Prognose im Tabellenkeller: Das Alarmbarometer im Bundesliga-Abstiegskampf | OneFootball

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·23 February 2026

Prognose im Tabellenkeller: Das Alarmbarometer im Bundesliga-Abstiegskampf

Article image:Prognose im Tabellenkeller: Das Alarmbarometer im Bundesliga-Abstiegskampf

Im Bundesliga-Abstiegskampf ist in dieser Saison viel Feuer drin. Hätte man vor der Saison Heidenheim und St. Pauli durchaus im Tabellenkeller erwartet, findet sich das ein oder andere Team eher überraschend unter wieder. Die Wölfe etwa spielen bislang die schlechteste Bundesliga-Saison der Vereinsgeschichte. An der Weser konnte auch der neue Trainer den rasanten Absturz (noch) nicht verhindern. Und am Niederrhein scheint man aufgrund der mangelnden Punktausbeute fast schon ratlos.

Elf Spieltage vor Schluss schauen wir auf die wohl spannendsten Entscheidungen dieser Bundesliga-Saison: Welche beiden Teams müssen direkt runter in Liga zwei, wer muss in die Relegation gegen den Zweitliga-Dritten? Und wer kann den Fahrstuhl ins Unterhaus vermeiden?


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Die Tabelle nach dem 23. Spieltag 25/26

Die 3 Gruppen im Abstiegskampf

Mit Blick auf die Tabelle werden im Abstiegskampf drei Gruppen deutlich.Der 1. FC Heidenheim ist die Ausnahme. Mit erst 14 Zählern scheinen die Mannen von der Ostalb schon hoffnungslos abgeschlagen zu sein. Mit dieser Ausbeute zu diesem Zeitpunkt hat seit Einführung der Dreipunkteregel niemand mehr den Klassenerhalt geschafft - da hilft auch ein beachtliches 3:3-Remis gegen den VfB Stuttgart am vergangenen Spieltag wenig.

Die akut Gefährdeten

Allein schon durch den Blick auf die Tabelle und die jeweiligen Punktzahlen wird klar, dass Werder, St. Pauli, Wolfsburg, Gladbach und Mainz weiter akut abstiegsbedroht sind.

Die Aufsteiger

Vor dieser Gruppe liegen mit den Kölnern und dem HSV die beiden Bundesliga-Rückkehrer. Ein kleines Polster haben sich Geißböcke und vor allem Rothosen schon aufbauen können. Gerettet sind beide damit aber natürlich längst noch nicht.

Die Davongezogenen

Kaum noch im Abstiegskampf stecken dagegen der FC Augsburg und Union Berlin. Während die Eisernen 2026 endlich den ersten Sieg einfahren konnten und insgesamt eine ziemlich stabile Saison spielen, hat sich der FCA dank eines enormen Laufs aus dem Keller befreit. Mit vier Siegen aus den letzten fünf Spielen sind die Fuggerstädter hinter dem BVB die zweitformstärkste Mannschaft der Liga.Eigentlich kann bei beiden Klubs nach unten nichts mehr passieren. In unserer Abstiegs-Analyse werden sie deshalb auch ausgeklammert.

Form, Restprogramm & Prognose im Abstiegskampf

1. 1. FC Heidenheim

Form (letzte 5 Spiele): N, N, N, N, UGrößtes Plus: mannschaftliche GeschlossenheitGrößtes Minus: Ausgangslage & TeamstärkeOpta-Wahrscheinlichkeiten:direkter Abstieg: 93,8%, | Relegation: 3,6%Der Blick auf die Opta-Wahrscheinlichkeiten verrät, dass der FCH kaum noch zu retten ist. Was der Supercomputer berechnet, wird auf dem Platz offensichtlich: Den Heidenheimern fehlt es an der nötigen Qualität, um noch eine Aufholjagd starten zu können.Nur einmal diese Saison gab es zwei Siege am Stück. An Spieltag zwölf und 13 gelangen zwei von drei Saison-Dreiern gegen Union Berlin und Freiburg. Ansonsten sind die Statistiken ernüchternd: Mit 51 Toren stellt der FCH die löchrigste Defensive der Liga, mit 22 Toren gemeinsam mit St. Pauli die harmloseste Offensive. In der Heimtabelle ist Heidenheim 17., in der Auswärtstabelle Letzter.Der allerletzte Mini-Strohhalm ist kommenden Spieltag in Bremen zu greifen. Gelingt der zweite Auswärtssieg der Saison nicht, muss man Heidenheim schon komplett abschreiben.

