FC Bayern München
·19 April 2026
Acht Meilensteine zum Titel

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·19 April 2026

Letztlich war der Weg, den die Bayern zu ihrer 35. Deutschen Meisterschaft zurückgelegt haben, ein Start-Ziel-Sieg. Von Spieltag eins an thronte das Team von Vincent Kompany ganz oben in der Tabelle und erlebte doch Höhen und Tiefen im Saisonverlauf. Welche Meilensteine die Münchner auf ihrer meisterlichen Reise zurückgelegt haben, lest Ihr hier:
Dass die Bayern die Strapazen der Klub-Weltmeisterschaft im Sommer gut überstanden haben, hatte sich bereits eine Woche zuvor beim 2:1-Sieg beim VfB Stuttgart im Franz-Beckenbauer-Supercup angedeutet. Im Eröffnungsspiel der 63. Bundesliga-Saison ließ der Titelverteidiger RB Leipzig keine Chance und setzte sich mit dem 6:0-Erfolg direkt wieder an die Spitze. Luis Díaz steuerte ein, Michael Olise zwei und Harry Kane sogar deren drei Tore bei – und so zeigte sich schon früh in der Saison, welch magisches Offensivdreieck die Bayern ihr eigen nennen dürfen. „Wenn die Mannschaft einmal rollt, dann rollt sie“, meinte Leon Goretzka und sprach von einem „Auftakt nach Maß“. Coach Vincent Kompany war von der Leistung ebenfalls begeistert und dürfte mit seiner Analyse bereits für einige Sorgenfalten bei der Konkurrenz gesorgt haben: „Die Basis war da, die Jungs haben gearbeitet, als ob sie noch nichts gewonnen hätten. Wenn wir das beibehalten, werden wir viele Spiele gewinnen.“
Besser hätte der Saisonstart für die Bayern kaum laufen können. Zehn Siege sammelte der Rekordmeister aus den ersten zehn Pflichtspielen nach der Sommerpause und ging so mit richtig viel Selbstvertrauen in das erste Spitzenspiel der Bundesliga-Saison gegen den Tabellenzweiten Borussia Dortmund am 7. Spieltag. In einem umkämpften Duell setzte sich der FCB gegen den langjährigen Rivalen letztlich mit 2:1 durch (Tore: Kane und Olise) und stellte damit sogar noch einen Rekord ein. Elf Siege vom Saisonstart weg hatte zuvor einzig der BVB zehn Jahre zuvor im deutschen Profifußball zustande gebracht, nun zogen die Münchner gleich. „Kompliment an die Mannschaft, dass wir die ersten elf Spiele gewonnen haben – aber ich möchte auch die nächsten elf gewinnen. Und dann die weiteren elf danach“, sagte Vincent Kompany nach Abpfiff.
Nicht elf, aber immerhin fünf weitere Siege ließen die Bayern nach dem Gipfeltreffen mit dem BVB wettbewerbsübergreifend folgen und setzten damit auch europaweit eine neue Bestmarke. Jedes der ersten 16 Pflichtspiele der Saison hatte der FCB für sich entschieden und damit sogar den Startrekord der AC Mailand (13 Siege) aus den Neunziger Jahren schon lange in den Schatten gestellt. Doch auch die schönste Serie muss irgendwann zu Ende gehen und so sah sich das Team von Vincent Kompany am 10. Spieltag urplötzlich am Rande einer Niederlage. An der Alten Försterei zeigte sich Union Berlin als gewohnt unbequemer Gegner – zweikampfstark und mit vielen gefährlichen Standards. Die zwischenzeitliche Führung der Hausherren konnte Luis Díaz noch vor der Pause mit einem unfassbaren Treffer ausgleichen, der später noch einige Preise abräumen (u.a. als Tor des Jahres) sollte. Doch Union ließ nicht locker und ging in der 83. Minute durch Danilho Doekhi erneut in Führung.
