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·26 June 2026
DFB-Team: Ein miserabler Auftritt der viele Fragen aufkommen lässt

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·26 June 2026

Das DFB-Team war auf einem guten Weg. Der 7:1-Erfolg über Curacao fand national wie international Anerkennung, der Sieg über die Elfenbeinküste war insbesondere aufgrund des Comebacks eine emotionale Geschichte. Deutschland hatte sich eine komfortable Ausgangsposition erarbeitet, war vor dem letzten Gruppenspiel bereits qualifiziert und hätte mit einem überzeugenden Auftritt weiter Selbstvertrauen tanken können. Stattdessen hinterließ die 1:2-Niederlage gegen Ecuador einen völlig anderen Eindruck. Es war ein Auftritt, bei dem das DFB-Team über weite Strecken fast alle Grundtugenden vermissen ließ.
Dabei begann die Partie eigentlich vielversprechend. Die frühe Führung durch Leroy Sane hätte der deutschen Mannschaft Kontrolle geben können. Genau das Gegenteil trat jedoch ein. Deutschland wurde nach dem 1:0 hektisch, unsauber und enorm fehleranfällig. Vor allem das Mittelfeldduo aus Felix Nmecha und Aleksandar Pavlovic erwischte keinen guten Abend. Nmecha verlor vor dem 1:1 in der Vorwärtsbewegung den Ball, Pavlovic fand nie richtig Zugriff auf das Spiel, erlaubte sich zahlreiche Fehlpässe und wurde folgerichtig zur Halbzeit ausgewechselt.
Nach dem Ausgleich nahm das Spiel seinen Lauf. Zwar ist es ohne jede Frage schwierig, sich auf eine Partie voll zu fokussieren, die sportlich keinen großen Wert mehr besitzt, während es für den Gegner um alles geht. Aber Deutschland verlor komplett die Kontrolle über das Spiel. Die Passschärfe fehlte, das Gegenpressing griff kaum, im letzten Drittel wurde oft zu überhastet agiert. Die anschließenden 80 Minuten waren aus deutscher Sicht über weite Strecken schlicht eine Zumutung.
Ecuador überrollte Deutschland in den direkten Duellen. Die Südamerikaner wirkten hungriger, intensiver und giftiger. Das DFB-Team dagegen schien in vielen Situationen immer einen halben Schritt zu spät zu kommen. Ecuador gewann zu viele zweite Bälle, kam immer wieder in Umschaltsituationen und wirkte insgesamt deutlich entschlossener. Dass sowohl Jamal Musiala als auch Deniz Undav und Joshua Kimmich anschließend von mehr Hunger und Intensität beim Gegner sprachen, spricht Bände. Auch wenn der Bundestrainer das als zu plakativ einordnete.
Neben der nicht vorhandenen spielerischen Leichtigkeit in der Offensive geht es auch generell um die Körpersprache. Deutschland trat nach dem 1:1 phasenweise fast schon lethargisch auf. Es fehlte an Aggressivität gegen den Ball und an dem unbedingten Willen, das Spiel wieder an sich zu reißen. Dass ein Gegner wie Ecuador, der nicht ohne Grund Zweiter der südamerikanischen Qualifikation geworden ist, die deutsche Mannschaft dann dominieren kann, ist keine große Überraschung.
Dazu kamen Wechsel von Julian Nagelsmann, die im Nachhinein zusätzliche Diskussionen auslösen. Nagelsmann wollte offenbar Belastung steuern und möglichst viele Spieler einbinden. Der Gedanke dahinter ist nachvollziehbar. Sportlich ging dieser Plan jedoch nicht auf. Hoffnungsträger wie Nadiem Amiri, Assan Ouedraogo oder auch Nick Woltemade blieben komplett draußen. Dass bei einem Rückstand Pascal Groß für Florian Wirtz in die Partie kommt, während Jamal Musiala, dem ebenfalls nur wenig gelang, die vollen 90 Minuten durchspielte, erschließt sich vielen Beobachtern nicht. Statt dem Spiel neue Energie zu geben, wirkten die Wechsel wie ein weiterer Bruch im Rhythmus der Mannschaft.
Nichtsdestotrotz hat die Niederlage tabellarisch keine großen Auswirkungen. Im Sechzehntelfinale muss das DFB-Team jedoch ein anderes Gesicht zeigen, ansonsten ist das Turnier gegen jeden Gegner schnell beendet. Für die Atmosphäre rund um die Mannschaft dürfte der Auftritt dennoch ein erheblicher Dämpfer sein. Wirkte das Team nach dem späten 2:1-Erfolg über die Elfenbeinküste nach innen und außen noch fest entschlossen, kann ein solcher Auftritt intern durchaus neue Diskussionen auslösen.
Mit Paraguay, dem voraussichtlichen Gegner Deutschlands, wartet direkt der nächste unbequeme Kontrahent. Dafür braucht es ein komplett anderes Bild. Eine Einheit, die ebenso wie der Gegner Tempo, Härte und Konsequenz auf den Platz bringt.
Doch noch ist nichts passiert. Deutschland ist Gruppensieger und weiter im Turnier. Vielleicht kommt dieser Warnschuss sogar zum richtigen Zeitpunkt. Spätestens ab jetzt muss die Mannschaft wieder zu dem zurückfinden, was sie gegen Curacao und phasenweise auch gegen die Elfenbeinküste stark gemacht hat: spielerische Leichtigkeit, Intensität, Mut und vor allem mannschaftliche Geschlossenheit. Gegen Ecuador war davon viel zu wenig zu sehen.
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