Restprogramm

90min-Prognose

Kurz und knapp: Im dritten Bundesliga-Jahr wird Heidenheim als Schlusslicht absteigen.

2. Werder Bremen

Form (letzte 5 Spiele): N, U, N, N, NGrößtes Plus: RestprogrammGrößtes Minus: Form, StimmungOpta-Wahrscheinlichkeiten:direkter Abstieg: 25,3%, | Relegation: 20,8%Der Opta-Supercomputer scheint noch Hoffnung für den SVW zu haben. Die Abstiegswahrscheinlichkeit für Wolfsburg und St. Pauli liegt zumindest höher.Angesichts von nun 13 Bundesliga-Spielen ohne Sieg und der Tatsache, dass alle drei Partien nach dem Trainerwechsel verloren wurden, ist die Lage am Osterdeich aber verdammt bedrohlich. Nach 1980 und 2021 könnte der dritte Bundesliga-Abstieg folgen.In leicht abgeschwächter Form gilt für den SVW, was für Heidenheim gilt: Die Defensive ist löchrig (44 Gegentore sind der zweitschlechteste Wert der Liga), die Offensive zahnlos (23 Tore sind der drittschlechtste Wert der Liga).Mit Blick auf das Restprogramm hat Werder den direkten Klassenerhalt trotz aktuell Rang 17 aber noch in der eigenen Hand. Dass direkte Duelle nicht immer ein Vorteil sein müssen, hat aber die jüngste Pleite auf St. Pauli gezeigt. Dennoch: Gegen Heidenheim hat man die große Chance, im eigenen Stadion den Negativlauf zu durchbrechen. An die Weser kommen im Anschluss auch noch Mainz, der HSV zum Derby und dann wohl schon gerettete Augsburger. Dazu sollte Werder auch in Wolfsburg und Köln punkten können.

Restprogramm

90min-Prognose

Werder wird bis zum letzten Spieltag zittern müssen. In der Endabrechnung reicht es Mitte Mai zumindest, um vorerst keine Abstiegstränen zu weinen. Aber gerettet sein wird Werder eher noch nicht. Zwar kann man St. Pauli noch überholen, mehr als der Relegationsrang ist aber kaum drin. Dazu sind die aktuelle Negativspirale zu krass und die Baustellen in Defensive und Offensive zu groß.Einzige Hoffnung auf den direkten Klassenerhalt: Ein krachender Heimsieg über Heidenheim, der dem Team so starken Aufwind gibt, dass man in den folgenden Wochen gegen Union Berlin, Mainz und Wolfsburg üppig punktet.Aktuell mag man sich das aber irgendwie kaum vorstellen können. Viel eher, dass die SVW-Bosse nach einem weiteren Rückschlag gegen Heidenheim an einen zweiten Trainerwechsel denken (müssen)...

3. FC St. Pauli

Form (letzte 5 Spiele): U, N, S, N, SGrößtes Plus: HeimstärkeGrößtes Minus: fehlende offensive DurchschlagskraftOpta-Wahrscheinlichkeiten:direkter Abstieg: 29,1%, | Relegation: 21,8%Die Kiezkicker kassierten nach einem richtig starken Start mit sieben Punkten aus den ersten drei Saisonspielen neun Pleiten am Stück. Wenig später folgte eine Phase mit immerhin sechs sieglosen Spielen in Folge.Dass St. Pauli dennoch nicht auf einem direkten Abstiegsplatz steht, liegt an der schwächelnden Konkurrenz. Aber auch an zwei Statement-Erfolgen in den letzten drei Wochen. Zunächst schlug Pauli am Millerntor überraschend den VfB Stuttgart. Dann setzte man sich im Kellerduell gegen Werder durch.Das gefühlt am schwächsten besetzte Team der Bundesliga nach Heidenheim hat eine realistische Chance auf das dritte Oberhaus-Jahr in Folge!

Restprogramm

90min-Prognose

Pauli ist im Abstiegskampf auch in diesem Jahr nicht kleinzukriegen. Die individuelle Qualität ist im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht höher. Dennoch bleibt es für die Kiezkicker ein Balanceakt, um im Oberhaus bleiben zu können. Insgesamt ist die Konkurrenz dann trotzdem besser besetzt. Gelingen keine weiteren Überraschungs-Coups wie der Heimsieg über den VfB, geht es runter. Wahrscheinlich direkt auf Rang 17.

