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Löwenmagazin

·11 February 2026

Der hohe Preis der aktuellen Saison

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Die Euphorie am Anfang dieser Saison war groß. Selbst sonst sehr bodenständige Löwen verfielen ihr. Der Profikader wurde immens hochgelobt, die Erwartungshaltung war von Anfang an enorm. Zu einem hohen Preis.

Im vergangenen Sommer stellten wir fest, dass die Löwen eine Euphorie zu hohem Preis entfacht haben. Von 4,5 Millionen auf 6, 3 Millionen wurde das Sportbudget erhöht. Natürlich mit dem Geld, das Hasan Ismaik als Brückenfinanzierung jedes Jahr zur Verfügung stellt und Saki Stimoniaris in den vergangenen Jahren auch gegen den Willen des e.V. stets munter ausgab. Und die KGaA somit weiter verschuldete. Im vergangenen Sommer erhöhte er das Budget zusammen mit Geschäftsführer Christian Werner sogar soweit, dass 250.000 Euro gar nicht gedeckt waren. Ebenfalls gegen den Willen des e.V., der natürlich verhindern wollte, dass die Löwen in eine Unterdeckung geraten. Das ist schon ein wenig verrückt. Werner gab nicht nur die eiserne Reserve (die Ismaik zur Verfügung stellt und die zu neuen Genussscheinen werden) aus, sondern legte dem Mitgesellschafter aus Abu Dhabi gleich noch mal eine Rechnung von eben diesen 250.000 Euro auf den Tisch. Abgesegnet durch Stimoniaris, der mittlerweile von seinem Amt entbunden ist. Wie auch Werner von seinem Amt als Geschäftsführer.


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Die fehlende viertel Million musste Hasan Ismaik im Herbst nachfinanzieren. Inklusive der Sicherheitsleistungen für die kommenden Spielzeiten, damit man die positive Fortführungsprognose für zwei Jahre sicherstellen kann. Ismaik hat also nicht nur das bereits offene Loch gestopft, sondern auch für eine Sicherheit für die kommenden beiden Jahre gesorgt. Ob das Geld abgerufen wird, entscheidet der Aufsichtsrat.

Deshalb ist es schon etwas realitätsfremd, das manch einer im Winter nach einer Verstärkung rief. Dass man immer wieder Geld ausgeben möchte, das man nicht hat, geht übrigens in der Dritten Liga nur bei den Löwen. Weil dort Ismaik ständig das Minus ausgleicht. Ein Fass ohne Boden, in der er jedes Jahr eine Millionensumme schmeißt. Und an das man sich schon irgendwie gewöhnt hat. Die Forderung nach Verstärkung im Winter wäre auch eine Forderung dahingehend, dass man die Reserve für die kommende Saison ausgibt. Die Vergangenheit lehrt, dass Winterverstärkungen keine Garanten für einen Aufstieg sind. Und dann? Geht man in eine weitere Drittliga-Saison, hat dann einen Kader von dann vielleicht 6,5 Millionen und fällt wieder auf 4,5 Millionen runter. Gleichzeitig fordern diejenigen, die nach Winterverstärkung riefen, dass man mit den aktuellen Spielern die Verträge verlängert.

Dieses System ist schon so normal geworden, dass es kaum mehr hinterfragt wird. Man fordert und fordert. Und zwar immer Geld, das man nicht mehr hat. Gleichzeitig träumt man von einem großen Stadion und von der Bundesliga. Beides muss auch finanziert werden. Wer glaubt, dass mit den Fernsehgeldern der 2. Bundesliga alle Probleme aus der Welt geschaffen sind, täuscht sich. Die Vergangenheit lehrt uns, wie viele Drittligisten aufgestiegen sind und dann gleich wieder ab. Ismaik kann aktuell ironischerweise fast schon froh sein, dass man nur in der 3. Liga spielt. Nach einem Aufstieg müsste er noch einmal mehr in die Tasche greifen jede Saison.

Umso wichtiger ist es, dass man mit Sacharbeit die Themen angeht. Mit der aktuellen Entwicklung in der Stadionfrage geht das Präsidium schon mal den richtigen Weg. Aber auch die Frage nach einem Gesellschafterwechsel inklusive Schuldenschnitt muss noch geklärt werden. Möglicherweise schafft die Stadionfrage auch bei diesem Thema eine Lösung. Denn ist die Stadionfrage geklärt, werden die Löwen wieder attraktiver.

Bleibt zu hoffen, dass das aktuelle Präsidium nicht nur den Sacharbeitsweg weiter geht, sondern vor allem auch alle relevanten Themen anpackt. Das ist nicht leicht in einem Umfeld wo viele immer wieder Wunder fordern statt Sacharbeit. Wo immer wieder Luftschlösser erträumt werden, statt die Realität anzunehmen.

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