Schiedsrichter-Eklat nach Derby: Besiktas tobt wegen Elfmeter – Sergen Yalcin spricht von „Um harte Arbeit betrogen“ | OneFootball

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·6 April 2026

Schiedsrichter-Eklat nach Derby: Besiktas tobt wegen Elfmeter – Sergen Yalcin spricht von „Um harte Arbeit betrogen“

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Besiktas hat nach dem 0:1 im Derby bei Fenerbahce mit scharfen Angriffen auf Schiedsrichter und VAR reagiert. Im Mittelpunkt stand der in der 90.+11 Minute verwandelte Elfmeter, der die Partie in Kadiköy entschied. Für BJK-Trainer Sergen Yalcin war die Entscheidung nicht nur falsch, sondern ein Symbol für ein größeres Problem. Auch Emmanul Agbadou, Ridvan Yilmaz, Wilfred Ndidi und Präsident Serdal Adali übten danach massive Kritik.

Sergen Yalcin sieht zwei verschiedene Halbzeiten

Sergen Yalcin begann seine Analyse gegenüber BeIN SPORTS zunächst mit dem sportlichen Verlauf. „Wir können zwei verschiedene 45 Minuten interpretieren.“ Dann wurde er konkreter: „In der ersten Halbzeit hatten wir zwei, drei klare Chancen. Die zweite Halbzeit spielte eher gegen uns, der Gegner war aktiver und drückender.“ Zugleich räumte er ein, dass seine Mannschaft auch selbst Fehler gemacht habe. „Wir haben ein, zwei Positionen aus Einzelfehlern hergegeben. Normalerweise sollten wir diese Positionen nicht herschenken.


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Trotzdem rückte der Besiktas-Trainer schnell weg von einer rein sportlichen Betrachtung. Er betonte, dass die Mannschaft kämpfen wollte und die Spieler alles versucht hätten, sah den Abend aber durch die Schlussphase grundsätzlich entwertet. Für ihn war das Spiel nicht in erster Linie wegen des Ergebnisses bitter, sondern wegen der Art, wie es entschieden wurde.

„Was mit uns passiert, entspricht nicht dem natürlichen Fluss des Lebens“

Dann schob Yalcin seine eigentliche Botschaft nach. „Dieses Jahr Galatasaray, Trabzonspor, Fenerbahce drinnen, Fenerbahce draußen. Was mit uns passiert, entspricht nicht dem natürlichen Fluss des Lebens.“ Mit diesem Satz machte er klar, dass er die Szene nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil einer Kette von Entscheidungen, die aus seiner Sicht immer wieder gegen Besiktas ausfallen.

Sein Frust war deutlich hörbar. „Wir werden bestraft, wenn wir reden. Wir sollten daher nicht zu viel sprechen.“ Allein diese Formulierung zeigt, wie stark der Trainer das Gefühl hat, dass sich Besiktas in einer Lage befindet, in der offene Kritik zwar nötig erscheint, gleichzeitig aber auch Konsequenzen nach sich ziehen könnte.

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„Das ist Arbeitsdiebstahl. Wurden betrogen um unsere Arbeit“

Am schärfsten fiel Sergen Yalcins Reaktion auf die Strafraumszene in der Nachspielzeit aus. „Wir haben uns die Position sechs Mal angesehen.“ Danach folgte seine zentrale Kritik: „50 Meter von der Schiedsrichterposition entfernt. Keine Chance dies Szene klar zu sehen. Sowohl die Ausgangsposition als auch die zweite Situation haben nichts mit Elfmeter zu tun.

Dann formulierte er den Satz, der die Nachberichterstattung dominieren dürfte: „Ist das nicht Arbeitsdiebstahl? Das ist Arbeitsdiebstahl! Wir wurden um unsere Bemühungen betrogen.“ Für Yalcin liegt der Kern des Skandals nicht einmal nur in der Entscheidung des Feldschiedsrichters, sondern vor allem darin, dass der VAR nicht korrigierend eingegriffen habe. Genau dieser Punkt macht für ihn sichtbar, „an welchem Punkt der Fußball im Land steht„.

Der Trainer wirkt nach dem Spiel regelrecht fassungslos

Der Besiktas-Coach beschrieb die Wirkung solcher Momente auf seine Arbeit mit ungewöhnlicher Offenheit. „Diese Ereignisse brechen unsere Motivation sehr.“ Danach betonte er, dass Fenerbahce das Spiel durchaus auch regulär hätte gewinnen können, weil Chancen vorhanden gewesen seien. Gerade deshalb wirke der späte Elfmeter für ihn noch unpassender. „Es war nicht gut, ein Spiel mit einer solchen Strafe zu verlieren. Das passte nicht zum Spielverlauf.

Besonders schwer wiegt für ihn, dass Besiktas zwar keine realistische Meisterschaftschance habe, aber im türkischen Pokal noch auf ein Ziel hinarbeitet. „Unter diesen Umständen können wir nicht gewinnen. Ich glaube nicht, dass wir diese Chance haben. Mit diesen Entscheidungen.“ Damit zieht Yalcin das Thema deutlich über dieses einzelne Derby hinaus.

„Der Elfmeter ist sehr unfair“

Im weiteren Verlauf seiner Aussagen blieb Yalcin auf derselben Linie. „Das Wichtigste, was man heute sagen kann, ist, dass der Elfmeter äußerst unfair ist, und nicht, wer gewonnen und wer verloren hat.“ Genau darin liegt für ihn die entscheidende Bewertung dieses Abends. Nicht einzelne Spielerfehler, nicht ausgelassene Chancen, sondern der späte Elfmeter bestimmt aus seiner Sicht das gesamte Spielbild.