4. VfL Wolfsburg

Form (letzte 5 Spiele): N, N, N, U, NGrößtes Plus: individuelle QualitätGrößtes Minus: Form, Mentalität, HeimschwächeOpta-Wahrscheinlichkeiten:direkter Abstieg: 31,4%, | Relegation: 20,8%Es ist zum Heulen mit den Wölfen! 20 Punkte nach 23 Spieltagen ist die zu diesem Zeitpunkt schlechteste Ausbeute der eigenen Bundesliga-Historie. Und dabei hatte man vor der Saison den Blick doch eher nach oben in Richtung Europa gerichtet.Doch davon ist der VfL aktuell weiter entfernt als Mogli vom Menschendorf, als er von der Schlange Kaa eingewickelt wird. Anders als beim Dschungelbuch-Helden könnte es in der Autostadt auch kein Happy End geben.Dafür zeigt sich die Mannschaft von Daniel Bauer viel zu formschwach. Die jüngsten Auftritte mit vier Pleiten in fünf Spielen waren ernüchternd. In den Griff bekommen die Wölfe auch die eigene Heimschwäche nicht. Mit neun Pünktchen in der VW-Arena ist die Bilanz katastrophal (Bundesliga-Schlusslicht). Ob deshalb die Zuschauer fernbleiben oder es zuvor schon taten, ist eine Henne-Ei-Frage...Auswärts muss man bis zum Saisonende noch nach Stuttgart, Sinsheim, Leverkusen, Berlin, Freiburg und den Hamburger Kiez. Da wird punkten auch alles andere als einfach...

Restprogramm

90min-Prognose

Die Wölfe taumeln irgendwie dem direkten Klassenerhalt entgegen. Nicht wegen der eigenen Stärke, sondern weil drei andere Teams einfach noch schwächer sind. Mit der vorhandenen individuellen Qualität im Kader wäre alles andere als ein Bundesliga-Verblieb ein GAU!In der Autostadt dürfte es aber bis dahin recht wahrscheinlich sein, dass wir diese Saison noch einen dritten VfL-Chefcoach erleben.

5. Borussia M'gladbach

Form (letzte 5 Spiele): N, U, U, N, NGrößtes Plus: KaderstärkeGrößtes Minus: Heimschwäche, offensive HarmlosigkeitOpta-Wahrscheinlichkeiten:direkter Abstieg: 8,2%, | Relegation: 11,5%Der Wechsel in der sportlichen Führung zu Sportchef Rouven Schröder und Seoane-Nachfolger Eugen Polanski hat am Niederrhein noch nicht den erhofften Effekt gezeigt. In seiner ersten Transferperiode konnte Schröder die offensichtlichen Schwächen im Kader nicht beheben.Wobei man sagen muss: Gladbach sollte eigentlich individuell auf allen Positionen stark genug aufgestellt sein, um zumindest nicht in akuter Abstiegsgefahr schweben zu müssen. Bittere Langzeitausfälle wie bei Tim Kleindienst und Robin Hack hin oder her.Die Realität ist aber, dass die Borussia in den letzten zehn Spielen nur zum Start ins neue Jahr gewinnen konnte. In den jetzt sieben sieglosen Spielen in Serie stimmte die Leistung mal mehr und mal weniger. Trainer Polanski übte sich häufig in floskelhaften Erklärungen. Die großen Vorschusslorbeeren ist der Ex-Profi jedenfalls bisher schuldig geblieben. Geht die Talfahrt in den kommenden Wochen weiter, ist ein erneuter Trainerwechsel am Niederrhein ziemlich wahrscheinlich.Nach den Duellen gegen Union Berlin und dem FC Bayern stehen mit St. Pauli, Köln und Heidenheim drei (vor-)entscheidende Spiele an.

Restprogramm

90min-Prognose

Seit dem 4:0-Sieg zum Auftakt ins Jahr erzielte Gladbach nur noch vier weitere Tore in sieben Spielen. Offensiv ist man - wie etwa zuletzt in Frankfurt - zwar stets bemüht, am Ende aber häufig viel zu harmlos oder schwach im Abschluss.Wenn dazu noch eine eklatante Heimschwäche kommt (Platz 16), schmeckt das wie ein gefährlicher Abstiegs-Mix.Am Ende werden sich die Gladbacher aber direkt retten können. Neben Heidenheim und St. Pauli ist mindestens noch ein Team schlechter: Werder oder Wolfsburg. Ob Eugen Polanski am 34. Spieltag noch Fohlen-Coach ist, bleibt aber mindestens fraglich.