Jetzt waren die kämpferischen Qualitäten des Rekordmeisters gefragt. „Die Mannschaft hat eine super Mentalität gezeigt, den späten Ausgleich erzielt und gezeigt, dass sie nicht verlieren wollen“, freute sich Sportdirektor Christoph Freund nach Abpfiff über den späten Ausgleich durch Harry Kane in der Nachspielzeit. „Aufgrund des Spielverlaufs ist es ein gewonnener Punkt“, so Freund weiter. Das zeigte sich am Ende auch in der Tabelle: Da die Verfolger patzten, konnten die Bayern ihren Vorsprung an der Tabellenspitze trotz des ersten Punktverlusts auf sechs Zähler ausbauen.
Vor Weihnachten hatten es sich die Bayern auf Platz eins der Bundesliga so richtig bequem gemacht. 47 Spieltage in Folge führten die Münchner die Tabelle bereits an – länger als je ein Team zuvor (die alte Bestmarke von 43 fiel im November beim 6:2 gegen Freiburg). Angesichts von neun Punkten Vorsprung auf Rang zwei sollte sich daran auch so schnell nichts ändern. So hätte es das Team von Vincent Kompany gegen den VfL Wolfsburg bei der Rückkehr aus der Winterpause eigentlich etwas ruhiger angehen können – doch weit gefehlt: Beim 8:1 gegen die Wölfe feierte der FCB zum Ende des 16. Spieltags seinen höchsten Saisonsieg und unterstrich direkt, dass sich auch im Jahr 2026 nichts an seinen Meisterambitionen geändert hat. Die Münchner Flügelzange um Luis Díaz (ein Tor, zwei Vorlagen) und Michael Olise (zwei Tore, eine Vorlage) wirbelte nur so durch die Gästeabwehr und stand sinnbildlich für den Hunger der Bayern in dieser Saison. „Es sind diese Momente, in denen es 5:1, 6:1 oder 7:1 steht und wir trotzdem weitermachen, weiter pressen und versuchen, noch mehr Tore zu schießen. Das mag ich sehr“, lobte Vincent Kompany hinterher.
„Wir haben ein Statement mit diesem Sieg gesetzt. Das ist gut so, nachdem uns der eine oder andere nach den zwei Spielen zuvor schon in einer kleinen Krise gesehen hat“, befand der Vorstandsvorsitzende Jan-Christian Dreesen nach dem 5:1-Erfolg gegen Hoffenheim am 21. Spieltag. Tatsächlich hatten die Bayern dem straffen Programm zum Jahresauftakt mit sieben Spielen binnen 21 Tagen etwas Tribut zollen müssen und aus den beiden Bundesliga-Partien Ende Januar nur einen Zähler mitgenommen. Der Vorsprung auf Platz zwei war von zwischenzeitlich elf auf nur noch sechs Zähler geschmolzen, sodass die Verfolger schon Morgenluft gewittert hatten. Nach einer Woche Erholung zeigte sich die Mannschaft von Vincent Kompany jedoch wieder in alter Form und gab einmal mehr die passende Antwort. Ein früher Platzverweis des TSG-Verteidigers Kevin Akpoguma spielte den Hausherren zusätzlich in die Karten, was die starke Leistung von Dreifach-Torschütze Luis Díaz und Kollegen gegen den Tabellendritten aber nicht schmälern soll. „Die Punkte, die wir zuletzt liegen gelassen haben, haben uns wehgetan, gerade weil wir uns ein gutes Polster erarbeitet hatten“, meinte Serge Gnabry nach Abpfiff: „Aber eine Saison ist lang, es gibt immer Ups und Downs. Deshalb gehen wir jedes Spiel weiter mit vollem Einsatz an – und wenn wir unsere Spiele gewinnen, sieht es am Ende des Tages gut für uns aus.“
