Thomas Kessler sortiert aus – Kaum noch ein Keller-Zugang ist im Kader des 1. FC Köln | OneFootball

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·28 June 2026

Thomas Kessler sortiert aus – Kaum noch ein Keller-Zugang ist im Kader des 1. FC Köln

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Thomas Kessler sortiert aus – Kaum noch ein Keller-Zugang ist im Kader des 1. FC Köln

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Simon Bartsch

28 Juni, 2026

Auch in diesem Sommer verlassen offenbar einige Spieler den Verein, die Christian Keller verpflichtet hat. Tatsächlich bleiben kaum noch Akteure vergangener Tage. Und der aktuelle Geschäftsführer Sport der Geißböcke kann dem Kader seine eigenen Handschrift verleihen: Thomas Kessler geht seinen eigenen Weg beim 1. FC Köln.

Die Veränderungen des Kaders der Geißböcke führt unweigerlich zu einem neuen Gesicht der Mannschaft. Die Handschrift Thomas Kesslers wird immer deutlicher. Denn für die kommende Saison hat der 40-Jährige ordentlich aussortiert. Vor allem traf es dabei Spieler, die noch von Christian Kessler zum FC geholt wurden.

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Thomas Kessler vom 1. FC Köln (Foto: Alex Grimm / Getty Images)

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Mit der 1:5-Niederlage gegen den FC Schalke 04 II endete Ende Mai die Zeit von Sargis Adamyan beim 1. FC Köln. Wohlgemerkt in der Zweitvertretung der Geißböcke in der Regionalliga West. Adamyan war im Sommer 2022 als vermeintlicher Königstransfer aus Hoffenheim an den Rhein geholt worden. Doch die Erwartungen erfüllte der Stürmer, der bekanntlich mit einem Vierjahresvertrag ausgestattet wurde, nicht. Adamyan wurde zwischenzeitlich verliehen, spielte zuletzt in der Kölner „Reserve“, weil es keinen Abnehmer gab, der den Anforderungen des Spielers, vielleicht auch des Vereins entsprach. Und vermutlich auch, weil es keinen Abnehmer gab, der bereit war, das üppige Gehalt des Stürmers zu bezahlen. Dem Vernehmen nach gehörte der Angreifer zu den Besser-Verdienern beim FC. In vier Jahren lief der Armenier 60 Mal für den FC auf, erzielte vier Tore, bereitete sieben vor. Besonders beeindruckende Auftritte sind bei den meisten Fans wohl nicht in Erinnerung geblieben.

Kessler entledigt sich der Keller-Transfers

Adamyan wird gerne als sinnbildliches Beispiel hervorgeholt, wenn es um die eher magere Transferbilanz von Christian Keller geht. Es gibt noch weitere Einkäufe, die sich im Nachhinein als wenig effektvoll erwiesen haben. Zuletzt zum Beispiel Imad Rondic, der im Winter der vergangenen Saison zum FC kam, ebenfalls mit einem satten Vertrag ausgestattet wurde, ebenfalls die Erwartungen nicht hielt – weder in Köln, noch bei seinen Leihstationen in Rakow oder Münster. Trotz der Transfersperre hat Keller in seiner Amtszeit deutlich mehr als 20 Spieler nach Köln geholt. Zu den wirtschaftlich größten Erfolgen dürften dabei Linton Maina (ablösefrei) und Denis Huseinbasic (50.000 €) zählen. Eric Martel eigentlich auch, wäre der nicht gerade erst ablösefrei zum 1. FSV Mainz 05 gewechselt. Sonst gab es eben auch viel Leerlauf. Steffen Tigges, Nikola Soldo, Jacob Christensen – einige Spieler konnten die Erwartungen der Anhänger, vermutlich auch nicht des Vereins erfüllen. Nun ist Christian Keller bekanntlich nicht mehr für den FC tätig und Nachfolger Thomas Kessler entledigt sich nach und nach der Keller-Transfers.

Zuletzt sollen Imad Rondic und Jusuf Gazibegovic mitgeteilt bekommen haben, dass man in Köln auch in der kommenden Saison nicht auf sie setzt. Rasmus Carstensen, ein Rechtsverteidiger, bei dem sich Keller nach eigener Auskunft mit seinem Bauchgefühl intern gegen Skeptiker durchgesetzt habe, wird wohl bei Aarhus unterkommen. Die Liste der Spieler, die der Ex-Geschäftsführer zum FC geholt hat, ist mittlerweile sehr kurz. Für die kommende Saison stehen Stand jetzt mit Joel Schmied, Said El Mala, Linton Maina und Luca Waldschmidt vier von Keller verpflichtete Spieler im Profi-Kader. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich an dieser Zahl aber noch etwas verändert. Immerhin wird El Mala mit der Premier League und eine Ablöse von 50 Millionen Euro in Verbindung gebracht. Waldschmidt und Maina gelten als theoretische Wackelkandidaten.

Eigene Handschrift

Dabei sind die Veränderungen mehr als eine Umstrukturierung, die Kessler anstrebt, es ist eine Art Emanzipation. Der Ex-Keeper war zunächst Kellers Mann, arbeitete in einer Struktur, die Keller aufgebaut, und übernahm einen Kader, den Keller zusammengestellt hatte. Doch je länger Kessler in der Rolle des Sportchefs arbeitet, desto klarer wird: Er denkt den FC anders. Ruhiger, geduldiger, ohne das Bedürfnis, jeden Schritt laut zu erklären. Und mit einer Bereitschaft, Fehler – auch die seines Vorgängers – einfach zu korrigieren, ohne sie groß zu thematisieren. Und das eben nicht nur im Kader, sondern auch bei den Menschen, die diesen bestimmen. Von der einst festgeschriebenen Viererkette ist mittlerweile genauso selten die Rede, wie von einem durch alle Mannschaften hinweg festvorgeschriebenen Spielsystem. Auf dem Transfermarkt scheint ein überraschend neuer Weitblick zu existieren. Neue Märkte, neue Spieler, neue Strategie. Den von Keller genannten Weg zum Entwicklungsclub scheint der Ex-Keeper auf seine Weise zu interpretieren und hat dem FC eine andere wirtschaftliche Denke ermöglicht.

Zur Wahrheit gehört auch, dass Keller den FC mit seiner Spar-Philosophie durch eine sehr schwere Zeit manövriert hat – unabhängig davon, wer daran Schuld hatte. Viele von Kesslers Schritte wären so vielleicht nicht möglich gewesen. Doch Kessler hat in den vergangenen zwei Jahren sukzessive eigene Handschrift entwickelt. El Mala ohne Ausstiegsklausel zu verlängern, war seine Entscheidung. Kwasniok zu entlassen und Wagner zu befördern, war seine Entscheidung. Mit Evangelos Sbonias erneut auf starke Leute aus den eigenen Reihen zu setzen, hat der Ex-Keeper ebenfalls ein Zeichen gesetzt. Den Kader jetzt so konsequent umzubauen, ist seine Entscheidung. Er räumt auf – und er tut es ohne Kommentar, ohne Schuldzuweisung, ohne Drama. Er baut einfach seinen FC. Ob das der richtige Weg ist, wird sich zeigen. Denn die Zeit bis zum Saisonstart rennt und die großen Entscheidungen auf der Zugangsseite stehen noch aus.


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