6. 1. FSV Mainz 05

Form (letzte 5 Spiele): S, S, S, N, UGrößtes Plus: Urs FischerGrößtes Minus: RestspielplanOpta-Wahrscheinlichkeiten:direkter Abstieg: 6,4%, | Relegation: 9,6%Vom Europapokalteilnehmer zum Abstiegskandidaten. Der tiefe FSV-Fall kostete dem vormaligen Erfolgscoach Bo Henriksen Anfang Dezember den Job. Für ihn übernahm Urs Fischer. Und seither geht es bergauf.In zehn Bundesliga-Partien holten die Mainzer unter dem Schweizer starke 16 Punkte. Mit 1,6 Zählern im Schnitt würde man am Saisonende auf mindestens 39 Punkte kommen. Wohl mehr als genug, um die Klasse direkt zu halten.Das Fischer-System bei den Rheinhessen greift, in Nationalspieler Nadiem Amiri haben die Nullfünfer einen echten Star-Spieler in den eigenen Reihen, der auch bei ruhenden Bällen für Gefahr sorgt.

Restprogramm

90min-Prognose

Die Mainzer haben sich erfolgreich aus der Abstiegszone gekämpft und sollten wieder stabil genug sein, um den knappen Vorsprung im Endspurt weiter auszubauen. Stolperstein werden könnte wohl einzig die Tatsache, dass man gegen die direkte Konkurrenz aus Bremen, Gladbach, St. Pauli und Heidenheim auswärts ran muss. Schlussendlich sollte es aber recht klar für den direkten Klassenerhalt langen.

7. 1. FC Köln

Form (letzte 5 Spiele): N, S, N, N, UGrößtes Plus: Form und individuelle Qualität in der OffensiveGrößtes Minus: Unruhe (Trainerdiskussionen)Opta-Wahrscheinlichkeiten:direkter Abstieg: 4,1%, | Relegation: 7,1%Von den letzten 14 Spielen haben die Geißböcke nur zwei gewinnen können. Rund um den Verein herrscht durchaus Unruhe, die vor allem auf Trainer Lukas Kwasniok abzielt. Und dennoch spricht vieles für den sicheren Klassenerhalt nach dem Aufstieg. Die Kölner haben als Zwölfer vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang. Und die Leistungen haben zuletzt meist gestimmt - auch gegen Topteams der Liga, nur ohne die passenden Ergebnisse.Gladbach, Bremen und Heidenheim kommen noch nach Müngersdorf, dazu geht es noch zweimal nach Hamburg (HSV und St. Pauli). In Richtung Klassenerhalt sitzt der Effzeh auf dem Fahrersitz.

Restprogramm

90min-Prognose

Nach dem Spiel bei St. Pauli sollte der Aufsteiger eine Vorentscheidung für den Klassenerhalt schon geschafft haben. Vorausgesetzt, die Kwasniok-Truppe kann die oft sehr soliden Auftritte in den kommenden Wochen in Punkte ummünzen. Im Fokus stehen vor allem die Duelle in Augsburg, beim HSV, im Derby gegen Gladbach, in Bremen und auf dem Kiez. Hier werden die Geißböcke genügend punkten, um sicher im unteren Mittelfeld einzulaufen.

Form (letzte 5 Spiele): U, U, S, S, UGrößtes Plus: HeimstärkeGrößtes Minus: knackiges RestprogrammOpta-Wahrscheinlichkeiten:direkter Abstieg: 1,2%, | Relegation: 2,7%Die Rothosen sind jetzt seit fünf Spielen ungeschlagen. Das Polzin-System greift seit dem Jahreswechsel noch besser. Defensiv zeigt sich der HSV weitestgehend stabil und in Daniel Heuer Fernandes hat man einen der besten Keeper der laufenden Saison zwischen den Pfosten. Offensiv können die Hamburger für mehr Gefahr sorgen - auch, dank individueller Qualität wie bei Fabio Vieira.Ein großes Faustpfand ist zudem die Heimstärke (19 Punkte, Platz 8).

Restprogramm

*Nachholspiel

90min-Prognose

Der starke Start ins neue Jahr sollte die Grundlage geschaffen haben, dass der HSV nichts mehr mit dem Abstieg zu tun bekommt. Auf der einen Seite ist die Konkurrenz dahinter zu schwach. Auf der anderen Seite wirkt das HSV-Gebilde viel zu stabil, um noch einmal nachhaltig ins Wanken zu geraten. Es wird am Ende eine mehr als ordentliche erste Bundesliga-Saison nach sieben Jahren Abwesenheit, auf die sich in den kommenden Spielzeiten aufbauen lässt.

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