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·15 February 2026
TSG Hoffenheims Vereinsrekord täuscht: Der gewonnene Machtkampf wird zur Hypothek

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·15 February 2026

Die TSG Hoffenheim stellt mit acht Heimsiegen in Folge einen Vereinsrekord auf. Doch der Machtkampf um Geschäftsführer Schicker hat Kraft gekostet.
Acht Heimsiege in Folge, Tabellendritter, Kurs Champions League – und das alles, während hinter den Kulissen ein Machtkampf tobte, der jeden anderen Verein aus der Bahn geworfen hätte. Die TSG Hoffenheim liefert gerade den Beweis, dass sportlicher Erfolg und strukturelles Chaos keine Gegensätze sein müssen. Meine These: Genau das macht die Sache so gefährlich.
Andreas Schicker hat sich durchgesetzt. Der Geschäftsführer bleibt im Amt, Christoph Henssler vom Mutterverein ist zurückgetreten. Ein klarer Sieger, ein klarer Verlierer. So weit, so eindeutig. Doch Schickers eigene Worte vor dem Freiburg-Spiel verraten mehr, als ihm vielleicht lieb ist: „Die Themen haben Kraft gekostet. Ich hoffe jetzt auf Ruhe. Wir brauchen diese Ruhe, um unsere Ziele zu erreichen."
Ich höre da keinen Triumphator. Ich höre einen Mann, der weiß, dass sein Verein gerade auf Verschleiß fährt. Die Mannschaft hat das 3:0 gegen Freiburg professionell abgeliefert, Asllani, Kabak und Gendrey trafen, die Defensive stand, Oliver Baumann hielt hinten den Laden zusammen. Aber wer glaubt, dass sich sportliche Höchstleistungen dauerhaft von internen Verwerfungen abkoppeln lassen, der hat die Geschichte des deutschen Profifußballs nicht verstanden.
Der Vereinsrekord mit acht Heimsiegen in Serie ist beeindruckend. Die 600. Erstliga-Partie als Rahmen für diesen Meilenstein passt ins Bild eines Klubs, der sich in dieser Saison eine bemerkenswerte Stabilität erarbeitet hat. Doch genau diese Stabilität steht auf dem Spiel, wenn die Führungsebene sich gegenseitig zerlegt, während die Mannschaft auf dem Platz liefern muss.
Schicker hat seinen Machtkampf gewonnen. Aber ein Machtkampf, der Kraft kostet, ist kein Sieg. Er ist eine Hypothek. Die TSG steht sportlich glänzend da, doch die Substanz, die in den vergangenen Wochen verbraucht wurde, lässt sich nicht in Tabellen ablesen.
Wer ernsthaft in die Champions League will, braucht mehr als acht Heimsiege und einen Geschäftsführer, der sich durchgesetzt hat. Er braucht einen Verein, der nicht bei jeder Krise an seine Belastungsgrenze gerät. Die Frage ist nicht, ob Hoffenheim die Königsklasse erreichen kann. Die Frage ist, ob dieser Klub bereit ist, dort auch zu bestehen.









































