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·23 February 2026
„Nicht zerfleischen“: Werder sucht den Hoffnungsschimmer in der Krise

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Daniel Thioune zog nach dem nächsten empfindlichen Wirkungstreffer schwer ernüchtert Zwischenbilanz. „Sie haben selber die Reaktion der Fans gesehen“, sagte der Trainer von Werder Bremen nach dem bitteren 1:2 (1:1) beim FC St. Pauli und dem Absturz auf einen direkten Abstiegsplatz: „Wir haben, glaube ich, nichts mehr wirklich, was gerade bei uns ist.“
Die Mannschaft des Traditionsklubs liegt nach dem 13. Bundesliga-Spiel in Folge ohne Sieg am Boden, die Gefahr des dritten Abstiegs der Vereinsgeschichte ist greifbar. Und den Fans geht immer mehr die Geduld aus. Die mitgereisten Anhänger schickten ihr Team nach dem erneut ungenügenden Aufritt beim direkten Konkurrenten erbost in die Kabine. Die Gesamtlage des Klubs wenige Tage vor dem wegweisenden Kellerduell mit Schlusslicht 1. FC Heidenheim? Äußerst kritisch.
„Das ist definitiv ein Finalspiel oder eines von mehreren, die jetzt kommen“, sagte Thioune bei DAZN. Geschäftsführer Clemens Fritz kündigte unterdessen ein Nachdenken darüber an, was der Klub für einen Schulterschluss mit den Fans unternehmen könne. Trotz aller verständlicher Enttäuschung müsse man nun „zusammenbleiben“ und „den Weg gemeinsam“ gehen. „Wenn wir jetzt anfangen, uns zu zerfleischen, dann bringt uns das auch nichts“, sagte der Ex-Nationalspieler, der die Zusammenstellung des Kaders letztlich verantwortet.
Die Mannschaft hadert selbst mit ihren Auftritten. „Wir brauchen einen Befreiungsschlag und den brauchen wir ganz schnell. Den hätten wir eigentlich schon vor ein paar Wochen gebraucht. Jetzt sind es dreizehn Spiele und das spricht Bände“, sagte Kapitän Marco Friedl: „Es ist völlig verdient, dass wir da stehen, wo wir stehen. Das ist ein Fakt, da brauchen wir uns nichts in die Tasche zu lügen.“ Es sei eine extreme Drucksituation, in der gestandene Spieler und Führungsspieler vorangehen müssten.
Die muss nun Thioune für sich identifizieren und weiter an einer Klarheit und Entschlossenheit in den Aktionen arbeiten. „Es ist grotesk, so viele falsche Entscheidungen von so guten Fußballern zu sehen“, sagte er nach der dritten Niederlage im dritten Spiel unter seiner Regie.
Gleichzeitig gab sich der Nachfolger von Horst Steffen optimistisch, dass sich die Situation auch wieder drehen könne. Aktuell liegen im Rennen um den Klassenerhalt neben St. Pauli auch Klubs wie Wolfsburg, Mönchengladbach oder Mainz noch in Reichweite. „Mein Wille und meine Energie sind ungebrochen“, sagte Thioune: „Ich habe immer noch die Fantasie, dass wir gemeinsam den richtigen Weg einschlagen.“









































