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·8 May 2026
„Das ist zu wenig“: Hamann sieht klare Bayern-Probleme nach PSG-Aus

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·8 May 2026

Das Halbfinal-Aus gegen Paris Saint-Germain sorgt beim FC Bayern weiter für intensive Diskussionen. Während viele Münchner Verantwortliche vor allem mit Schiedsrichterentscheidungen haderten, fällt die Analyse von Sky-Experte Didi Hamann deutlich nüchterner aus. Für den ehemaligen Nationalspieler hat PSG dem deutschen Rekordmeister klar die Grenzen aufgezeigt – sowohl taktisch als auch individuell.
Nach Ansicht von Didi Hamann war Paris Saint-Germain über beide Halbfinalspiele hinweg die bessere Mannschaft. PSG habe den Bayern „in allen Mannschaftsteilen und in allen Belangen“ die Grenzen aufgezeigt.
Trotzdem zieht der Sky-Experte kein komplett negatives Saisonfazit. Der FC Bayern habe insgesamt eine „sehr gute Saison“ gespielt. Mit einem Sieg im DFB-Pokalfinale könne daraus sogar noch eine „herausragende Saison“ werden.
Im direkten Vergleich mit dem Titelverteidiger seien die Unterschiede allerdings sichtbar geworden – vor allem taktisch.
Besonders die extreme Risikobereitschaft von Vincent Kompany sieht Hamann kritisch. Vor dem frühen 0:1 im Rückspiel hat PSG mit wenigen Kontakten die komplette Bayern-Ordnung überspielt. „Wenn du so hochstehst und so spielst, läufst du immer Gefahr, dass so etwas passieren kann“, erklärte Hamann. Gerade gegen Europas absolute Topteams stelle sich deshalb die Frage, „ob man gegen PSG über 180 Minuten so auftreten sollte“.
In der Bundesliga funktioniere dieses aggressive Spiel oft problemlos, gegen die besten Mannschaften Europas jedoch nicht immer.

Foto: IMAGO
Besonders beeindruckt zeigte sich Hamann von der Defensivleistung der Franzosen im Rückspiel.
PSG habe „als Mannschaft leidenschaftlich und mit Hingabe verteidigt“. Vor allem Warren Zaïre-Emery, der den gesperrten Achraf Hakimi auf der rechten Seite vertrat, gehörte für ihn zu den besten Spielern der Partie.
Auf Bayern-Seite hinterfragte Hamann dagegen einige Personalentscheidungen von Vincent Kompany. „Warum stand Jamal Musiala nach seinen nicht guten Leistungen in Paris und gegen Heidenheim in der Startelf? Auch diese Frage muss der Trainer beantworten“, erklärte der 51-Jährige.
Aus seiner Sicht wäre Leon Goretzka womöglich die bessere Option gewesen. Musiala hätte der Mannschaft „in der letzten halben Stunde von der Bank“ möglicherweise mehr helfen können.
Auch Michael Olise wurde thematisiert. Nach seinem überragenden Hinspiel blieb der Franzose im Rückspiel deutlich blasser. Schuld daran sei jedoch weniger seine eigene Leistung gewesen als vielmehr die starke PSG-Defensive.
„Die Pariser haben ihn mit vereinten Kräften sehr gut verteidigt“, erklärte Hamann. Gleichzeitig betonte er, dass Bayern ohne Olise und Luis Díaz vermutlich gar nicht erst das Halbfinale erreicht hätte.
Auch personell sieht Hamann beim FC Bayern Handlungsbedarf. Besonders auf den defensiven Außenpositionen müsse der Rekordmeister nachlegen. Joshua Kimmich könne das Problem rechts hinten zwar teilweise lösen, dennoch brauche der Kader zusätzliche Qualität – auch im zentralen Mittelfeld.
Besonders deutlich fiel anschließend seine Bewertung der individuellen Leistungen aus. „Ob du Weltklasse bist, musst du in den entscheidenden Spielen gegen die Besten zeigen“, erklärte Hamann mit Blick auf die beiden PSG-Partien.
Und genau dort habe der FC Bayern zu wenige absolute Top-Leistungen bekommen. „Über beide Halbfinalspiele gesehen waren aber nur Díaz, Olise, Neuer und – mit Abstrichen – Aleksandar Pavlovic Weltklasse. Und das ist zu wenig.“
Zudem machte Hamann deutlich, dass Serge Gnabry in beiden Spielen „wahnsinnig gefehlt“ habe.
Auch Alphonso Davies wurde kritisch bewertet. Zwar habe Bayern den Vertrag des Kanadiers zu einem „fürstlichen Gehalt“ verlängert, bislang passe seine Leistung aber nicht konstant dazu.







