Dabei ließ er keinen Zweifel daran, dass solche Momente seine Mannschaft treffen. Fehler von Spielern seien normal, sagte er sinngemäß, denn ohne Fehler gäbe es im Fußball keine Tore. Doch ein in letzter Minute gepfiffener Elfmeter, den er als klar falsch bewertet, sei etwas anderes. Genau das tue Besiktas am meisten weh.

Auch Agbadou und Ridvan Yilmaz gehen frontal gegen die Entscheidung

Nicht nur der Trainer, auch mehrere Spieler reagierten äußerst deutlich. Agbadou sprach unmittelbar nach dem Derby von einer nicht akzeptablen Situation. „Es war nie ein Elfmeter. Die Position hat nichts mit Elfmeter zu tun. Auch nicht innerhalb des Strafraums.“ Dann verschärfte er den Ton weiter: „Es ist unmöglich, dass der Schiedsrichter nicht auf den VAR-Monitor schaut! So kannst auch kein ehrlicher Meister sein. Etwas, wofür man sich schämen muss.

Auch Ridvan Yilmaz stellte sich klar hinter diese Sichtweise. „Wir wollen über das Spiel reden, aber am Ende des Spiels ist diese Entscheidung eine Katastrophe.“ Für ihn ist vor allem unverständlich, warum keine Korrektur aus dem Videozentrum kam. „Agbadou sagte dasselbe. Solche Positionen lassen unsere Liga schlecht aussehen. Ich finde diese Entscheidung nicht richtig.

Ndidi und Olaitan reagieren auch in den sozialen Medien

Die Wut beschränkte sich nicht auf Interviews im Stadion. Wilfred Ndidi meldete sich nach dem Spiel auch über soziale Medien zu Wort und richtete seinen Blick ebenfalls direkt auf den VAR. Seine Botschaft fiel knapp, aber unmissverständlich aus: Er könne immer noch nicht verstehen, wie in einer solchen Situation nicht überprüft worden sei.

Auch Junior Olaitan äußerte sich in dieselbe Richtung. Die Frage, wie eine solche Szene bei vorhandenem Videosystem nicht kontrolliert werden könne, stand dabei im Zentrum. Dadurch wurde deutlich, dass die Empörung bei Besiktas nicht auf einzelne Stimmen beschränkt blieb, sondern sich durch mehrere Ebenen des Klubs zog.

Serdal Adali fordert den Rücktritt der MHK-Spitze

Präsident Serdal Adali verschärfte die Lage nach dem Abpfiff noch einmal deutlich. Für ihn ist die Szene nicht nur ein Fehler, sondern Ausdruck eines strukturellen Problems. „Wie dieser MHK-Präsident und seine Assistenten weitermachen, kann der türkische Fußball nicht vorankommen.“ Danach setzte er zu einer offenen Rücktrittsforderung an: „Wenn sie sich schämen und einen Funken Ehre besitzen, werden sie zurücktreten.

Adali betonte, dass der Verein arbeite, investiere und versuche, sportlich voranzukommen, am Ende aber wieder über dieselben Themen sprechen müsse. Für ihn ist das nicht nur frustrierend, sondern auch eine Bremse für den gesamten Fußball. Besonders auffällig war seine Aussage, dass nicht einmal Fenerbahce eine solche Hilfe gebraucht habe. Damit versuchte er, die Kritik bewusst nicht als Angriff auf den Gegner, sondern als Angriff auf das System zu formulieren.

„Wir wollten nicht Teil des Theaters sein“

Auch auf die Frage, warum Besiktas keinen Beobachter in den VAR-Raum geschickt habe, reagierte Adali mit einem harten Satz. „Wir wollten nicht Teil des Theaters sein.“ Damit machte er deutlich, dass der Klub aus seiner Sicht den Glauben an die Fairness des Vorgangs bereits vor der eigentlichen Aufarbeitung verloren hatte.

Sein Gesamtbild ist damit klar: Für Besiktas war das Derby nicht nur sportlich verloren, sondern in seiner Schlussphase institutionell beschädigt. Genau deshalb fällt die Reaktion des Klubs so scharf und geschlossen aus.

Besiktas macht aus dem Derby mehr als nur eine Spielkritik

Nach dem 0:1 bei Fenerbahce ist bei Besiktas damit ein Ton entstanden, der weit über die übliche Enttäuschung nach einer Niederlage hinausgeht. Sergen Yalcin spricht von „Arbeitsdiebstahl„, Emmanuel Agbadou nennt die Szene beschämend, Ridvan Yilmaz spricht von einer Katastrophe, und Serdal Adali fordert offen personelle Konsequenzen bei der MHK.

Genau das macht dieses Derby für den türkischen Fußball so brisant. Es geht nicht mehr nur um einen späten Elfmeter, sondern um Vertrauen, Glaubwürdigkeit und die Frage, wie viel Autorität Entscheidungen auf dem Feld und im VAR-Raum noch besitzen. Für Besiktas ist die Antwort nach dieser Nacht eindeutig – und entsprechend heftig fällt der Aufstand aus.

Die Szene sorgte auch international für viel Aufsehen sowie reichlich Unverständnis und wurde zahlreiche Male analysiert, was noch mehr Diskussionen auslöste.

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