Das Aufeinandertreffen von Spitzenreiter und direktem Verfolger Ende Februar elektrisierte Fußball-Deutschland einmal mehr. Würden die bis dato zuhause unbesiegten Dortmunder den Rückstand auf Rang eins auf fünf Punkte verkürzen, oder würden die auswärts noch unbezwungenen Bayern weiter davonziehen? Das Spitzenspiel hielt, was es versprach. Gerade die zweite Hälfte war aus Sicht vieler Experten, das Beste, was die Saison zu bieten hatte. „Das war eine gute Werbung für die Bundesliga: Mit Intensität, Toren und vor allem mit diesem absoluten Willen beider Mannschaften, immer nach vorne zu gehen und das Spiel gewinnen zu wollen“, staunte auch Vincent Kompany hinterher. Nach der Dortmunder Führung im ersten Durchgang drehte Harry Kane die Partie nach Wiederanpfiff mit einem Doppelpack, ehe dem BVB in der Schlussphase wieder der Ausgleich gelang. Eine Punkteteilung war jedoch nicht nach dem Geschmack der Bayern: Drei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit hatte Joshua Kimmich das letzte Wort und schoss einen zu kurz geratenen Klärungsversuch der BVB-Abwehr mit links volley in den Winkel. Bayern gewann mit 3:2 – und Leader Joshua Kimmich war sich sicher, dass sein Treffer die Vorentscheidung im Rennen um den Titel gewesen war: „Mit jetzt elf Punkten Vorsprung geben wir das nicht mehr ab. Das hat noch keiner verspielt und das wird so bleiben.“
Schon Mitte März hatten die Bayern beim 1:1 in Leverkusen bewiesen, dass sie auf ihrem Weg zum Titel allen Widrigkeiten trotzen würden und sich mit nur neun Mann einen Punkt erkämpft. In Freiburg setzte das Team von Vincent Kompany dann nochmal einen drauf. Bis in die Schlussphase hinein lagen die Münchner mit 0:2 im Hintertreffen, ehe Tom Bischof (82.) den perfekten Zeitpunkt für sein erstes Bundesliga-Tor für den FC Bayern erwischte. Der Youngster fand daran offensichtlich Gefallen und legte in der Nachspielzeit (90.+2) den Ausgleich nach – und noch was nicht Schluss: Die Bayern spielten nun voll auf Sieg und konnten durch Lennart Karl (90.+9) sogar noch auf 3:2 erhöhen. Was für eine unglaubliche Moral! „Wir wären nicht Bayern, wenn wir nicht immer an uns glauben würden. Es war auch ein bisschen Glück, aber auch nach dem 2:2 wollten wir unbedingt – das war geil“, meinte Doppeltorschütze Bischof hinterher. Der bayerische Last-Minute-Wahnsinn in Freiburg sollte aber noch eine weitere Pointe bereitbehalten. Auch Verfolger Dortmund sicherte sich nur wenige Stunden nach den Bayern im Topspiel beim VfB Stuttgart drei Punkte in der Nachspielzeit und konnte so auf neun Zählern am Rekordmeister dran bleiben.
Das Tempo der Bayern konnte Dortmund allerdings nicht bis zum Schluss mitgehen. Am 29. Spieltag wuchs der Vorsprung des FCB auf Rang zwei auf zwölf Zähler, nachdem die Münchner souverän mit 5:0 auf St. Pauli gewonnen hatten und der BVB gleichzeitig eine Heimniederlage gegen Leverkusen einstecken musste. Auch in der Woche darauf ließ Dortmund am Samstag beim 1:2 in Hoffenheim Punkte, sodass die Münchner tags darauf im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart Meistermatchball hatten. Den wusste das Team von Vincent Kompany zu nutzen und feierte einen letztlich souveränen 4:2-Heimerfolg gegen die Schwaben – nur vier Tage nach dem Halbfinaleinzug in der Champions League gegen Real Madrid konnte die Meisterparty in der Allianz Arena starten. „Es war nicht selbstverständlich, dass man nach den Madrid-Spielen so eine Leistung gegen den Tabellendritten hinlegt“, sagte ein hochzufriedener Joshua Kimmich nach Abpfiff.
Hier gibt es den vollständigen Spielbericht zum Spiel gegen Stuttgart:
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