sein. Auch Imade reagiert gut und kommt Harder ein bisschen entgegen. Stanway spielt vertikal auf Harder, die Dänin legt direkt in die Mitte auf die Stürmerin.

Imade dreht schnell auf und dribbelt auf die Abwehrkette zu. Weil Carolin Simon einen wichtigen Diagonallauf macht und damit Jenas Außenverteidigerin bindet, ist Jovana Damnjanović am Flügel komplett frei. Imade hat die richtige Idee und schickt sie tief, der Pass kommt aber etwas zu scharf und geht ins Toraus.

Es gab noch drei andere Szenen, in denen Imade gut entgegenkommt, sich im Zwischenraum anbietet und an sich die richtige Idee im Kopf hat. Allerdings wollte die Umsetzung noch nicht wirklich klappen.

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In der 7. Minute spielt sich Momoko Tanikawa mit einem schönen Doppelpassspiel mit Linda Dallmann frei. Imade bietet sich kurz an, was eine gute Entscheidung ist. Denn damit zieht sie nicht nur den Fokus ihrer direkten Gegenspielerin auf sich, sondern auch den der Spielerin, die links neben ihr positioniert ist. Imade hat den richtigen Gedanken und will direkt auf die aufgerückte und nun freie Dallmann klatschen lassen. Ein Pass, der maximal fünf Meter lang ist. Doch der Ball verfehlt das Ziel deutlich und Jena ist in Ballbesitz.

Wie schnell kann sich Imade an das Bayern-System anpassen?

Gut ist, dass Imade solche Aktionen hat. Denn das zeigt, dass sie bereit ist, sich ins System zu integrieren und an ihren Schwächen zu arbeiten. Sie kommt entgegen, sie bietet sich auch mal für Kombinationsspiel an. Es war kaum zu erwarten, dass sie diesen gewaltigen Entwicklungssprung sofort macht.

Und doch wird das die größte Frage bis zum nächsten Transferfenster sein: Wie schnell kann sie sich anpassen und wie schnell kann sie ihre technischen Fähigkeiten auf dem nun deutlich höheren Niveau verbessern? Wie schnell kann sie eine Mittelstürmerin sein, die zumindest teilweise mitspielen kann? Lea Schüller hat diese Anpassung nie ganz geschafft.

Im Podcast „Eine Lina für sich“ mit Lina Magull und Louis Richter (11Freunde) erzählte die Ex-Bayern-Spielerin, dass ihr das System nicht gelegen hat. Sie habe beim Trainerwechsel darauf gehofft, dass sich etwas an der Spielweise ändern würde, doch das sei nicht der Fall gewesen. Schüller ist wie Imade eine Spielerin, die viel Raum für ihre Aktionen benötigt.

Der Unterschied ist, dass man bei Imade eben noch nicht gesehen hat, ob sie sich anpassen kann und will. Auch Schüller hatte Phasen, in denen sie als Anspielstation und mitspielende Stürmerin gute Partien absolvierte. Warum ihr das nicht häufiger gelang, ist von außen schwer zu analysieren. Ihr Entwicklungsweg muss aber kein Negativbeispiel sein. Imade hat zumindest in den ersten beiden Einsätzen andeuten können, dass sie die richtigen Gedanken hat.

Edna Imade kann mit ihrer Kopfballstärke Schüller ersetzen

Und dann ist da noch eine weitere Parallele zu Schüller: Imade ist kopfballstark. In der Liga F hatte sie in dieser Saison 17 Abschlüsse per Kopf in 1.034 Minuten (inklusive Nachspielzeiten). Fünf Treffer erzielte sie dabei – bis heute Bestwert in der Liga. Es folgen einige Spielerinnen mit drei Kopfballtoren.

Imade hat dabei zwei Stärken, die sich besonders hervorheben lassen: Zunächst wäre da ihre Positionierung. Ihr Kopfballtreffer gegen Jena zeigt diese Qualität sehr gut. Meist hält sie sich direkt in der Schnittstelle zweier Gegenspielerinnen auf. Das kann Abstimmungsschwierigkeiten erzeugen. Ist der Ball wie hier auf dem rechten Flügel, kann die Spielerin hinter Imade zwar durchaus Druck aufbauen, indem sie mehr Körperkontakt aufnimmt, aber eine echte Chance auf ein gewonnenes Kopfballduell hat sie nicht.

Die Spielerin davor muss hingegen kognitiv viel leisten. Denn sie muss gleichzeitig im Auge behalten, was vor ihr passiert und mit Schulterblicken zusehen, dass sie den Kontakt zu Imade nicht verliert. Formulieren wir es vorsichtig: Die beiden Verteidigerinnen haben ihre Aufgaben in dieser Situation nicht hinbekommen.

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Imade in so einer Situation derart frei zum Kopfball kommen zu lassen – da wäre es sinnvoller einen Elfmeter zu provozieren. Und hier kommt die zweite Qualität ins Spiel: Kopfballtechnik. Imade hat nicht nur ein gutes Timing und steht gut in der Luft, sie weiß technisch auch genau den richtigen Druck auf den Ball zu bringen. Ein Bilderbuch-Kopfball, bei dem selbst Alexandra Popp im rivalisierten Wolfsburg kurz gelächelt haben muss.

Edna Imade: Positiver erster Eindruck

Was also machen mit diesem Debüt? Klar ist: Erstmal nicht zu viel. Natürlich ist die Stichprobe noch sehr klein und die Spielerin muss sich an das neue Umfeld und die neuen Anforderungen gewöhnen. Imade hat exakt das geliefert, was von ihr zu erwarten war. Sie ist extrem Abschluss- und Kopfballstark, sie hat eine herausragende physische Präsenz und auch dass sie technische Schwierigkeiten im Kombinationsspiel hat, ist nicht neu.

In allen Spielen der Saison 2024/25 und 2025/26 (Bundesliga und Liga F) kommt sie laut Wyscout im Schnitt auf knapp 44 Aktionen pro 90 Minuten. Ihre Erfolgsquote liegt dabei nur bei 47 Prozent. Wobei auch Schüller hier nicht deutlich besser war und selbst Harder mit knapp 60 Prozent (50 Aktionen) Luft nach oben hat.

Mit Imade hat man nun auf jeden Fall nochmal eine andere Art Stürmerin im Team. Für den Sommer muss man sich in München die Frage stellen, ob diese Art Stürmerin im System von Barcala funktionieren kann. Oder ob es nicht doch sinnvoll wäre, auf dem Transfermarkt nochmal nachzulegen. Optionen gäbe es da einige.

Für den Moment aber wird man sich in München zurücklehnen und beobachten, wie sich Imade weiterentwickelt. Ihr Einstand war mit zwei Toren jedenfalls vielversprechend. Und dass sie große Entwicklungssprünge machen kann, hat sie in der Vergangenheit schon bewiesen.

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