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·21 July 2026
Madrid steht kopf: Spanien feiert seine Weltmeister

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Um 14.33 Uhr setzte der Flieger aus New York in Madrid auf, anderthalb Stunden zu spät – und niemanden am Flughafen störte das. Rodri trug den Pokal die Gangway hinunter, behutsam, als könnte er zerbrechen. Spanien hatte 16 Jahre auf diesen Anblick gewartet.
Was dann folgte, war ein Feiertag ohne roten Kalendereintrag. Nach dem 1:0 nach Verlängerung gegen Argentinien im MetLife Stadium empfing Madrid seine Weltmeister mit allem, was das Protokoll und die Straße hergeben: Königspalast, Regierungssitz, offener Bus, Cibeles. Nach offiziellen Angaben gingen rund zwei Millionen Menschen in der Hauptstadt auf die Straßen. Allein am Cibeles-Platz, dem traditionellen Endpunkt spanischer Fußballfeiern, warteten die Behörden zufolge etwa 120.000 Fans in Rot.
Der Ablauf folgte spanischer Titel-Liturgie. Zunächst empfing König Felipe VI. die Mannschaft von Luis de la Fuente – gemeinsam mit Königin Letizia und den Töchtern Leonor und Sofía. Die Königsfamilie hatte das Finale bereits vor Ort in New Jersey verfolgt und bei der Siegerehrung auf dem Rasen gestanden. Für den Festakt tauschten die Spieler die Trainingskleidung gegen Anzüge.
Danach der Höflichkeitsbesuch bei Ministerpräsident Pedro Sánchez, der schon in der Finalnacht in Großbuchstaben auf X gepostet hatte: „WIR SIND WELTMEISTER!!“ Und schließlich das, worauf ein ganzes Land gewartet hatte: der Korso im offenen Bus durch das Zentrum, vorbei an Menschenmassen, hinunter zur Cibeles. Dort betraten die 26 Weltmeister nacheinander die Bühne. Als die Moderatoren den Namen Lamine Yamal aufriefen, brandete laut „El País“ ohrenbetäubender Applaus los – noch bevor der 19-Jährige überhaupt zu sehen war. Auch Finaltorschütze Ferran Torres wurde gefeiert wie ein Heiliger.
Dass Spanien so feiert, hat Gründe, die über den einen Titel hinausgehen. Die Bilanz dieses Turniers liest sich wie eine Machtdemonstration:
Titelverteidiger Argentinien blieb in den ersten 90 Minuten sogar ohne einen einzigen Torschuss – das hatte es in einem WM-Finale noch nie gegeben. Man kann diese Dominanz nüchtern als taktische Überlegenheit beschreiben. Man kann sie auch als Epochenwechsel lesen: weg von der Generation Messi, hin zu Yamal, Williams, Pedri.
Der eigentliche Superlativ versteckt sich im Kleingedruckten dieser Feier. König Felipe erinnerte beim Empfang daran, dass Spanien nun bei den Männern und den Frauen amtierender Weltmeister ist. Dazu kommt der EM-Titel der Männer von 2024. Drei große Trophäen gleichzeitig, getragen von einem Kader, dessen prägende Figuren teilweise noch keine 20 Jahre alt sind. 2010 war der WM-Titel der Gipfel einer goldenen Generation. 2026 wirkt er eher wie ein Basislager.
Ganz ungetrübt blieb die Nacht nicht. In Ciudad Rodrigo in der Provinz Salamanca starb ein 13-Jähriger, als ein Brunnen einstürzte, auf den Feiernde geklettert waren. In Madrid wurden 36 Menschen in Krankenhäuser gebracht, sieben Personen festgenommen – schwere Ausschreitungen meldete die Polizei allerdings nicht. Und auch sportlich gibt es ein Nachspiel: Die FIFA hat nach den Rangeleien zwischen argentinischen und spanischen Spielern nach dem Schlusspfiff, inklusive Roter Karte für Leandro Paredes, einen Disziplinarermittler eingesetzt.
16 Jahre lagen zwischen Johannesburg und East Rutherford, zwischen Iniesta und Ferran Torres. Die Frage nach dieser Nacht von Madrid ist nicht, ob dieses Spanien zur goldenen Generation von 2010 aufschließen kann. Die Frage ist, ob 2010 am Ende nur das Vorwort war – zu dem, was Yamal und Co. in den kommenden acht Jahren aufschreiben.
Nach offiziellen Angaben gingen rund zwei Millionen Menschen in Madrid auf die Straßen. Allein am Cibeles-Platz, wo die Bühnenshow stattfand, warteten laut Behördenschätzung etwa 120.000 Fans auf die Mannschaft.
Der Cibeles-Brunnen im Zentrum Madrids ist der traditionelle Feierort der Nationalmannschaft – schon der WM-Titel 2010 und die EM-Triumphe wurden dort zelebriert. Der Buskorso durch die Stadt endete auch diesmal an dem berühmten Platz.
Der eingewechselte Ferran Torres traf in der zweiten Hälfte der Verlängerung zum 1:0 gegen Argentinien – sein einziges Turniertor, ausgerechnet im Endspiel. Vorbereitet wurde der Treffer über Pedro Porro und Nico Williams.
Es ist der zweite WM-Titel der spanischen Männer nach 2010 in Südafrika. Spanien ist damit aktuell gleichzeitig Welt- und Europameister der Männer sowie amtierender Weltmeister der Frauen.
In Ciudad Rodrigo starb ein 13-Jähriger beim Einsturz eines Brunnens, auf den Feiernde geklettert waren. In Madrid wurden 36 Personen in Krankenhäuser gebracht und sieben festgenommen, größere Ausschreitungen blieben laut Polizei aus.
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